Jeff Koons: Nur heiße Luft?

Der US-Künstler Jeff Koons wird in Frankfurt mit einer Doppelausstellung gewürdigt. Kritik an seinen Werken lächelt er einfach weg

Jeff Koons

Vergangene Woche ließ sich Jeff Koons auf ein Experiment ein.

Im Rahmen einer Charity-Aktion spielte er, der als einer der teuersten Künstler der Gegenwart gilt, einen Tag lang Kunstlehrer in einer Schule in East Harlem, einem der ärmsten Viertel New Yorks. Den Zweitklässlern erzählte er, wie er selbst als Fünfjähriger im Kindergarten in Pennsylvania angefangen habe, Kunst zu machen. Wäre man böswillig, könnte man sagen, seine Werke sehen bis heute so aus, als hätte sie ein Kind erdacht. Nur dass ihre Fertigung mittlerweile so kompliziert ist, dass Koons mehr als 100 Angestellte beschäftigt und es oft Jahre dauert, bis seine auf Hochglanz polierten Stahlskulpturen so makellos sind, dass man sich drin spiegeln kann.

Populäre Figuren wie der Seemann Popeye inspirieren Jeff Koons, 57, zu seinen Werken. Seine Skulpturen erzielen bei Auktionen oft zweistelligeMillionenbeträge.

Man mag über ihn schmunzeln, den Kopf über seine grellen Werke schütteln - doch es gibt wohl kaum einen Künstler, der in diesem Sommer so präsent ist wie Koons. Einen Monat, nachdem die Schweizer Fondation Beyeler eine Ausstellung seiner Werke eröffnet hat, legt die Stadt Frankfurt jetzt mit einer Doppelausstellung nach. Seinen Kritikern begegnet der Amerikaner mit einem undurchdringlichen Lächeln, das so glatt ist wie seine Skulpturen. "Wenn Leute negativ reagieren, kommt das daher, dass sie sich selbst nicht vertrauen", sagte er in einem Interview mit "Gala". "Sie glauben, dass es so etwas wie Kitsch gibt. Ich aber sage: Kitsch gibt es nicht." Vor allem bei Kindern dürfte das gut ankommen. Stefanie Richter

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