Kino-Tipps: Die Highlights im Oktober

Ein weinender Clown, eine ausrangierte Killermaschine, eine liebe böse Hexe und jede Menge Gruselgeschichten - das hält der Oktober bereit.

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) entsagt der Gesellschaft und seinem Verstand immer mehr

Auf den Clown folgt der Joker: Nachdem der September von Kinder- und Erwachsenenschreck Pennywise dominiert wurde, folgt im Oktober eine ganz andere Form des Horrorclowns. Arthur Flecks (Joaquin Phoenix) Ausflug in den Wahnsinn hin zu Batmans Nemesis in "Joker" wird bereits ganz oben im Rennen um einen Oscar genannt. Wer auf Vorschusslorbeeren nichts gibt oder keine Lust auf ein düsteres Psychogramm hat, der kann sich dank "Maleficent 2" auf halbwegs kindgerechte "Mächte der Finsternis" freuen. Zeitgleich können Kinogänger "noch niemals in New York" gewesen sein, oder eine Woche später den Terminator zum nunmehr sechsten Mal auf der Leinwand bestaunen. Und auch passend zu Halloween am 31. Oktober ist dank "Scary Stories To Tell In The Dark" etwas geboten.

"Joker", 10. Oktober

Für immer allein in der Menge sucht Arthur Fleck nach Anschluss. Doch während er die verrußten Straßen von Gotham City durchstreift und mit den graffitiverschmierten Zügen des Transitverkehrs durch eine feindselige Stadt voller Spaltung und Unzufriedenheit fährt, trägt Arthur zwei Masken. Die eine malt er sich täglich für seine Arbeit als Clown auf. Die andere kann er niemals ablegen; sie ist die Verkleidung, die er trägt, in seinem vergeblichen Versuch, sich als Teil der Welt um ihn herum zu fühlen und nicht wie der missverstandene Mann, den das Leben immer wieder niederstreckt. Doch jedes Mal, wenn er von Teenagern auf der Straße drangsaliert, von Anzugträgern in der U-Bahn verspottet oder einfach nur von seinen Arbeitskollegen gehänselt wird, entfernt sich der soziale Außenseiter einen Schritt weiter von seinen Mitmenschen.

Letzte Ehre für Alphonso Williams (†)

So emotional nahmen die Promis Abschied vom DSDS-Star

Alphonso Williams (†)
Familie, Freunde, Fans und Wegbegleiter haben am Samstag, den 26. Oktober, dem verstorbenen "DSDS"-Gewinner Alphonso Williams die letzte Ehre erwiesen.
©RTL / Gala

Einschätzung:

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein guter bis sehr guter Film im Vorfeld des Kinostarts über jede Maße gehypt wird und so doch wieder für Ernüchterung sorgt, wenn Kinogänger feststellen müssen, keinen neuen "Citizen Kane" vorgelegt bekommen zu haben. Aber acht Minuten Standing Ovations bei den Filmfestspielen von Venedig für "Joker" im Allgemeinen und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix im Speziellen - das drückt das Gaspedal des Hypetrains doch auf Anschlag durch. Aber wie düster-eindringlich kann ein Film von "Hangover"-Regisseur Todd Phillips eigentlich sein? Zur Erinnerung: etwas ähnliches fragten sich auch einige Leute, als der Klamauk-Vater von "Malcolm mittendrin" zu Walter "Breaking Bad" White wurde...

"Maleficent 2: Mächte der Finsternis", 17. Oktober

Als Prinz Philipp um Auroras (Elle Fanning) Hand anhält, wird die komplexe Beziehung zwischen Maleficent (Angelina Jolie) und der erwachsenen Aurora auf eine harte Probe gestellt. Die bevorstehende Hochzeit, die das Königreich Ulstead mit dem magischen Reich der Moore endlich friedlich vereinen soll, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der alte Groll zwischen den Menschen und den Feen noch nicht vollständig vergessen ist. Mit dem plötzlichen Auftauchen einer neuen, unheimlichen Macht, finden sich Maleficent und Aurora unweigerlich auf verschiedenen Seiten eines großen Konflikts wider. Schon bald droht die geknüpfte Familienbande zu zerreißen.

Einschätzung:

Mit dem ersten Teil der innovativen Märchen-Verfilmung gelang ein Überraschungshit. Nicht etwa die "Dunkle Fee" war darin der Bösewicht, sondern der royale König Stefan. Die bekannte Dornröschen-Erzählung auf links zu drehen war ein interessanter Kniff, die Frage ist nun allerdings, wie gut das ein zweites Mal in der Fortsetzung "Mächte der Finsternis" funktionieren wird. Jolie als "böse" Hexe mit großem Herzen dürfte aber erneut über jeden Zweifel erhaben sein.

