Jamie Lawson im GALA-Interview: "Ed Sheeran hat mein Leben verändert"

Als Ed Sheeran Jamie Lawson 2015 unter Vertrag nahm, hätte dieser wohl nicht mit dem Erfolg gerechnet, der sich dann einstellte: Aus dem Newcomer ist ein erfolgreicher Musiker geworden

Jamie Lawson

Es war ein Kennenlernen, das alles verändert hat: Als der Sänger Jamie Lawson 2012 zum ersten Mal ein Konzert für Ed Sheeran in Irland eröffnen durfte, ahnte er noch nicht, dass die Zusammenarbeit mit dem "Shape of You"-Musiker sein Durchbruch bedeuten würde.

2015 nahm der Grammy-Gewinner den damals 39-Jährigen unter Vertrag - als aller erster Künstler seines Labels "Ginger Breadman Records". Spät, aber umso größer war der Erfolg, der auf seine Hit-Single "Wasn't Expecting That" folgte. Sein Album "Jamie Lawson" schoss auf Platz 1 der Charts. Jetzt geht er mit Weltstar James Blunt auf Tour und präsentiert seine neue Platte "Happy Accidents", die am 29. September erscheinen wird. Im Interview mit GALA spricht Jamie Lawson über die enge Zusammenarbeit mit Ed Sheeran und welcher Moment seine Karriere als Musiker eingeleitet hat. 

GALA: Wie unterscheidet sich die Entstehung Ihres neuen Albums von Ihren bisherigen?
Jamie Lawson: Ich denke, die größten Unterschiede liegen in der Zeit und an dem Ort, an dem ich das Album aufgenommen habe. Ich hatte mehr Zeit um die Platte zu machen als vorher. Und ich habe die Songs in Los Angeles eingespielt mit dem Produzenten Joe Chiccarelli, der wirklich sehr bekannt ist. Ich hatte die Möglichkeit mit einem Produzenten zusammenzuarbeiten, der seit mehr als 40 Jahren im Musikbusiness ist und das in einem legendären Studio, in dem schon Künstler wie Prince ihre Musik aufgenommen haben.

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GALA: Was hat Sie beim Entstehungsprozess Ihrer neuen Songs inspiriert?
Jamie Lawson: Die größte Inspiration, sich dranzusetzen und neue Songs zu schreiben, ist eigentlich ein neues Album aufnehmen zu wollen und dies dann auch relativ schnell zu tun. Ich hatte das Gefühl, dass wir zwar ein gewisses Level an Erfolg erreicht haben, das aber nicht groß genug war, als dass es einfach so für zwei, drei Jahre anhalten könnte. Ich dachte, ich würde in Vergessenheit geraten, wenn ich das neue Album nicht relativ schnell herausbringe. Ich hatte diesen großen Erfolg mit “Wasn’t Expecting That” und deshalb ging es für mich darum, diese Dynamik weiter aufrechtzuerhalten. Und deshalb habe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit geschrieben. Ich erinnere mich daran, dass ich einen Song am Set des Musikvideos zu "Dont Let Me Let You Go" verfasst habe. Also es war wirklich so, dass immer wenn ich gerade zehn Minuten und meine Gitarre zur Hand hatte, ich auf der Suche nach Inspirationen für neue Songs war.

GALA: Ihr neues Album heißt “Happy Accidents”. Gibt es eine Geschichte hinter dem Titel?
Jamie Lawson: Die gibt es. Der Titel kommt von einer Nachricht, die meine Frau mir geschickt hat, nachdem wir uns das erste Mal gesehen haben. Sie wollte zu einer Comedy-Veranstaltung und hatte sich im Raum geirrt und hat mich dann spielen sehen. Sie meinte damals, ich sei nicht sehr witzig, aber gut. Und sie sagte, es wäre ein glücklicher Unfall gewesen. Und das fand ich wirklich cool und dachte, das wäre ein guter Titel für mein Album. Ich mag es, wenn etwas schief geht und dann doch etwas Gutes dabei rauskommt.

