Heino: "Ich bin nicht rachsüchtig"

Aus dem belächelten Volksmusiker Heino wurde binnen weniger Tage ein cooler Rocker. "Gala" sprach mit ihm über Kritiker, Fans und seine Zukunft

Seine Frau Hannelore hatte am Anfang Bauchschmerzen. Ein Cover-Album mit Rocksongs? Ausgerechnet von Deutschlands Volksmusik-Ikone? Ihre Befürchtung: Das kauft doch keiner! Doch Heino, 74, war von der Idee, die er seit drei Jahren mit sich herumtrug, überzeugt. Von seinem Potenzial als Sänger sowieso, er hat schließlich eine klassische Gesangsausbildung. Anfang Februar veröffentlicht er die CD "Mit freundlichen Grüßen": 100 000 verkaufte Alben allein in der ersten Woche, Rekordmeldungen von den Download-Charts! Plötzlich ist Heino Kult. Und zwar nicht bei schunkelnden Senioren, sondern bei Teenagern.

Wie fühlt es sich an, nach Jahrzehnten im Volksmusikgeschäft so einen ungewöhnlichen Knaller hinzulegen?

"Frech und respektlos"

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Verdammt gut! Ich bin überwältigt und unendlich stolz. Und das Tollste ist: Es kommen jetzt sogar Fans von Rammstein oder den Ärzten auf mich zu und sagen: "Das hast du geil gemacht, Heino! Das ist besser als das Original." Mehr geht wirklich nicht.

Sehen Sie den aktuellen Erfolg - vor allem bei jungen Leuten - als Sieg über Ihre Kritiker aus dem Feuilleton?

Ich bin kein rachsüchtiger Mensch. Allerdings habe ich eines immer wieder gesagt: "Kinders, ich werde noch singen, wenn Trends wie Rock, Pop oder Hip-Hop gar nicht mehr so angesagt sind!" Und wie Sie sehen: Ich habe recht gehabt. Ein Heino überdauert alle Trends. (lacht)

Gehören nun kreischende Teenies zu Ihrem Leben?

Heute finden mich auch Mädels toll, die meine Enkelinnen sein könnten. Und das ist ein super Gefühl. Aber Kreischen? Nein, es ist eher respektvolle, fast ein wenig ehrfurchtsvolle Begeisterung.

Bei der CD-Präsentation in Hamburg wurde schnell klar: Heinos neues Album hat Hit-Potenzial. Zu hören sind darauf seine Versionen von Rocksongs wie Rammsteins "Sonne", "Junge" von den Ärzten und Peter Fox’ "Haus am See".

Groupies muss Ihre Frau Hannelore also nicht fürchten?

(lacht) Quatsch. Ich war immer schon ein ganz Braver. Auch das Zertrümmern von Hotelzimmern hat mich nie gereizt.

Andere Männer in Ihrem Alter lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen und spielen Golf ...

Das wäre so gar nicht mein Ding. In Kitzbühel haben wir zwar eine Wohnung direkt neben einem Golfplatz, aber Hannelore ist wegen ihrer neuen Knie derzeit nicht so fit. Und ich mag es sowieso viel lieber volkstümlich. Ich gehe zu Hause in Bad Münstereifel in eine Kneipe, um dort Skat oder Schach zu spielen. Das ist meine Welt.

Heino

Kein Rockerkrieg

Heino

Macht Ihnen das Älterwerden Angst?

Natürlich wird mir die eigene Endlichkeit mit den Jahren bewusster. Aber noch bin ich dank meines Ju-Jutsu-Kampfkunsttrainings topfit. Und solange es meinem nur halb so alten Manager schwerfällt, mit mir Schritt zu halten, wenn wir von Termin zu Termin hetzen, muss ich mir keine Sorgen machen.

Sie wirken sehr gelassen. Können Sie auch mal stink-sauer werden?

Nie! Das liegt einfach nicht in meiner Natur. Außerdem: Mein Leben ist doch perfekt. Warum und worüber soll ich mich ärgern?

Es reicht doch, wenn man die TV-Nachrichten sieht.

Ich will das Drama der Welt nicht mehr an mich heranlassen. Ich habe das Kriegsende mitgemacht und bin im Elend aufgewachsen. Ich will abends mit Hannelore auf der Couch sitzen, ein Gläschen Roséwein genießen und einen schönen Rosamunde-Pilcher-Film sehen.

Haben Sie noch einen großen Lebenstraum?

Es reicht mir, wenn Hannelore und ich noch viele schöne Jahre vor uns haben.

Und in dieser Zeit gibt’s von Heino viel neue Musik?

Ich werde singen, bis nichts mehr geht. Darauf können Sie wetten.

Heino

Mosh it, Heino!

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