Jasmin Gerat: Nur nicht so bescheiden!

Jasmin Gerat hat es geschafft: Sie sicherte sich eine Hauptrolle in der internationalen Krimireihe "The Team". Bei einem exklusiven Setbesuch blickte "Gala" hinter die Kulissen - und in die Seele der Schauspielerin

Die Luft ist kalt und klar, frisch gefallener Schnee glitzert in der Sonne. Hier im Berchtesgadener Land dreht Jasmin Gerat für die achtteilige Krimireihe "The Team", eine internationale Koproduktion des ZDF. Fünf Länder sind an dem Projekt beteiligt: Deutschland, Dänemark, Belgien, Österreich und die Schweiz. Neun Monate lang wird die Serie, in der eine europäische Polizeigruppe gegen das Verbrechen kämpft, an den verschiedensten Orten Europas gedreht - auf Englisch.

Zum ersten Mal steht Jasmin Gerat, 34, für eine internationale Fernsehproduktion vor der Kamera – und sie findet es toll. "Jede Nationalität bringt eine andere Leidenschaft mit in das Projekt ein. Das ist sehr spannend", sagt sie. Sie dreht mit ihrem dänischen Schauspielkollegen Lars Mikkelsen.

Ein großer Karrieresprung für Jasmin Gerat, die 2011 mit Til Schweigers Film "Kokowääh" ihren Durchbruch als Filmschauspielerin feierte. Nun ergatterte sie eine der begehrten Hauptrollen der "Team"-Serie und spielt die Ermittlerin "Jackie Mueller". So richtig Glauben schenken kann Jasmin Gerat ihrem Erfolg noch nicht, wie "Gala" beim Besuch am Set merkt. Wir erleben eine Schauspielerin, der ihre eigene Leistung nie genug ist. Eine Perfektionistin, die stets versucht, das Beste aus sich herauszuholen. Es ist der vierte Drehtag in dem idyllischen Alpendorf Marktschellenberg, 16 Uhr. Einige Hundert Meter hoch in den Bergen, abgeschieden von der Zivilisation, stehen Jasmin Gerat und ihr dänischer Schauspielkollege Lars Mikkelsen in einem alten Bauernhaus. Gedreht wird seit fünf Stunden.

Jasmin Gerat

"Ich bin bei mir angekommen!"

Mit diesem Outfit muss Jasmin Gerat keinen modischen Spagat machen. Seidenbluse und Clutch von Saint Laurent Paris, Plisseerock von Paul Smith, alles über www.mytheresa.com. Plexi-Plateaus von Casadei
Tintenblaues Hemdblusenkleid in Tulpenform und farblich passende Schultertasche, beides von Jil Sander. Plateau-Loafers von Tommy Hilfiger
Bodenlanges Kleid mit großen quadratischen Taschen und passender Stepp-Bag, beides von Louis Vuitton. Peep-Toes mit Keilsohle, von Burberry Prorsum
Lila Langarmkleid mit Volants und tief angesetztem Rock, von Miu Miu. Ringe von Pomellato, Clutch von Diane von Furstenberg, Pumps von Joop

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Jasmin Gerat drehte bereits mit Stars wie Til Schweiger in "Kokowääh".

Völlig in sich gekehrt übt Jasmin Gerat ihren Text. Ständig wiederholt sie einen bestimmten Satz, intoniert ihn auf die unterschiedlichste Weise. Spricht ihn mal laut, mal leise, lässt Wörter aus, baut andere ein. Dann geht die Kamera an, und es wird still am Set. Zwölf Mal muss diese Szene wiederholt werden, und erst nach dem letzten Take ist auch Jasmin Gerat zufrieden. Was los war? Sie habe gespürt, dass das, was sie gespielt hat, noch nicht authentisch war. Das, was sie sagt, müsse sie eben auch meinen. Es fällt ihr nicht leicht, sich selbst zu loben: "Ich bin sehr selbstkritisch und hinterfrage mich. Manchmal muss ich es üben, mir auch mal auf die Schulter zu klopfen."

Immer wieder plagen Jasmin Gerat Ängste und Zweifel - trotz ihrer jahrelangen Kameraerfahrung als MTV-Moderatorin. Auch gute Kritiken und Komplimente von Kollegen scheinen nicht gegen die Selbstzweifel zu helfen. Die Souveränität, die andere in ihr sehen, sieht sie selbst scheinbar nicht.

Mit der dänischen Regisseurin Kathrine Windfeld versteht sie sich prächtig.

Während des Gesprächs mit "Gala" wirkt Jasmin Gerat sehr authentisch. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie tatsächlich einfach viel zu bescheiden ist - oder bewusst tiefstapelt. Der Erfolg der Schauspielerin spricht immerhin für sich. Auch die Kollegen am Set schwärmen von dem Talent der Deutschen. "Jasmin ist großartig, und die Kamera liebt sie", sagt Kathrine Windfeld, die dänische Regisseurin der Serie "The Team". Wenn sie dreht, muss Jasmin Gerat ihre sechsjährige, schulpflichtige Tochter Sunny Deva manchmal längere Zeit zu Hause lassen. Sie hat dann große Sehnsucht nach ihrem Kind - und doch genießt sie die Zeit fernab ihrer Heimat Berlin. Denn sie ist überzeugt von dem, was sie tut. "Ich bin dankbar, auch mal länger nicht zu Hause zu sein. Dadurch kann ich immer wieder meinen Blickwinkel verändern." Jasmin Gerat braucht die Abwechslung vom Alltag: "Ich wäre prädestiniert dafür, eine frustrierte Hausfrau zu werden, wenn ich beruflich nicht immer wieder diese Herausforderungen bekommen würde."

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