GALA: Sie werden im Oktober mit James Blunt auf Europatour gehen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Jamie Lawson: Ich glaube, Ed Sheeran hat ihn erpresst! James Blunt war gerade erst in den USA mit Ed Sheeran auf Tournee und ich denke, Ed hat gesagt: "Du kannst mit mir auf Tour gehen, wenn du Jamie mit auf Tour nimmst". Und da hat er natürlich ja gesagt.

GALA: Sie werden während der Tour auch nach Deutschland kommen. Sie selbst haben als Künstler bereits Konzerte in Deutschland gespielt. Wie ist Ihr Eindruck von den deutschen Fans?
Jamie Lawson: Es hängt davon ab, welche Art von Künstler du bist. Ich nehme mein Publikum immer als hinhörende Masse wahr. Und deshalb mag ich es in Deutschland zu spielen, weil ich immer den Eindruck hatte, dass das Publikum daran interessiert ist, was und wie ich gesungen habe. Und das mag ich sehr, deshalb bin ich immer glücklich, wenn ich hier in Deutschland auftreten darf.

GALA: Gibt es einen Song auf Ihrem neuen Album, auf den Sie ganz besonders stolz sind?
Jamie Lawson: Ich mag den Song "The Last Spark" sehr gerne. Es ist ein ziemlich trauriges Lied, aber ich mag die Akkorde, weil sie für die Musik heutzutage sehr ungewöhnlich sind. Er ist wunderschön und sehr zart und das finde ich toll. 

GALA: Ihre erste Single vom neuen Album, "Can’t See Straight", haben Sie neben Johnny McDaid auch in Zusammenarbeit mit Ed Sheeran geschrieben. Wie war es für Sie, das erste Mal einen Song mit ihm zu schreiben?
Jamie Lawson: Ed ist sehr schnell und es ist echt schwer, mit ihm mitzuhalten. Er arbeitet sehr instinktiv und es war wirklich etwas Besonderes, ihm dabei zuzusehen und ihn auch herauszufordern. Es war ein bisschen wie ein Tennisspiel in dem Sinne, dass er etwas geschrieben hat und ich dann ein bisschen was geändert habe und er sich dann wieder drangesetzt hat. Und Johnny war in der Mitte und hat gesagt, welche Teile des Songs wir verwenden sollen. Es war eine gute Zusammenarbeit und sehr schnell. Ich glaube, wir hatten den Song innerhalb von einer Stunde fertig.

Jamie Lawson: "Ich hatte keinen Plan B"


GALA: Gibt es noch andere Künstler, mit denen Sie gerne einmal zusammenarbeiten würden?
Jamie Lawson: Es gibt einige Leute, mit denen ich gerne mal Musik machen würde. Ich mag die Band "Elbow" aus Großbritannien sehr gerne. "Sia" finde ich richtig cool und ich mag ihre Stimme. Es gibt eine Menge Leute, die ich bewundere und mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde, aber ich weiß nicht, ob das jemals passieren wird.

GALA: Sie arbeiten sehr eng mit Ed Sheeran zusammen. Wie wichtig ist seine Unterstützung für Sie?
Jamie Lawson: Ohne ihn wäre ich nicht hier, also ist seine Unterstützung natürlich sehr wichtig für mich. Er hat mein Leben verändert, indem er mit seinem Label mein Album herausgegeben hat. Dank ihm konnte ich vor vielen Menschen meine Musik spielen. Er unterstützt mich sehr und er mag meine neue Platte. Er sagt, er hört sie die ganze Zeit und ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

GALA: Sie waren auch der erste Künstler, der bei seinem Label „Ginger Breadman Records“ unterschrieben hat. Können Sie sich noch daran erinnern, wie es dazu gekommen ist?
Jamie Lawson: Ich habe ein Konzert in Irland für ihn eröffnet und wir haben über meinen Song, "Wasn’t Expecting That", gesprochen. Und danach habe ich noch weitere Konzerte mit ihm in Europa gespielt. Während dieser Tour hat er mir von den Plänen für sein Label erzählt und dass er darüber nachdenkt, mich unter Vertrag zu nehmen. Damals dachte ich noch, er macht Scherze, weil er einfach zu beschäftigt ist, aber es hat sich herausgestellt, dass er es ernst meinte. Und jetzt sind wir hier.

