Hurts: Verlassenwerden auf Deutsch

Als B-Seite ihrer aktuellen Single "Somebody To Die For" überrascht die britische Band mit einem deutschen Lied. Eigentlich kein Wunder, denn für Theo Hutchcraft und Adam Anderson ist Deutschland wie ein zweites Zuhause

Ein geschmeicheltes Lächeln huscht über das Gesicht von Theo Hutchcraft, wenn er auf seine gute Deutschaussprache angesprochen wird. Die Sprachkenntnisse gehen bei dem Sänger des britischen Duos "Hurts" zwar angeblich über "ein bisschen" nicht hinaus, dennoch singt er auf der aktuellen Single Deutsch. Als B-Seite von "Somebody To Die For" hat die Band "Ohne dich" von "Selig" gecovert . Was zunächst ungewöhnlich erscheint, hat sich bei Hutchcraft und seinem Kollegen Adam Anderson lange angebahnt.

"Wir beide lieben den Song schon ewig", erzählt der "Hurts"-Frontmann im Gespräch mit Gala.de. "Ich kenne ihn, seitdem ich Teenager war. Und ich habe immer mitgesungen, wenn ich in Deutschland war und betrunken." Eine deutsche Austauschschülerin habe ihm das Lied übers Verlassenwerden, das Jan Plewka schon 1994 herzzerreißend sang, damals vorgespielt. Seitdem hat ihn "Ohne dich" nicht mehr losgelassen. Doch seine betrunken gegrölte Variante reichte dem 27-Jährigen nicht mehr aus. "Deshalb dachte ich, es ist eine gute Idee, das Lied mal in einer ordentlichen Version aufzunehmen."

Theo Hutchcraft und Adam Anderson finden es jedes Mal "magisch", wenn sie einen ihrer Songs im Radio hören. Das erzählten sie Gala.de-Redakteurin Ines Weißbach.

Das hat so ordentlich geklappt, dass die Interpreten des Originals schnell darauf aufmerksam geworden sind. Auf ihrer Facebookseite teilten "Selig" das Video und schrieben begeistert dazu: "Eine schöne Überraschung ist das. Die Hurts covern unseren Song 'Ohne dich'. Das finden wir natürlich gut."

Getroffen haben sich die beiden Bands bisher allerdings noch nicht, bestätigt Theo Hutchcraft. Das könnte jedoch bald passieren, so oft wie er und Anderson in Deutschland sind. Erst am vergangenen Donnerstag (5. September) traten die beiden bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises in Hamburg auf, der Heimatstadt von "Selig".

Deutscher Radiopreis

Party mit Hafenkulisse

Barbara Schöneberger moderiert die Gala zum dritten Mal. Sie liebt Radio und freut sich immer besonders, wenn "Angels" von Robbie Williams oder "We Are The People" von "Empire Of The Sun" läuft, wie sie Gala.de verrät.
Sänger Campino von den Toten Hosen kam über seinen großen Bruder zur Musik. Für ihn hat er früher sogar im Radio angerufen und sich Punkrocksongs gewünscht, erzählt er Gala.de.
Das Gefühl, das sie hatten als Theo und Adam von "Hurts" zum ersten Mal einen eigenen Song im Radio gehört haben? "Magisch", sagen beide im Gespräch mit Gala.de. Aber das sei bis heute bei jedem ihrer Lieder so. Die Gäste der Radiopreisverleihung unterhalten sie mit ihrer aktuellen Single "Somebody To Die For".
Bettina Zimmermann verrät ihre musikalischen Vorlieben: "Ich wurde eben gefragt, welches Lied ich mir im Radio wünschen würde. Eigentlich sind es drei. 'Hier kommt Alex' von den 'Toten Hosen'. Da kommen alte Erinnerungen auf, ich war 15 und habe dazu viel getanzt. 'Sonne' von Rammstein, die mag ich auch sehr gerne. Und dann bin ich ganz großer 'U2'-Fan, da wäre mir sogar egal, welches Lied gespielt wird." Sie kommt mit Anna Maria Mühe zur Gala.

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"Wir lieben es immer wieder nach Deutschland zu kommen, weil wir schon hunderte Male da waren", sagt Adam Anderson. Hier findet die Band durchaus dankbare Zuhörer für ihre Musik. Das Debütalbum "Happiness" kletterte 2010 bis auf Platz zwei der Charts und die aktuelle Platte "Exile", die im März erschien, schaffte immerhin Platz drei. Theo Hutchcraft geht sogar soweit zu sagen, dass Deutschland für ihn "wie nach Hause kommen" sei.

Obwohl die beiden nun schon seit einigen Jahren erfolgreich Musik machen, haben sie sich übrigens noch nicht an den Klang ihrer Werke im Radio gewöhnt. "Wenn wir einen unserer Songs hören, ist es ein magisches Gefühl. Irgendwie surreal", erzählt der Sänger. "Wenn dein eigenes Lied im Radio gespielt wird, klingt es immer wie das erste Mal."

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