Kino-Tipps: Die Highlights im Mai

Gefräßige Aliens, gesprächige Baumriesen, gejagte Piraten und gefangene Schwiegersöhne: Der Mai hat für Filmfans einige Perlen im Angebot!

Katherine Waterston darf sich in "Alien: Covenant" als starke Frau beweisen - ein Markenzeichen der Filmreihe!

Katherine Waterston darf sich in "Alien: Covenant" als starke Frau beweisen - ein Markenzeichen der Filmreihe!

Ob ganz weit weg, in der gespenstischen Unendlichkeit des Weltalls, oder direkt vor unserer Nase, in der Hölle der Vorstadt: Mit "Alien: Covenant" und dem Überraschungserfolg "Get Out" will uns der Mai auf unterschiedlichste Weise das Fürchten lehren. Wer hingegen auf pure Bildgewalt steht, wird mit "King Arthur" oder der Rückkehr von als in "Fluch der Karibik: Salazars Rache" bestens aufgehoben sein. Für Fans des Jugendbuchs "Sieben Minuten nach Mitternacht" steht der gleichnamige Film mit Oscar-Gewinnerin in den Startlöchern - nebst "Alien"-Star . So schließt sich er Kreis...

"Get Out", 4. Mai

Chris (Daniel Kaluuya) ist glücklich und bis über beide Ohren in seine Freundin Rose ( ) verliebt. Nur eines bereitet ihm Sorgen: Wie werden seine ahnungslosen Schwiegereltern in spe darauf reagieren, dass ihre Tochter mit einem Afro-Amerikaner zusammen ist? Schnell scheinen sich all seine Zweifel in Luft aufzulösen, als er regelrecht überschwänglich von Roses Eltern empfangen wird. Doch ebenso schnell verfliegt die Illusion des Landidylls - warum hat das reiche Paar nur dunkelhäutige Bedienstete? Und was hat es mit Roses Mutter auf sich, die ihn um jeden Preis hypnotisieren will? Binnen kürzester Zeit schreien all seine Instinkte unisono: "Get Out!"

Einschätzung:

"Get Out" hat in seiner US-Heimat einen immensen Erfolg an der Kinokasse feiern können. Und auch US-Kritiker sind voll des Lobes für den Film von Jordan Peele, der darin geschickt die gängigen Klischees auf den Kopf stellt. Keine junge, (weiße) Frau muss sich darin gegen ungeahnte Schrecken erwehren, sondern ein afro-amerikanischer junger Mann. Angesichts der historischen Gegebenheiten ist "Get Out" aufgrund seiner Thematik natürlich als wichtiges Statement auf dem US-Markt gedacht. Doch auch hier in Deutschland sollte der überraschend eindringliche, überraschend witzige Horror-Streifen einige Menschen in den Kinositz locken.

"Sieben Minuten nach Mitternacht", 4. Mai

Dem Jungen Conor ist eine unbeschwerte Kindheit nicht vergönnt: Seine Mutter (Felicity Jones) leidet unter chronischen Erkrankungen. Seine Großmutter (Sigourney Weaver), die daher meistens auf ihn aufpassen muss, hat ihre liebe Mühe damit, Conor an sich heranzulassen. Und in der Schule bekommt der Eigenbrötler von seinen Mitschülern bestenfalls brutale Zuwendung. Als er mal wieder schweißgebadet - und wie immer um Punkt sieben Minuten nach Mitternacht - in seinem Bett aufwacht, traut er seinen Kinderaugen nicht. Der Baum vor seinem Kinderzimmer hat sich plötzlich in ein riesiges Wesen verwandelt, das beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Ist dieses unglaubliche Abenteuer nur ein Produkt seiner Fantasie, oder Realität?

Einschätzung:

Das berühmte Jugendbuch "Sieben Minuten nach Mitternacht" mit dem gleichnamigen Titel von Patrick Ness reiht sich in die Romanwerke ein, denen eine Kinoadaption spendiert wird. Ein bisschen "Die unendliche Geschichte" hier, ein wenig "The BFG" da - so mutet "Sieben Minuten nach Mitternacht" auf den ersten Blick an. Doch dass solche Filme keine Selbstläufer an den Kinokassen sein müssen, bewies zuletzt der große, freundliche Riese von . Nicht zuletzt aufgrund der Oscar-Gewinnerin Jones und der Leinwand-Rückkehr von Weaver ist der Film aber definitiv einen Blick wert.

