Gunter Sachs: Die andere Seite des Playboys

Unternehmer, Kunstsammler, Frauenliebhaber - Gunter Sachs lebte legendär. Zwei Jahre nach seinem Tod zeigt eine TV-Doku ihn so privat wie nie - mit bislang ungesehenen Fotos

Mal Hand aufs Herz, liebe Männer: Wer von Ihnen hat nicht schon mal davon geträumt, ein Leben wie Gunter Sachs zu führen? So attraktiv. Mit unfassbar viel Geld, schnellen Autos, Häusern auf der ganzen Welt. Einfach mal lässig mit einem Helikopter über das Anwesen von Brigitte Bardot zu fliegen und mit tausend Rosen das Herz der damals heißesten Frau der Welt für sich zu gewinnen?

Dieses Image des ewigen Playboys haftete Sachs sein Leben lang an - eine Tatsache, die ihm in den letzten Jahren zunehmend missfiel. Knapp zwei Jahre nach seinem Freitod im Mai 2011 widmet sich nun eine TV-Dokumentation dem Mann hinter dem Klischee. Ehefrau Mirja und die Söhne Rolf, Gunnar und Alexander (Halifax) brachen dafür ihr Schweigen, ließen sich filmen und zeigen den Ehemann und Vater Gunter Sachs, wie sie ihn erlebt haben: als liebenden Patriarchen, der gern seinen Clan um sich scharte, als Mensch, dem Freundschaft über alles ging und dessen Leben von vielen Schicksalsschlägen überschattet wurde. Angefangen mit dem Suizid seines Vater Willy über den tragischen Tod seiner ersten Frau Anne-Marie Faure, die drei Jahre nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Rolf an den Folgen eines Narkosefehlers starb, bis hin zum Lawinenunglück, bei dem Gunters Bruder Ernst Wilhelm ums Leben kam.

Diese Schicksalsschläge veränderten Gunter Sachs' Leben nachhaltig. Auch seine Ex-Freundin Brigitte Laaff kommt zu Wort. Weil sie an Krebs erkrankte, jettete Sachs ein Jahr lang mit ihr um die Welt, um einen Arzt zu finden, der ihr Krebsleiden heilen konnte - mit Erfolg.


Bislang unveröffentlichte Fotos und Videos aus dem Privatarchiv der Familie lassen zwar das Jetset-Leben des Womanizers nicht außen vor, doch es sind vor allem die liebevollen Worte der Familie, die in Erinnerung bleiben. Wie sein Enkel Philipp ihn als "Frauen-Whisperer" schildert. Wie Sohn Gunnar berichtet: "Er sagte immer, sieh zu, dass du lebst. Mach etwas. Warte nicht, dass etwas passiert. Du bereust nie, was du tust. Du bereust, was du nicht getan hast." Wie Schwiegertochter Maryam über sein Leben sagt: "Ich glaube, es ist das Leben von 20 Menschen zusammen."

So erlaubt der Film einen Blick auf den Menschenfänger und den Visionär Gunter Sachs. Den Mann, der in St. Tropez nicht den Jetset, sondern das von Konventionen befreite Leben liebte. Der das Nachtleben in St. Moritz bereicherte. Und der die Insel Sylt quasi im Alleingang zum Society-Treffpunkt machte.

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"Im Lauf der Dreharbeiten haben sich die Familienmitglieder mehr und mehr geöffnet. Am Ende bekamen wir seltene Einblicke in ihr Innenleben", so Spiegel-TV-Regisseur Kay Siering. Und man merkt in jeder Sekunde, welche Lücke der Tod des Familienoberhaupts in ihrem Leben hinterlassen hat. Umso schöner die Szenen von der Gedenkfeier, die die Familie neun Monate nach seinem Tod in St. Moritz organisiert hat: Am Ende wurden Tausende Fackeln auf dem See entzündet. Und nur von oben konnte man erkennen, dass sie zusammen einen Skorpion bildeten - das Sternzeichen des Astrologie-Experten Gunter Sachs.

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