Kino-Tipps: Die besten Filme im November

Zombies, Weltkrieg, Schneemann Olaf: Der November kleckert nicht, sondern klotzt mit vielversprechenden Titeln aus allen möglichen Genres.

Der November hält für den Großteil seiner Kino-Figuren Unbehagen bereit

Der Kino-Herbst platzt im November regelrecht aus allen Nähten. Ob Zombie-Klamauk, Emmerich'scher Pathos-Overkill, eine Computer-Frischzellenkur für Robert De Niro (76), der singende Disney-Schneemann Olaf, ein rasantes Renndrama oder eine Rückkehr in Stephen Kings Overlook-Hotel. Wer da (trotz teils horrend-dämlicher deutscher Titel) nicht den stetig eisigeren Außentemperaturen mit einem Kinobesuch trotzen mag, ist selber schuld.

"Zombieland: Doppelt hält besser", 7. November

Die vier schrägen Zombiekiller Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) verbreiten ihr Chaos diesmal von den Weiten Amerikas bis ins Weiße Haus. Dabei werden die Vier nicht nur mit neuen Zombie-Arten, sondern auch mit weiteren menschlichen Überlebenden konfrontiert. Doch in erster Linie müssen sie sich den wachsenden Problemen innerhalb ihrer eigenen schrägen Zwangsfamilie stellen.

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Durch die Serie "Friends" wurden Jennifer Aniston, Courteney Cox & Co. vor 25 Jahren über Nacht zu Stars. Im Video sehen Sie, was die Darsteller heute machen.
©Stern / Gala

Einschätzung:

Mit "Zombieland: Doppelt hält besser" kommt nach genau einem Jahrzehnt die Fortsetzung zum Horror-Klamauk in die Kinos. Dank des Originalcasts und noch übertriebeneren Zombie-Kills baut der Film auf dieselben Werte wie 2009. Der große Unterschied: Als der erste Teil vor zehn Jahren ins Kino kam, war die Zombie-Renaissance noch frisch und quicklebendig. Nach unzähligen Staffeln "Walking Dead" und der Tatsache, dass sich seither sogar Hollywood-A-Lister Brad Pitt ("World War Z") der gefräßigen Untoten erwehren musste, wirkt das Genre dagegen selbst wie ein verfaulender Kadaver. Ob da die Comedy-Komponente nach zuletzt "The Dead Don't Die" genug Abwechslung bietet?

"Midway - Für die Freiheit", 7. November

Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Mit Mut, Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll.

Einschätzung:

Da ist er wieder, der Pathos- und Patriotismus-Roland. Seltener dürfte es einfacher gewesen sein zu wissen, wem ein Film ans Herz gelegt werden kann - und wem nicht. Wer schon von Michael Bays Mischung aus Kitsch und Krieg alias "Pearl Harbor" bestens unterhalten wurde, der wird auch mit Emmerichs neuem Streifen warm werden. Zumal unabhängig des Inhalts Fans von Leinwand füllendem Zerstörungs-Kleinod definitiv auf ihre Kosten kommen werden.

"The Irishman", 14. November

"The Irishman" wird aus Sicht von Frank Sheeran (Robert De Niro) erzählt, einem Veteran des Zweiten Weltkriegs, der als Drogendealer und Auftragsmörder an der Seite der berühmt-berüchtigten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts tätig war. Der über mehrere Jahrzehnte spielende Film widmet sich einem der größten ungelösten Rätsel der US-amerikanischen Geschichte: dem Verschwinden des legendären Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Er liefert außerdem einen monumentalen Einblick in die versteckte Maschinerie des organisierten Verbrechens - von den internen Abläufen über Rivalitäten bis hin zu Beziehungen in weite Kreise der Politik.