"King Arthur: Legend Of The Sword", 11. Mai

Eigentlich ist der kleine Arthur der rechtmäßige Nachfolger des ermordeten Königs. Doch sein Onkel Vortigem hält ihm diese wichtige Information vor und beraubt den Jungen seines Geburtsrechts. Statt fürstlich im Schloss zu leben, wächst der Waise in den dreckigen und erbarmungslosen Gassen der Stadt auf. Bis er durch Zufall ein ganz bestimmtes Schwert aus einem ganz bestimmten Stein zu ziehen vermag...

Einschätzung:

Dass Guy Richie zuletzt ein Faible dafür entwickelt hat, sich bekannten Figuren der Weltliteratur zu widmen, ist spätestens seit seiner " "-Filme mit wohlbekannt. Nun also bekommen der berühmte König Artus und sein sagenumwobenes Schwert Excalibur mit "King Arthur: Legend Of The Sword" eine filmische Frischzellenkur spendiert. Bleibt zu hoffen, dass Richie einen besseren Job abliefert, als sein Kollege , dessen 2004 erschienener "King Arthur" noch nicht einmal von Hauptdarsteller Clive Owen gerettet werden konnte. Mit Charlie Hunnam, Jude Law und Strid Berges-Frisbey hat Regisseur Richie jedenfalls tolle Schauspieler für seinen Trip ins Fantasy-Mittelalter gewinnen können.

"Alien: Covenant" 18. Mai

Es ist das Jahr 2104. Die grausamen Geschehnisse, die den Großteil der Besatzung des Erkundungsschiffes "Prometheus" dahingerafft haben, liegen exakt zehn Jahre zurück. Die Crew des Raumschiffes "Covenant" befindet sich gerade auf den Weg zu einem weit entfernten Planeten, um ein groß angelegtes Besiedlungs-Projekt in die Tat umzusetzen. Doch eine Anomalie weckt die Astronauten plötzlich aus ihrem Hyperschlaf: Mitten im Nirgendwo des unendlichen Weltraums orten sie ein Signal, dass von der Forscherin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) zu stammen scheint - ihres Zeichens die einzige Überlebende der "Prometheus"...

Einschätzung:

In Person der Schauspielerin Katherine Waterston bleibt auch "Alien: Covenant" der Marschroute treu, eine starke Frau als Hauptfigur in einem "Alien"-Teil zu etablieren. Fraglich ist allerdings, ob "Covenant" genug frischen Wind in die Reihe wedeln kann, die mit bislang vier Hauptteilen, dem "Prometheus"-Prequel und solcher Machwerke wie "Alien versus Predator" sehr ausgereizt wirkt. Mit Ridley Scott auf dem Regiestuhl, also jenem Geist, der hinter dem bahnbrechenden ersten Teil der Franchise steckt, ist aber immerhin eine Legende am Werk. Allerdings eine, die schon mit "Prometheus" nicht mehr vollends überzeugen konnte.

"Fluch der Karibik: Salazars Rache", 25. Mai

Nein, als Glückspilz kann Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp nicht bezeichnet werden: Denn wieder einmal haben es untote Geister-Piraten auf ihn abgesehen, ausgerechnet von seiner alten Nemesis Captain Salazar angeführt. Der ist der Hölle des "Teufels-Dreiecks" entkommen und plant, jeden Piraten der Meere zu meucheln - Jack Sparrow inklusive. Seine einzige Hoffnung ist ein sagenumwobenes Artefakt, der "Dreizack des Poseidon". Mit ihm kann er sich die Gezeiten unterwerfen und Salazar Paroli bieten.

Einschätzung:

"Fluch der Karibik", die Fünfte. Genau sechs Jahre hat sich Jack Sparrow dieses Mal Zeit gelassen, die Kinomeere in "Salazars Rache" zu durchschippern und dem Tod zu entfliehen. Bildgewaltig wird auch das neue Abenteuer sein, das steht außer Frage. Und erfolgreich wohl erst recht. Mit Javier Bardem wurde zudem ein interessanter Schauspieler für die Rolle des neuen Widersachers gefunden, alte Größen wie Orlando Bloom und auch Keira Knightley sind neben Depp wieder mit dabei. Kurzweilige Unterhaltung scheint garantiert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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