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GZSZ-Star Gisa Zach "Die Welt soll kein falsches Bild von Menschen mit Sehbehinderung bekommen"

GZSZ-Star Gisa Zach
GZSZ-Star Gisa Zach
© RTL / Rolf Baumgartner
Seit 2019 ist Gisa Zach bei GZSZ in ihrer Rolle der Physiotherapeutin Yvonne Bode zu sehen. Derzeit steht Zach vor einer großen schauspielerischen Herausforderung: Ihre Figur Yvonne erblindet. Ein Handlungsstrang, gegen den sich die Darstellerin zunächst wehrte.

GZSZ-Star Gisa Zach, 47, hat sich mit Herz und Seele auf ihre Verkörperung der erblindenden "Yvonne Bode" vorbereitet. Nicht nur fachlich hat die tragische Geschichte ihrer Rolle sie geprägt, auch persönlich nimmt Zach viel aus der momentanen Situation mit.

Im Interview mit GALA erklärt die sympathische Darstellerin, weshalb sie die Geschichte zunächst ablehnte und warum sie letztendlich doch dankbar für die Herausforderung ist.  

GZSZ-Star Gisa Zach: "Mein größtes Anliegen war es, es so authentisch wie möglich rüberzubringen"

Gala: Ihre Rolle hat momentan eine der spannendsten, aber vor allem der emotionalsten Geschichten. Wie haben Sie reagiert, als Sie zum ersten Mal davon gelesen haben?

Gisa Zach: Tatsächlich war es ein persönliches Gespräch mit den Producerinnen, als ich davon erfuhr, dass Yvonne erblinden wird. Ich war ziemlich geschockt und fand es überhaupt nicht gut. Ich habe mich zunächst auch gegen die Idee gewehrt, einfach aus dem Grund, dass ich so großen Respekt vor der Darstellung einer erblindenden und letztendlich auch blinden Frau habe. Ich habe das Ganze sehr kritisch gesehen und gedacht, ich kann das nicht. 

Vor welche schauspielerischen Herausforderungen stellt Sie das?

Ich glaube, man braucht kein Schauspieler oder keine Schauspielerin zu sein, um sich vorstellen zu können, dass die Nachahmung eines blinden Menschen wahnsinnig schwierig ist. Mein größtes Anliegen war es, es so authentisch wie möglich rüberzubringen – gleichzeitig war meine größte Angst, das nicht zu schaffen. Ich möchte die Rolle glaubhaft darstellen und keine falschen Dinge erzählen. Die Welt soll kein falsches Bild von Menschen mit Sehbehinderung bekommen.

Sie haben sich extrem gut vorbereitet und Menschen mit Sehbehinderung getroffen. Was konnten Sie von ihnen lernen?

Ich habe wirklich alles in meiner Machtstehende getan und mich sehr viel damit auseinandergesetzt. Und im Nachhinein – trotz all meiner vorherigen Zweifel – bin ich so unfassbar dankbar, diese Geschichte spielen zu dürfen. Ich habe nicht nur fachlich so viel dazugelernt, sondern es war für mich wirklich bewusstseinserweiternd. Das Treffen mit den Menschen und auch meine Recherchen; das alles hat viel Demut in mir ausgelöst, die ich daraus mitnehme.  

Ein großes Problem, auf das Sie auf Social Media auch aufmerksam gemacht haben, ist der Mangel von Mobilitätstrainer:innen, die Menschen mit einer Sehbehinderung helfen.

Ja und ich habe auch selbst kurz gezuckt. Wenn ich keinen Job hätte, der mich so viel Zeit kosten würde und mir so viel Spaß bringt, dann wäre das sicher eine Alternative, die mich beeindruckt. Da ist selbstverständlich nicht jeder für gemacht. Es braucht sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Ich musste erschreckenderweise die Erfahrung machen, dass die meisten Betroffenen monatelang auf einen Termin mit einem Mobilitätstrainer warten müssen, weil es einfach nicht genügend gibt.

Sie haben bereits die Demut angesprochen: Schaut man sich Ihren Instagram-Account an, scheint er das Gefühl von Dankbarkeit, Reflexion und Bodenständigkeit zu vermitteln. Welche Werte sind für Sie besonders wichtig und wofür sind Sie dankbar?

Vielen Dank, im Grunde genommen haben Sie es mit Ihrem Eindruck schon ziemlich gut getroffen. Ich hatte vor drei Jahren ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich persönlich: Ich habe meine beste Freundin durch Krebs verloren.

Ich glaube, dass ich vorher schon sehr nach Dankbarkeit gesucht habe und danach leben wollte, aber dieses Ereignis hat mich noch mal dahin gebracht, Dankbarkeit auch wirklich zu fühlen; das Leben nicht als selbstverständlich anzusehen – und erst recht nicht die Gesundheit.

Dadurch habe ich gelernt, auch die Hürden, die einem das Leben stellt, mit einem positiven Drive anzunehmen. Also ja: Bodenständigkeit und Dankbarkeit trifft es sehr gut.

Ich glaube fest daran, dass auch die schlechten Erfahrungen für etwas gut sind. Es geht trotzdem immer weiter. Das trifft mein Lebensmotto auch sehr gut: nicht stehenzubleiben, und die Lust und Neugier immer besser zu werden – im positiven Sinne. Dabei geht es mir nicht darum, immer höher, schneller und weiter zu kommen. Es geht mir um Beziehungen und wie ich mich gegenüber Menschen verhalte. Das ist für mich ein großer Motor. 

Verwendete Quelle: eigenes Interview

Gala

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