Golden Globes 2011: Ein Golden Globe für Colin Firth

Colin Firths Film "The King's Speech" war mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Nur ein "Golden Globe" blieb übrig: der für Colin Firth. Erfolgreichster Film des Abends war "The Social Network". Die Stars genossen die Feier in Beverly Hills mit Schokolade und Champagner auf den dicht an dicht gestellten Tischen

Der Facebook-Film "The Social Network" ist der erfolgreichste Film der 68. "Golden Globes"-Verleihung. Das Werk von Regisseur David Fincher erhielt vier der begehrten Auszeichnungen der HFPA, der Auslandspresse in Hollywood. Darunter die in den Topkategorien "Bester Film in der Sparte Drama" und "Beste Regie". Den Preis für die beste Komödie erhielt der charmante Familienfilm "The Kids Are All Right", eine weitere Auszeichnung ging an dessen Hauptdarstellerin Annette Bening.

Der Film, der mit den meisten Nominierungen in den Abend gegangen war - "The King's Speech", ein Historienfilm über den stotternden englischen König George VI. -, fand bei der Preisvergabe weniger Anklang. Nur der Preis den "Besten Hauptdarsteller in der Kategorie Drama" war dem Briten Colin Firth nicht zu nehmen.

Zwei Nebendarsteller-Preise gingen an das Boxerdrama "The Fighter" und Christian Bale sowie Melissa Leo. Johnny Depp war zwar gleich doppelt als "Bester Hauptdarsteller in einer Komödie" nominiert, blieb jedoch ohne Preis - ebenso wie seine "The Tourist"-Filmpartnerin Angelina Jolie und der gesamte Film von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck.

Das tat der guten Laune der vielen anwesenden Superstars jedoch keinen Abbruch: Unter den Gästen sah man Angelina Jolie und Brad Pitt, Nicole Kidman mit Ehemann Keith Urban, Hugh Laurie, Scarlett Johansson, Halle Berry, Jake Gyllenhaal, Heidi Klum, Jennifer Lopez, Eva Longoria, Anne Hathaway, Megan Fox. Gesund und strahlend saß auch Michael Douglas mit seiner Frau Catherine Zeta Jones im Publikum.

Robert De Niro nahm dankbar und locker einen Preis für sein Lebenswerk entgegen.

Matt Damon hatte seine Frau Luciana mitgebracht und fieberte seiner Laudatio für Robert De Niro entgegen: Der bekam den "Cecil B. DeMille"-Preis für das Lebenswerk, freute sich über einen Zusammenschnitt seiner bekanntesten Filme und dankte mit einer witzigen Rede ("Ich gucke das an und denke mir: Super, alles Hits. Sie hätten bestimmt gern noch ein paar andere Ausschnitte gesehen."). Er hätte sich allerdings ein paar mehr Kellner gewünscht.

Und es gab glücklicherweise auch Raum für Überraschungen: So gewann den Preis für den Darsteller in einer Comedy-Serie nicht etwa Alec Baldwin ("30 Rock") oder Steve Carrell ("The Office"), sondern Jim Parsons aus der Nerd-Comedy "Big Bang Theory". Seine Serienkollegin Kayley Cuoco, die den Preis ankündigte und den Umschlag öffnete, konnte weder ein Quietschen noch einen kleinen Freudentanz unterdrücken.

Als Moderator war schon zum zweiten mal der britische Komiker Ricky Gervais verpflichtet worden, der seine Arbeit gut machte: Nicht übermäßig oft zu sehen, aber wenn, dann mit bissigen kleinen Bemerkungen.

Bei den Kleidern zeigten die Hollywood-Damen Mut zur Farbe: Neben Schwarz und den unvermeidlichen Beigetönen sah man diesmal auch sattes Grün, viel Rot, strahlendes Pink und diverse Blauschattierungen. Die Männer bewiesen ihre Veränderungswilligkeit eher auf dem Kopf, was sich in etlichen dubiosen Gel-Schöpfen niederschlug (Brad Pitt ist da nur ein Beispiel). Robert Downey Jr. und Matt Damon hatten sich die Haare wachsen lassen und den gleichen Friseur wie Robert De Niro besucht. Vielleicht sollten sie Christian Bale den Weg dahin verraten.