"Ich war noch niemals in New York", 17. Oktober

Für Lisa Wartberg (Heike Makatsch), erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin und Single, steht ihre Show an erster Stelle. Doch dann verliert ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach) nach einem Unfall ihr Gedächtnis, kommt ins Krankenhaus und kann sich nur noch an eines erinnern: Sie war noch niemals in New York! Kurzentschlossen flieht Maria und schmuggelt sich als blinder Passagier an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes. Gemeinsam mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie tatsächlich auf der "MS Maximiliane" auf. Doch bevor die beiden Maria wieder von Bord bringen können, legt der Ozeandampfer auch schon ab und die drei finden sich auf einer unfreiwilligen Reise über den Atlantik wieder.

Einschätzung:

Philipp Stölzls Verfilmung des Musicals "Ich war noch niemals in New York" erobert nun also die große Kinoleinwand - und das mit gefühlt jedem deutschen Star mit Rang und Namen. Charmantes Eskapismus-Märchen oder triefender Kitsch? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer Wohlfühlkino samt Gesangseinlagen nicht scheut, bekommt im durchweg düsteren Kino-Oktober jedenfalls kunterbuntes Kontrastprogramm aus Deutschland geliefert.

"Terminator 6: Dark Fate", 24. Oktober

Das Leben der jungen Dani Ramos (Natalia Reyes) wird plötzlich auf den Kopf gestellt. Aus ihr unerfindlichen Gründen hat es eine übermächtige Killermaschine (Gabriel Luna) auf sie abgesehen. Auf sich alleine gestellt droht ihr der sichere Tod, doch bald findet sie eine kampferprobte Frau namens Sarah Connor (Linda Hamilton) und einen Hybriden aus Mensch und Maschine (Mackenzie Davis) auf ihrer Seite, die ihr zu Hilfe eilen. Und dann wäre da noch ein optisch arg in die Jahre gekommener T-800 alias Arnold Schwarzenegger...

Einschätzung:

"Terminator 6: Dark Fate, knüpft an die Ereignisse von "Terminator 2: Judgment Day" an und macht somit alle nachfolgenden Filme obsolet. Anders wäre auch nicht zu erklären, wie die in Teil drei mausetote Sarah Connor sich plötzlich wieder zur Heldin aufschwingen kann. Das dürfte Fans der ersten beiden Teile sehr freuen und auch eine Reunion von Sarah und dem T-800 klingt verlockend, nach dem mäßigen drei Teilen zuletzt muss Nummer sechs aber erst einmal beweisen, eine würdigere Fortsetzung zu sein.

"Scary Stories To Tell In The Dark", 31. Oktober

Amerika, 1968: In der Kleinstadt Mill Valley feiert man die Nacht der Nächte des Gruselns. Und was wäre an Halloween passender, als ein angebliches Geisterhaus auszukundschaften? Genau das beschließt eine Gruppe Jugendlicher und dringt in das verlassene ehemalige Anwesen der Familie Bellows am Rande der Stadt ein. Dort entdecken sie in einem Verließ ein mysteriöses handgeschriebenes Buch mit schaurigen Erzählungen, verfasst von einer gewissen Sarah Bellows. Die Teenager nehmen es mit, nicht ahnend, welches Unheil sie damit heraufbeschwören. Denn das Werk ist noch lange nicht vollendet und neue Geschichten erwecken die schrecklichsten Alpträume zum Leben.

Einschätzung:

Wenn der Kino-Donnerstag schon Mal auf den 31. Oktober fällt, müssen passend zu Halloween natürlich auch ein paar Gruselgeschichten den Weg auf die Leinwand finden. Das tun sie gleich im Verbund mit "Scary Stories To Tell In The Dark" von André Øvredal. Für Horror, der durch Mark und Bein geht, wird der FSK-16-Film wohl nicht beim gesamten Publikum sorgen, zum Fest des Schreckens verzeiht man dem Film aber auch die zuweilen plumpem "Jump-Scares". Fantasievolle Gruselgestalten gibt es darin jedenfalls reichlich zu sehen - dafür steht Produzent und Screenwriter Guillermo del Toro mit seinem guten Namen wie Klaus Hipp für Babynahrung.

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