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Kinotipp "Liebe und andere Turbulenzen"

Nora Tschirner, Vincenzo Amato
Nora Tschirner, Vincenzo Amato
© ddp images
Hübsche Paris-Aufnahmen und eine vorhersehbare Geschichte: Nora Tschirners neuer Film "Liebe und andere Turbulenzen" ist harmloses Popcorn-Kino

Story

Drei Jahre lang ist "Greta" (Nora Tschirner) mit dem Italiener "Paolo" (Vincenzo Amato) zusammen, doch bisher hat sie vergeblich auf einen Heiratsantrag gewartet. Beim romantischen Abendessen ist es dann soweit: "Paolo" geht vor der Stewardess auf die Knie - und sie sagt Ja. Aber statt die anstehende Feier zu planen, lässt sich "Paolo" von der hübschen "Cécile" (Louise Monot) ablenken. Immer wieder begegnen sich die beiden zufällig auf den Straßen von Paris, er als Busfahrer hinterm Steuer, sie auf dem Rad. Doch der Flirt nimmt ein jähes Ende: In einem unkonzentrierten Moment fährt "Paolo" "Cécile" versehentlich an. Mit gebrochenen Gliedmaßen ist sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus so gehandicapt, dass Paolo seine Hilfe anbietet. Fortan kümmert er sich um die alleinerziehende Mutter und ihre zwei Kinder, die sich über den Ersatzpapa freuen. Für "Greta", die von alldem nichts weiß, hat er kaum noch Zeit - und die Krise ist vorprogrammiert.

Stars

Regisseur und Drehbuchautor Jeremy Liven hat für "Liebe und andere Turbulenzen" (Originaltitel: "Girl on a Bike") ein internationales Schauspielensemble engagiert: Nora Tschirner, die deutsche Allzweckwaffe im Komödien-Genre, trifft hier auf den italienischen Schauspieler Vincenzo Amato ("Haben Sie das von den Morgans gehört?") und die französische Darstellerin Louise Monot ("Kleine wahre Lügen"). Doch so frisch die Hauptdarsteller auch auf der Kinoleinwand wirken, Stimmung mag zwischen den Dreien nicht so recht aufkommen. Die Beziehung zwischen "Greta" und "Paolo" wirkt wenig leidenschaftlich, zeitweise scheinen sie gar zu vergessen, dass sie ein Liebespaar sind. Warum wollen die bodenständige Stewardess und der tollpatschige Busfahrer noch gleich heiraten? Auch Monot wirkt oft hölzern - die Rolle der herzlichen Mutter will man ihr nicht so recht abkaufen.

Weil "Paolo" kaum noch Zeit für sie hat, wird "Greta" (links) misstrauisch und holt sich bei seinem Freund "Derek" (links) Rat.
Weil "Paolo" kaum noch Zeit für sie hat, wird "Greta" (links) misstrauisch und holt sich bei seinem Freund "Derek" (links) Rat.
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Fazit

Es könnte so schön sein: neue, hierzulande unbekannte Gesichter zusammen mit der sympathischen Nora Tschirner. Dazu immer Paris-Bilder, wo die Komödie größtenteils spielt. Und trotzdem bleibt bei "Liebe und andere Turbulenzen" einiges auf der Strecke. Zum Beispiel die Romantik: Wenn "Paolo" seiner Freundin "Greta" den lang ersehnten Heiratsantrag macht, wirkt das wie eine Slapsticknummer - nur eben ohne Pointe. Auch die übrigen Charaktere (Stéphane Debac als "Gretas" Kollege "Francois" und Paddy Considine als "Paolos" Daueralibi und Freund "Derek") bleiben profillos.

Für Verwirrung dürften bei einigen Zuschauern die auffälligen Produktplatzierungen sorgen. Die Stewardessen-Uniform mit dazugehörigem Logo einer bekannten deutschen Fluglinie wird immer wieder gezeigt, für einen Seifenhersteller wird im Film sogar ein Werbevideo gedreht.

Für alle Fans von harmlosem Popcorn-Kino, kann "Liebe und andere Turbulenzen" trotzdem zum kurzweiligen Vergnügen werden - Nora Tschirner und hübschen Paris-Aufnahmen sei Dank.



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