Kinotipp: "Biutiful"

Kraftvoll, poetisch und bedrückend: Mit "Biutiful" ist Regisseur und Drehbuchautor Alejandro González Iñárritu ein weiteres Meisterstück gelungen

Javier Bardem

Story

Das Leben von Uxbal (Javier Bardem) verläuft alles andere als in geordneten Bahnen: Der Spanier ist in illegale Geschäfte verwickelt, seine Kinder Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Guillermo Estrella) kommen viel zu kurz und seine Frau Marambra (Maricel Álvarez) ertränkt ihre Depressionen in Alkohol. Und als wäre all das nicht schon genug, wartet auch noch eine echte Hiobsbotschaft auf den überforderten Familienvater: Bei einem Arztbesuch wird Prostatakrebs im Endstadium festgestellt, Uxbal hat nur noch wenige Wochen zu leben. Dem Tod plötzlich so nahe, steht er vor einer wichtigen Frage: Was nun machen mit der wenigen Zeit, die ihm noch bleibt?

Uxbal (Javier Bardem) versucht seiner Tochter Ana (Hanaa Bouchaib) trotz des hektischen Familienalltags Halt zu geben.

Vom schlechten Gewissen gepackt, versucht Uxbal fortan seine gescheiterte Ehe wieder zu reaniminieren, um die Kinder auch über seinen Tod hinaus in geregelten Verhältnissen zu wissen. Doch seine Frau spielt da nicht mit: Ihre Stimmungsschwankungen und die stete Überforderung lassen jeden noch so kleinen Moment der Harmonie schnell wieder kippen. Auch der Versuch, die Lebenssituation seiner illegalen Angestellten zu verbessern, endet in einer Katastrophe. Und so wird Uxbals Verzweiflung immer größer - viel Zeit, um sein Leben aufzuräumen, bleibt ihm schließlich nicht mehr.

Stars

Für seine Leistungen in "Biutiful" wurde Hauptdarsteller Javier Bardem für einen Oscar nominiert. Völlig zu Recht: Die Rolle des Uxbal spielt der gebürtige Spanier mit viel Herz und so authentisch, dass sein Kampf gegen das Schicksal an kaum einem Zuschauer vorbeigehen dürfte.
Mit eindrucksvoller Mimik gelingt es Bardem, Uxbal trotz all seiner Fehler und dem Hang zur Kriminalität in einen Symphatieträger zu verwandeln. Ein solcher ist Bardem schließlich auch im wahren Leben: Dank seiner Bodenständigkeit und der ungeheuren Ausstrahlung ist er längst in den Hollywood-Olymp aufgestiegen. Dass er die enge Zusammenarbeit mit weniger bekannten Schauspielern dennoch nicht scheut, beweist er mit "Biutiful". Dabei lag Bardem während der Dreharbeiten besonders das Wohlbefinden der Nachwuchsschauspieler Hanaa Bouchaib und Guillermo Estrella am Herzen. "Diese Kinder haben nie zuvor geschauspielert, sie haben nie eine Kamera gesehen. Aber sie waren sehr natürlich und voller Leben. Deshalb war es mir auch sehr wichtig, dass sie nicht mit den Bildern aus dem Film nach Hause gehen und verstehen, dass es sich um eine Fiktion handelt. Ich habe versucht, ihnen das auf spielerische Art klar zu machen", verriet er in einem Interview.

Marambra (Maricel Álvarez) sorgt mit ihrer exzentrischen Art immer wieder für Streit.

Fazit:

Kraftvoll, düster und sehr bewegend: Mit "Biutiful" ist Alejandro González Iñárritu nach Filmen wie "Babel" ein weiteres Meisterstück gelungen. Mit intimen Bildern erzählt der Regisseur von einem Leben, dass vom Schicksal verfolgt wird und wagt sich an das Tabuthema Sterben heran, ohne melodramatisch zu werden. Dabei zeigt "Biutiful" vor allem eins: Schön kann das Leben eben nicht immer sein.

"Biutiful" läuft ab dem 10. März in den deutschen Kinos.

Andrea Zernial

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