GALA: Können Sie sich an den Moment erinnern, als Sie wussten, dass Sie Musiker werden möchten?
Jamie Lawson: Ich denke, der entscheidende Moment war, als ich mich tatsächlich dazu entschieden habe, es zu tun. Aber schon als Kind wusste ich, dass ich singen möchte. Ich war an der Hochschule in einem Fotografie-Kurs und ich war ziemlich unglücklich darüber, obwohl ich heute gerne Fotos mache. Und in dem Kurs wurde ich ganz direkt gefragt, was ich denn machen möchte und ich sagte: "Ich möchte singen". Es war damals eine sehr instinktive Antwort und sie sagten zu mir: ‚Na, dann tue das doch‘, und das habe ich dann auch getan. Ich habe die Kunsthochschule verlassen, bin nach London gezogen und Sänger geworden.

GALA: Hatten Sie nicht die Befürchtung, dass Ihr Plan, Sänger zu werden, nicht aufgehen könnte?
Jamie Lawson: Klar hatte ich Angst, aber keinen Plan B! Es gab für mich einfach keine Option, etwas anderes zu tun. Ich weiß nicht, ob das ziemlich dumm oder mutig von mir war.

GALA: Was möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen?
Jamie Lawson: Ich denke, mehr als alles andere möchte ich eine erfolgreiche Karriere als Musiker haben. Ich möchte weiterhin Alben machen und ich hoffe, es gibt weiterhin ein Publikum, das meine Sachen hören möchte. Ich träume nicht davon, zehn Millionen Alben zu verkaufen, das war nie meine Strategie. Und ich denke, das ist auch gut so, weil ich glaube, dass diese Zeiten vorbei sind. Durch Streaming ist es mittlerweile sehr unüblich, so viele Alben zu verkaufen. Für mich ist es einfach toll, zu performen und als Musiker zu wachsen und ich hoffe, ich kann damit auch in Zukunft weitermachen.

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GALA: Bevor Ihr Song "Wasn’t Expecting That" die Charts gestürmt hat, waren Sie bereits längere Zeit als Musiker tätig gewesen. Waren Sie überrascht von Ihrem Durchbruch?
Jamie Lawson: Ja, ich denke schon. Mir wurde vorher ja nicht gesagt, dass ich meinen Durchbruch habe würde, indem einer der größten Sänger dieses Planeten mich unter Vertrag nimmt. Ich habe es also gar nicht kommen sehen, aber ich habe daran geglaubt, dass es klappt und weitergemacht. Ich habe immer weiter geschrieben und an meine Songs geglaubt.

GALA: Was wäre ein musikalischer Traum, den Sie sich unbedingt noch gerne erfüllen möchten? 
Jamie Lawson: Einige Träume konnte ich mir ja bereits erfüllen, was wirklich toll ist. Ich wollte immer ein Nummer-1-Album machen, das habe ich geschafft. Und ich durfte 2015 bei einem Weihnachts-Special von "Top of the Pops" auftreten, einer Sendung, die während meiner Jugend lief. Viele Träume sind also schon wahr geworden, deswegen muss ich mir neue suchen. Vor kurzem fuhr ich in London an der "Royal Albert Hall" vorbei. Ich habe schon sehr gute Konzerte da gesehen und würde da auch gerne mal spielen. Das ist mein nächster Traum!  

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