Kinotipp: "Betty Anne Waters"

Das auf einer wahre Geschichte beruhende Anwaltsdrama "Betty Anne Waters" kommt sehr amerikanisch daher - reißt den Zuschauer aber trotzdem mit

Betty Anne Waters

Inhalt

Betty Anne Waters ist eine einfache Kellnerin, die mit ihrem Ehemann und den zwei Söhnen in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Massachussetts lebt. Ihr Leben verändert sich schlagartig, als ihr Bruder Kenneth "Kenny" Waters 1982 wegen Mordes verhaftet wird.

Ein Mord, den Kenny Waters angeblich zwei Jahre zuvor begangen haben soll - hier, 1980, beginnt die Geschichte. Das Opfer Katherine Brow wird von Dutzenden Messerstichen getötet in ihrem Wohnwagen gefunden, vom Täter keine Spur. Die örtliche Polizei stößt bei ihren Ermittlungen aber schnell auf Brows Nachbarn Kenny. Aus Mangel an Beweisen muss sie ihn jedoch wieder freilassen.

Das Verfahren gegen Kenny wird allerdings 1982 neu aufgerollt, nachdem zwei seiner Exfreundinnen plötzlich gegen ihn aussagen. Kenny wird zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Betty Anne ist jedoch von der Unschuld ihres geliebten Bruders überzeugt und gewillt, alles zu tun, um diese auch zu beweisen.

Für ihre Jura-Prüfungen büffelt Betty Anne Waters bis in die Nacht in der Uni-Bibliothek.

Mühsam holt sie ihren High-School-Abschluss nach und beginnt mit dem Jurastudium - mit dem Ziel vor Augen, ihren Bruder eines Tages selbst als Anwältin verteidigen und damit endlich aus dem Gefängnis befreien zu können. Auf dem steinigen, 18 Jahre langen Weg hin zu Kennys Freisprechung droht Betty Anne zeitweise die Kontrolle über ihr eigenes Leben als inzwischen alleinerziehende Mutter zu verlieren.

Stars

Hilary Swank stellt Betty Jane auf eine sehr energische und geradlinige Weise dar. Obwohl dem Zuschauer in vielen stillen Passagen die zerbrechlichere Seite der ehrgeizigen Mutter gezeigt wird, fällt es zunächst schwer, einen Zugang zur Figur zu finden. Trotzdem wird Hilary Swank jetzt schon als Oscar-Favoritin für 2012 gehandelt - die goldene Trophäe hat sie schon zwei Mal für eine Außenseiterrolle bekommen ("Boys don't cry", "Million Dollar Baby"). In den Nebenrollen glänzen Sam Rockwell als Betty Annes widersprüchlicher Bruder und vor allem Minnie Driver, die

Durch dick und dünn: Kenny und Betty Anne schweißt die schwere, gemeinsame Kindheit zusammen.

Fazit

"Betty Anne Waters" beruht auf einer wahren Geschichte, womit an der Handlung keine Kritik geübt werden kann. Trotzdem wirkt das Drama inhaltlich doch sehr amerikanisch - getreu dem Motto "Alles ist möglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten" kämpft sich Betty durch noch so harte Lebensabschnitte. Dabei schafft es Regisseur Tony Goldwyn nur manchmal, Tiefe in Bettys Beziehungen zu bringen - wie zum Beispiel in die zu ihren Söhnen. Durch schöne Aufnahmen, Rückblenden und reduziert eingesetzte Filmmusik gelingt es ihm aber letztlich doch, die nötige Ruhe und Intensität in den Film zu bekommen und damit den Zuschauer mitzureißen. Wem damals "Erin Brockovich" (2000) gefallen hat, dem wird auch bei "Betty Anne Waters" warm ums Herz werden.

"Betty Anne Waters" läuft ab dem 17. März in den deutschen Kinos.

Lena Braukmüller

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