Johannes Oerding: Er ist "verliebt, nicht verknallt"

Johannes Oerding liebt seine Musik – und Ina Müller. Mit GALA spricht er über Hochzeit, Kinder und die gemeinsame Unlust am Kochen

Seine Auftritte sind vor allem beim weiblichen Publikum Kult. Mit Blumen werde er bei Konzerten öfter beworfen, sagt Johannes Oerding und lacht. Ab und an landen auch Stofftiere ("meist Glücksschweinchen") oder ein BH zu seinen Füßen. Der ihn natürlich überhaupt nicht interessiert – schließlich ist er mit der extrem lässigen Ina Müller liiert.

Was die Sängerin an ihm fasziniert, kann man leicht nachvollziehen: Johannes Oerding ist der Inbegriff eines netten Kerls. Aufmerksam, lustig, höflich, zugewandt. Und talentiert: Gerade ist sein fünftes Album "Kreise" mit selbst geschriebenen Songs erschienen, mit dem er ab Herbst durch Deutschland tourt.

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©Stern / Gala

Nervt das ständige Unterwegssein?

Nie! Ich finde es wahnsinnig langweilig, zwei oder drei Tage an einem Ort zu bleiben. Unterwegssein ist meine große Leidenschaft, mein Leben, meine Aufgabe. Unabhängig sein fühlt sich gerade sehr gut an. Hätte ich Familie oder Kinder, wäre das nicht möglich.

Liebe ist ein großes Thema des neuen Albums. Welche Liebesbeweise machen Sie für Ihre Freundin Ina Müller?

Mein Album ist doch ein Liebesbeweis für sie! Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass meine Songs nicht meine Beziehung widerspiegeln. Liebe ist, genau wie das Unterwegssein, ein großes Thema bei Songwritern. Man ist immer verliebt – oder eben nicht.

Und, sind Sie gerade verliebt?

Na klar! Also nicht verknallt wie in den ersten vier Wochen, aber das ist ja immer so. Ich kann nur sagen: I'm in love. Es gibt immer wieder kleine Momente, in denen aufblitzt, weswegen ich mich genau in diese Frau verguckt habe. Das kann einer ihrer Sätze sein. Oder eine Geste.

"Halt nicht fest, was du liebst, sondern lass es los, und wenn es wiederkommt, dann gehört es zu dir", heißt es in einem Ihrer Lieder. Autobiografisch?

Ja, denn wäre ich ein sehr eifersüchtiger Mensch, wäre das katastrophal für meinen Job. Wenn es mir mal stinkt, bespreche ich das später zu Hause und mache keinesfalls eine Szene in der Öffentlichkeit.

Hört sich entspannt an. Sind Sie ein einfacher Partner?

Auf jeden Fall ist jemand bei mir gut aufgehoben, der sein eigenes Ding machen möchte. Hätte ich eine Frau an der Seite, die hofft, dass sie die ganze Zeit auf Tour mit dabei sein kann, wäre das schwierig für mich. Da bin ich gern egoistisch.

Wo noch?

Nichts Schlimmes: Ich mache halt am liebsten, was ich möchte. Gerade war ich mit zwei Freunden in Thailand und dann in Australien.

Haben Sie sich dort manchmal gewünscht, dass Ina bei Ihnen ist?

Ich hatte schon Sehnsucht und Heimweh. Meinen Song "Unser Himmel ist derselbe" habe ich in einem kleinen Dorf in Australien geschrieben, und habe dabei daran gedacht, dass ich an einem Ende der Welt bin und sie und meine anderen Liebsten am anderen. So kam mir die Idee zu dem Lied.

"Kreise" heißt das neue Album von Johannes Oerding. Zu hören gibt’s herrlich einprägsame Songs wie "Love Me Tinder" oder "Unser Himmel ist derselbe" (Sony)

Sonst schreiben Sie Ihre Songs doch gemeinsam am Küchentisch.

Bei Inas Album haben wir das wieder so gemacht. Sie ruft mir ein Stichwort wie "Bauernhof" zu, und ich versuche es musikalisch mit Leben zu füllen. Das klappt wirklich gut.

Wer sorgt bei Ihnen dafür, was auf den Küchentisch kommt?

Foodora (lacht). Ich hasse kochen. Ich kann nicht kochen, und will es auch nicht. Am Herd stehen bringt mich überhaupt nicht runter, wie immer alle Leute behaupten. Mich stresst es. Ina mag es übrigens auch nicht. Das Einzige, was ich richtig gut kann, ist Steak.

In einem Ihrer Songs geht’s um das Stadium zwischen Mann und Kind. Fühlt sich Ihr Leben gerade so an?

Ja. Ich schwanke zwischen Berufsjugendlichem und Erwachsenem. Vielleicht habe ich deshalb auch nicht den Drang, mich fortzupflanzen. Aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass ich Spuren im Sand hinterlasse: durch meine Alben.

Für viele Menschen sind eigene Kinder sehr wichtig. Wie ist das bei Ihnen?

Ich spüre das gerade gar nicht. Ich könnte meinen Beruf wohl nicht in der Form ausüben, wenn zu Hause eine solch große Aufgabe auf mich warten würde. Vielleicht bin ich aber einfach nur zu faul. (lacht)

Ina Müller witzelt bei ihren Konzerten darüber, dass Sie langsam ebenfalls in die Jahre kommen. Ärgert Sie das?

Überhaupt nicht. Das ist Teil ihrer Show. Es gibt keine Entertainerin wie sie in Deutschland, sie ist ganz wunderbar. Was soll ich sagen? Ich bin Fan.

Bei unserem letzten Gespräch haben Sie von Ihrer wilden Ehe geschwärmt. Ist mittlerweile mehr geplant?

Nee. Das Thema Hochzeit steht überhaupt nicht an. Ina ist auf Tour, ich promote mein Album, gefühlt mein Wichtigstes – da verschwende ich an Dinge wie Heiraten gerade keinen Gedanken.

Haben Sie schon mal ein Lied für Ina geschrieben?

Ja, vor vielen Jahren habe ich zum Geburtstag einen Song auf einem Zettel für sie verfasst. Er hatte keinen Titel, es war einfach eine Strophe samt Refrain, sehr emotional. Und sie hat einige Lieder geschrieben, bei denen ich mir einbilde, dass ich gemeint bin.

Worin ähneln Sie beide sich?

Wir haben ähnliche Werte und die gleiche Einstellung zum Leben. Es passt einfach.

Könnten Sie sich vorstellen, mit jemandem außerhalb des Musikbusiness zusammen zu sein?

Niemals! Es macht Sinn, dass man im gleichen Bereich arbeitet. Der Partner kann Dinge einfach besser einschätzen und nachvollziehen. Aber, wie mir Freunde immer versichern: Auch, wenn das Leben etwas anderes vorhat und ein anderer Mensch um die Ecke kommt – es geht alles. Mal schauen, wohin mich meine Reise führen wird.

 

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