Kino-Tipps: Die Film-Highlights im November

Von Herbst-Blues keine Spur! Der November wartet gleich mit mehreren Krachern auf, an die kein Cineast vorbeikommen sollte.

Welchen teuflischen Plan heckt der Zauberer Grindelwald (Johnny Depp) aus?

Endlich ist die Sonne weg, da kann der Gang ins hiesige Kino ohne schlechtes Gewissen angetreten werden. Genügend hochkarätige Gelegenheiten dazu bietet jedenfalls der November. Etwa einen nervenaufreibenden "Aufbruch zum Mond", eine ganze Reihe neuer und dem Titel nach "phantastischer Tierwesen", oder aber eine handfeste "Verschwörung". Charmantes Dramödien-Kino bringt "Juliet, Naked", eine neue Version von Hexen-Kultfilm "Suspiria" gibt's obendrauf.

"Aufbruch zum Mond", 8. November

"Aufbruch zum Mond" erzählt eindringlich aus (Ryan Golsing) Leben und von den enormen Konflikten und Entbehrungen, mit denen der Pilot vor und während seiner legendären Mission konfrontiert war. Aber auch das schwere Schicksal seiner Frau Janet ( ) und der gemeinsamen Kinder wird in das Blickfeld gerückt, die stets völlig hilflos darauf hoffen mussten, dass der Familienvater lebend von seinen halsbrecherischen Pionierflügen zurückkehrt. Gleichzeitig schildert der Film die hochdramatischen Ereignisse des amerikanischen Raumfahrtprogramms zwischen 1961 und 1969 an sich.

Einschätzung:

Das ultimative Gelingen von Armstrongs Moonwalk im Jahr 1969 ist jedem Kinogänger bestens geläufig, mehr noch als in vielen anderen vergleichbaren Filmen (etwa "Titanic") gilt bei "Aufbruch zu Mond": der Weg ist das Ziel. Welch schier unendlichen Gefahren die Männer der NASA auf sich genommen haben, wie sehr ihre Familien darunter gelitten haben, und wie letztendlich der erste Fuß auf den Mond gesetzt wurde - all das und mehr bietet Damien Chazelles (33, "La La Land") neuer Oscar-Anwärter. Und obendrauf gibt er einen rührenden Blick auf den Privatmensch Armstrong frei, der es glatt mit jenem vom Mond aus aufnehmen kann.

"Juliet, Naked", 15. November

Tucker Crowe: Der Name des geheimnisvollen Rockstars ist das Einzige, was in der leidenschaftslosen Beziehung von Annie ( ) und Duncan (Chris O'Dowd) noch für Zündstoff sorgt. 20 Jahre ist es her, dass der gefeierte Musiker ( ) seine letzte Platte veröffentlichte. Im Gegensatz zu dem fanatischen Tucker-Crowe-Fan Duncan verreißt Annie dessen neues Album "Juliet, Naked" in einem Online-Forum - und bekommt plötzlich Post von Tucker Crowe höchstpersönlich...

Einschätzung:

"Juliet, Naked" hat ohne Zweifel die leichteste und charmanteste Kost des Novembers im Gepäck und ist ein Feelgood-Movie par excellence. Irgendwo zwischen Tragik, Drama und Komödie angesiedelt, liefert die Romanverfilmung von Jesse Peretz nach Vorlage von keine einzigartige, aber liebenswerte Unterhaltung. Denn die Geschichte eines abgehalfterten Rockstars, der sich noch einmal zurück ins Rampenlicht kämpft, ist nicht neu. Von Hawke aber nichtsdestotrotz sehenswert dargeboten.

"Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen", 15. November

Am Ende des ersten Films wurde der mächtige Dunkle Zauberer Gellert Grindelwald (Johnny Depp) mit der Hilfe von Newt Scamander ( ) festgenommen. Doch Grindelwald macht seine Drohung wahr und entkommt dem Gewahrsam. Er schart ein Gefolge um sich, das seine wahren Pläne nicht kennt: die Herrschaft reinblütiger Zauberer über alle nichtmagischen Wesen. Um Grindelwalds Pläne zu vereiteln, wendet sich Albus Dumbledore ( ) an seinen ehemaligen Schüler Scamander, der seine Hilfe zusagt, ohne sich über die Gefahren im Klaren zu sein.

Einschätzung:

Endlich verschlägt es die Zuschauer wieder in die zauberhafte Welt des " "-Universums. So ganz wollte manch ein Fan zwar im Vorfeld noch nicht mit Jude Law als junger Dumbledore warmwerden, und auch an Verpflichtung wurde sich zwischenzeitlich gestört. Dass "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" aber eine Enttäuschung werden könnte, davon ist nicht auszugehen. Schlimmstenfalls Jammern auf magisch hohem Niveau.

"Suspiria", 15. November

Die junge Amerikanerin Susie Bannion ( ) kommt 1977 zum renommierten Markos Tanzensemble nach Berlin. Während Susie unter der revolutionären künstlerischen Leiterin Madame Blanc ( ) außergewöhnliche Fortschritte macht, freundet sie sich mit der Tänzerin Sara ( ) an. Als Patricia (Chloë Grace Moretz), ebenfalls Mitglied des Ensembles, unter mysteriösen Umständen verschwindet, kommt der Psychotherapeut der jungen Tanzschülerin, Dr. Josef Klemperer (Lutz Ebersdorf), einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Auch Susie und Sara ahnen, dass sich hinter der Fassade von Madame Blanc und ihrer Tanzschule unbarmherzige Hexen verbergen.

Einschätzung:

"Suspiria" ist das lateinische Wort für Seufzer. Dass selbiger bei allen Zuschauern ausbleibt, darf bezweifelt werden. Das galt aber auch schon für Dario Argentos inzwischen längst zum Kultfilm gereiften Originalstreifen, dem Regisseur Luca Guadagnino nun mit Starbesetzung ein Update ins neue Jahrtausend spendiert. Vielleicht der am meisten polarisierende Film des Jahres, sicherlich aber des Monats. Doch alleine Tilda Swinton in ungewöhnlicher Doppelrolle ist es schon Wert, das Remake anzusehen. Denn so viel sei verraten: wirklich alle Figuren darin werden von Frauen gespielt!

"Verschwörung", 22. November

Zwar hat (Claire Foy) sich von Mikael Blomkvist (Sverrir Gudnason) abgekapselt, dank ihrer Fähigkeiten als Hackerin weiß sie aber immer noch ganz genau, was der Journalist so treibt. Ganz nebenbei legt sie sich noch mit der NSA an und ist kurz davor, einer gewaltigen Verschwörung der US-Behörde und des Auslandsgeheimdienstes aufzudecken. Blomkvist wird derweil als Journalist nicht mehr so ernst genommen wie früher, weil er seinen Biss verloren hat. Doch als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird, ist seine journalistische Neugier wieder geweckt.

Einschätzung:

Alles neu bei der Verfilmung von David Lagercrantz' gleichnamigen Buch "Verschwörung". Die indirekte Fortsetzung zu David Finchers "Verblendung" wartet mit Sverrir Gudnason ("Borg/McEnroe") statt Daniel Craig als Blomkvist und Claire Foy anstelle von Rooney Mara als Salander auf. Alleine die junge Queen aus "The Crown" als Goth-Hackerin bestaunen zu können, dürfte den Eintritt schon fast wert sein. Frau Foy landet nach "Aufbruch zum Mond" im November somit gleich zum zweiten Mal sehenswert im Kino! Und für Fans der Vorlage sollte der Streifen ohnehin ein Pflichttermin sein.

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