Jared Leto: "Ratsch - und weg!"

Hollywood-Star, Rocker, Grenzgänger: Jared Leto liebt Herausforderungen. Nur beim Waxing bekam er Angst ...

Himmel, ist der dünn! Jared Leto wird fast verschluckt von dem Ledersessel, in dem er für das "Gala"-Interview im Berliner "Soho House" Platz genommen hat. Der Grund, warum er aussieht wie ein männliches Size-Zero-Model, ist sein jüngstes Filmprojekt "The Dallas Buyers Club". Für das Aids-Drama, das bereits jetzt als Oscar-Anwärter gilt, hungerten sich Leto und Co-Star Matthew McConaughey vergangenes Jahr jeweils rund 20 Kilo runter. Probleme? "Alles bestens", winkt Leto ab und erzählt von seiner Jogging-Tour durch Berlin. Nun tun ihm seine Beine weh. Stufen steigen? Schwierig. Aber egal ...

Ja, das ist immer Leto! Seinen Durchbruch hatte er mit "Fight Club" (1999). Als John-Lennon-Mörder nahm er 2007 für "Chapter 27" rund 30 Kilo zu, für "The Dallas Buyers Club" hungerte er sich Ende 2012 auf 52 Kilo herunter.

Der Veganer und Dauer-Single ist ein Allround-Star. Einer, der die Herausforderungen sucht. Er ist Mode-Testimonial, Internet-Unternehmer, bringt mit seiner Rockband "30 Seconds To Mars" gerade das neue Album "Love Lust Faith + Dreams" heraus und nimmt am liebsten Filmparts an, die ihm alles abverlangen.

Matthew McConaughey hat erzählt, dass er beim Dreh von dicken Cheeseburgern geträumt hat. Sie auch?

(nimmt einen Schluck Tee) Nein, so etwas habe ich nicht geträumt. Aber mir erschien jede Art von Essen unglaublich lecker. Brokkoli verursachte in meinem Mund eine Geschmacksexplosion wie ein Stück Zucker. Der Dreh war extrem, obwohl ich so etwas ja schon mal gemacht habe. Meine Organe sind geschrumpft, ich war völlig kraftlos. So schwach, dass selbst das Atmen eine riesige Anstrengung war.

Frauenschwarm: Mit Cameron Diaz war Jared Leto von 1999 bis 2003 zusammen. Seitdem gilt er als notorischer Single.

Sogar die Augenbrauen haben Sie sich wegwaxen lassen. Hatten Sie keine Angst, dass die nicht nachwachsen?

Doch, nach dem zweiten oder dritten Mal schon. (lacht) Aber Sie sehen ja: Da sind sie. Das Waxen tat so verdammt weh. Wir haben immer die ganze Braue in einem Rutsch gemacht. Ratsch - und weg! Es war die Hölle. Aber der Film war die Mühe wert.

Warum ziehen Sie immer wieder so heftige Projekte durch? Wollen Sie sich damit etwas beweisen?

Diese extremen Herausforderungen ziehen mich magisch an. Ich bin so einer, der alles ausprobieren will, überall Tausende von Möglichkeiten sieht. Leider bin ich trotzdem oft noch sehr unzufrieden mit mir. Ich muss aufpassen, dass ich den Bogen nicht überspanne. Ich sage mir dann immer: Halt! Die Reise ist das Ziel!

Waren Sie schon immer so? Auf Ihrer neuen Platte singen Sie: "Ich bin 17, auf der Suche nach einem Kampf".

Ja, ich war schon immer ruhelos. Und ich wollte schon früh etwas mit Kunst machen. Meine Mutter hat meinen Bruder und mich phasenweise allein großgezogen. Sie war ein ziemlicher Hippie. Um uns herum war meistens eine Truppe von Malern, Töpfern, Musikern. Was aber vorbei ist, ist meine Troublemaker-Zeit. Am liebsten bin ich früher in fremde Häuser oder unsere Schule eingestiegen.

Space-Rocker: Das neue Album von Jareds Band "30 Seconds To Mars" heißt "Love Lust Faith + Dreams" - ein lässiger Mix aus Space-Rock und Elektro.

In einem Interview haben Sie mal von Waffen und Kokain gesprochen.

Auch das gab es, ja. Wenn es irgendeinen Blödsinn durchzuziehen galt, war ich dabei. Wenn du jünger bist, willst du gegen alle antreten, gegen alle kämpfen. Aber ich wollte nie jemanden verletzen, sondern nur den Thrill erleben. Ich bin froh, dass ich hier gesund sitze.

Ist Ihre Mutter heute stolz auf Sie?

Ja, auf mich und meinen Bruder, der ja in unserer Band trommelt. Wir hatten nie viel Geld, es war nicht leicht für sie. (Leto schaut sich um.) Raucht hier jemand? (Der Duft, der ihn irritiert, kommt von den gerösteten Kaffeebohnen der Espressomaschine.) Nicht dass Sie denken, ich sei ein Raucher-Hasser. Ich habe früher selbst pausenlos geraucht. Meine Nase schwillt davon nur extrem schnell zu.

Kürzlich sind Sie 41 geworden. Keine Lust auf Kinder und Familie?

Ach, das wäre sicher wundervoll, aber das kann ich mir für mich erst mal nicht vorstellen. Ich bin Single und gern unterwegs. Für unser aktuelles Album bin ich nach Indien gereist, um auf Ideen zu kommen.

Auf Ihrer Instagram-Seite posten Sie regelmäßig Fotos. Auch Schnappschüsse mit Prominenten sind dabei. David Beckham. Oder Philipp Rösler ...

Äh, ja ... (guckt fragend, scheint sich nicht zu erinnern)

Das ist der deutsche Wirtschaftsminister. Gibt es eine Persönlichkeit, die Sie mit ihrem Charisma umgehauen hat?

Oft kann es enttäuschend sein, wenn man Leute trifft, die man bewundert - und die sind dann ganz anders. Aber Barack Obama war zum Beispiel der Hammer. Ich habe ihn bei seinem jüngsten Wahlkampf unterstützt und getroffen. Man spürt, dass er ein guter Mensch ist. Unvergesslich.

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