Kinotipp: "Irre sind männlich"

Fahri Yardim und Milan Peschel beweisen beim Therapie-Crashen, dass deutsche Komödien auch ohne Til Schweiger und Matthias Schweighöfer funktionieren

Fahri Yahrdim und Milan Peschel (rechts)

In puncto deutsche Komödien ist an den zwei "Schw" nur schwerlich vorbeizukommen: Til Schweiger und Matthias Schweighöfer haben das Genre fest im Griff - und zwar von allen Seiten. Ob als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller ... die beiden Tausendsassas wissen, wie sie ihr Publikum ins Kino ziehen und zum Schmunzeln bringen. Mit "Irre sind männlich" geht jetzt allerdings eine gute deutsche Komödie an den Start, mit der Schweiger und Schweighöfer zur Abwechslung mal nichts zu tun haben. Na gut, indirekt vielleicht schon: Immerhin kennt man Hauptdarsteller Nummer eins, Fahri Yardim, vor allem als "Tatort"-Sidekick von Til Schweiger; Matthias Schweighöfer machte mit Filmen wie "Schlussmacher" oder "Vaterfreuden" seinen Kumpel Milan Peschel, den Hauptdarsteller Nummer zwei, berühmt. Matthias Schweighöfer legt im neuen Film von Regisseur Anno Saul ("Wo ist Fred?") außerdem einen mini-kleinen Gastauftritt hin. So ganz ohne die zwei "Schw"s geht's dann wohl doch nicht ...

"Thomas" (Milan Peschel) überredet seinen Kumpel und Kollegen "Daniel" (Fahri Yardim) zum Firten.

Die Story

"Daniel" (Fahri Yardim) ist krankhaft eifersüchtig; ständig telefoniert und spioniert er seiner Freundin "Mia" (Josefine Preuß) hinterher. Bis es der schließlich zu viel wird und sie die Beziehung beendet. "Daniel" beschließt daraufhin, sich therapieren zu lassen und bittet seinen besten Kumpel "Thomas" (Milan Peschel) um moralischen Beistand. Die Familienaufstellung bringt "Daniel" nicht die erhoffte Erleuchtung, "Thomas" hingegen kommt auf eine Idee: Er überredet "Daniel", diverse Gruppentherapien abzuklappern um - mit falschen Identitäten und erfundenen Psychomacken - die Teilnehmerinnen abzuschleppen. Die Masche funktioniert ausgezeichnet, bis Anwältin "Sylvie" (Marie Bäumer) ihnen auf die Schliche kommt. Und sich "Daniel" in eine Therapieteilnehmerin verliebt.

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Die Stars

Mit Fahri Yardim und Milan Peschel wurden die Hauptrollen mit echten Publikumslieblingen besetzt. Aber damit ist noch nicht Schluss: Im Cast von "Irre sind männlich" finden sich einige Hochkaräter des deutschen Films. Zum Beispiel Josefine Preuß, die nicht nur im Kino ("Türkisch für Anfänger") zu begeistern weiß, sondern sich zuletzt auch als Galionsfigur von TV-Krachern wie "Die Hebamme" oder "Die Pilgerin" entpuppt hat. Frauenschwarm Tom Beck zeigt uns nicht nur seine durchtrainierten Bauchmuskeln, sondern auch, dass er Kino wirklich kann - und überrascht mit einer sehr selbstironischen Einlage als schnöseliger Großstädter.

Josefine Preuß als "Mia" und Fahri Yardim als "Daniel" sind nur zwei von vielen großen deutschen Stars im Cast von "Irre sind männlich".

Eine angenehme Überraschung ist auch das Wiedersehen mit Marie Bäumer, die zuletzt eher mit Dramen oder Krimis vor allem im TV zu sehen war. Mit ihr verhält es sich ähnlich wie mit Peri Baumeister: Die hat man seit "Russendisko" (2010) gefühlt viel zu lange nicht auf der großen Leinwand gesehen.

Fazit

Anwältin "Sylvie" (Marie Bäumer) lässt sich von "Thomas" (Milan Peschel) verführen und sich später den Flirt teuer bezahlen.

Ehrlich gesagt: Ganz neu ist die Story nicht; ein Teil der Gags wurde schon zigmal gezündet und auch die Liebesgeschichte ist zeitweise etwas vorhersehbar. Doch das soll nicht weiter stören. Die romantische Komödie hat lange nicht mehr so viel Spaß gemacht! Das liegt vor allem an Fahri Yardim, der den Klassenclown genauso überzeugend rüberbringt wie den tragisch Verliebten. Und auch die anderen Darsteller wissen genau, was sie tun: Milan Peschel und Marie Bäumer sind zusammen einfach nur saukomisch, ihre Szenen sorgen für einige Lacher.

Versprochen: "Irre sind männlich" ist beste Kinounterhaltung und hebt die Laune höher als so manche Therapiesitzung. "Irre sind männlich" startet am 24. April.

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