Einschätzung:

Scorsese, De Niro, Pacino - der Netflix-Film "The Irishman", der vor Release bei der Streamingplattform ins Kino kommt, vereint diese drei Schwergewichte der Filmgeschichte. Auch hier ist überdeutlich, wen der 210 Minuten lange Gangster-Film wird fesseln können, und wer spätestens nach der Hälfte der Laufzeit im Kinositz eindöst. Schon Scorseses Mafia-Streifen "Casino" und "Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" forderten neben jeder Menge Sitzfleisch auch eine Faszination für das organisierte Verbrechen ein. Fans von De Niro könnte derweil das Interesse ins Kino locken, ob die moderne Tricktechnik es glaubhaft schafft, ihr Idol wieder jung zu zaubern.

"Le Mans 66 - Gegen jede Chance", 14. November

Sportwagenhersteller Carroll Shelby (Matt Damon) und der furchtlose, in Großbritannien geborene Rennfahrer Ken Miles (Christian Bale) kämpfen gemeinsam gegen die Intervention ihres Auftraggebers, die Gesetze der Physik und ihre eigenen inneren Dämonen, um einen revolutionären Sportwagen für die Ford Motor Company zu bauen. Damit wollen sie die dominierenden Rennwagen von Enzo Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966 in Frankreich besiegen.

Einschätzung:

Bei "Le Mans 66" ist eine der ersten Assoziationen von Cineasten selbstredend "Rush - Alles für den Sieg" mit Chris Hemsworth und Daniel Brühl. Zwei ungleiche Männer, wenn auch dieses Mal keine direkten Kontrahenten, eine wahre Geschichte und eindringlich inszenierte Action auf der Rennpiste. Insgesamt baut der Film von James Mangold im direkten Vergleich aber deutlich mehr auf Humor denn auf Drama, wie schon in den Trailern deutlich wird. Für Hobby-Rennfahrer und Anhänger von Oscar-Gewinner Christian Bale so oder so ein Pflichttermin.

"Die Eiskönigin 2", 20. November

Warum wurde Elsa mit magischen Kräften geboren? Die Antwort darauf drängt sie und bedroht zugleich ihr Königreich. Zusammen mit Anna, Kristoff, Olaf und Sven macht sie sich auf eine gefährliche, aber außergewöhnliche Reise. Neue Freunde und neue Gefahren lauern auf dem Abenteuer auf die Gruppe.

Einschätzung:

Der Branchenseite "Box Office Mojo" nach liegt "Die Eiskönigin" auf Platz 15 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (1,27 Milliarden Dollar). Da verwundert es direkt, dass Disney sich sechs Jahre Zeit gelassen hat, um nun die Fortsetzung ins Kino zu bringen. Ob die Zeit aber ausgereicht hat, um mehr als die Rückkehr liebgewonnener Figuren bieten zu können? Tricktechnisch ist jedenfalls auch der Nachfolger über jeden Zweifel erhaben und für Familien gibt es wohl dieses Jahr keine bessere Gelegenheit mehr, um ins Kino zu pilgern.

"Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen", 21. November

Immer noch gezeichnet von den traumatischen Erlebnissen, die er als Kind im Overlook durchmachte, musste Dan Torrance (Ewan McGregor) darum ringen, so etwas wie Frieden in seinem Leben zu finden. Doch dieser Frieden wird erschüttert, als er Abra trifft, eine tapfere Teenagerin, die im Besitz einer mächtigen, übersinnlichen Kraft ist: des "Shining". Ihren Instinkten folgend hat Abra erkannt, dass Dan diese Gabe ebenfalls besitzt. Sie bittet ihn um Hilfe, gegen die gnadenlose Rose the Hat vorzugehen, die sich in ihrem Streben nach Unsterblichkeit vom Shining Unschuldiger ernährt.

Einschätzung:

Pure Nostalgie gibt es nach der gleichnamigen Romanvorlage auch bei der Kinoadaption von "Doctor Sleeps Erwachen". Jahrzehnte nach "The Shining" noch einmal die ikonischen Momente und Schauplätze des Klassikers zu erleben, welcher King-Fan lechzt nicht danach? Das im Verbund mit einer frischen Handlung (und Widersacherin) klingt verheißungsvoll. Aber nur, wenn sich der Streifen von Mike Flanagan nicht zu sehr auf den Lorbeeren ausruht, die ihm Stanley Kubrick auf dem Silbertablett serviert hat - nur Nostalgie reicht selten.

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