Die Golden Globes gelten als wichtige Oscar-Indikatoren. Die Nominierungen für diesen wichtigsten Preis der Filmbranche werden am 25. Januar bekanntgegeben. Die Oscar-Verleihung selbst findet in diesem Jahr am 27. Februar statt und auf der Gästeliste stehen neben den Moderatoren Anne Hathaway und James Franco bereits Halle Berry, Jeff Bridges, Sandra Bullock, Marisa Tomei and Oprah Winfrey.

Claudia Fudeus

Die wichtigsten Preisträger im Überblick

Beste Schauspielerin - Drama

Halle Berry - "Frankie and Alice"
Nicole Kidman - "Rabbit Hole"
Jennifer Lawrence - "Winter's Bone"
Natalie Portman - "Black Swan"
Michelle Williams - "Blue Valentine"

Bester Schauspieler - Drama

Jesse Eisenberg - "The Social Network"
Colin Firth - "The King's Speech"
James Franco - "127 Hours"
Ryan Gosling - "Blue Valentine"
Mark Wahlberg - "The Fighter"

Bester Film - Komödie/Musical

"Alice In Wonderland"
"Burlesque"
"The Kids Are All Right"
"Red"
"The Tourist"

Beste Schauspielerin - Komödie/Musical

Annette Benning - "The Kids Are All Right"
Anne Hathaway - "Love And Other Drugs"
Angelina Jolie - "The Tourist"
Julianne Moore - "The Kids are Alright"
Emma Stone - "Easy A"

Bester Schauspieler - Komödie/Musical

Johnny Depp - "Alice in Wonderland"
Johnny Depp - "The Tourist"
Paul Giamatti - "Barney's Version"
Jake Gyllenhaal - "Love And Other Drugs"
Kevin Spacey - "Casino Jack"

Beste Regie

Darren Aronofsky - "Black Swan"
David Fincher - "The Social Network"
Tom Hooper - "The King's Speech"
Christopher Nolan - "Inception"
David O. Russell - "The Fighter"

Beste Nebendarstellerin

Amy Adams - "The Fighter"
Helena Bonham Carter - "The King's Speech"
Mila Kunis - "Black Swan"
Melissa Leo - "The Fighter"
Jackie Weaver - "Animal Kingdom"

Bester Nebendarsteller

Christian Bale - "The Fighter"
Michael Douglas - "Wall Street 2: Money Never Sleeps"
Andrew Garfield - "The Social Network"
Jeremy Renner - "The Town"
Geoffrey Rush - "The King’s Speech"

Bester fremdsprachiger Film

"Biutiful"- Mexiko, Spanien
"The Concert" - Frankreich
"The Edge" - Russland
"I Am Love"- Italien
"In A Better World"- Dänemark

Golden Globes 2011

Gebt ihnen die Kugel

Das Glamourpaar des Abends: Brad Pitt ganz lässig mit Sonnenbrille und Angelina Jolie strahlend in einer smaragdfarbenen Glitzer
Natalie Portman zeigt sich blumig und mit wachsendem Babybauch.
"Dr. House"-Star Olivia Wilde begeisterte alle Anwesenden mit einem funkelnden Traum aus dunklem Tüll.
Nach schweren Monaten und besiegtem Krebs zeigt sich Michael Douglas mit Catherine Zeta-Jones in gesunder Verfassung.

66

Bestes Drehbuch

Danny Boyle und Simon Beaufoy - "127 Hours"
Lisa Cholodenko und Stuart Blumberg - "The Kids Are All Right"
Christopher Nolan - "Inception"
David Seidler - "The King's Speech"
Aaron Sorkin - "The Social Network"

Beste Filmmusik

Alexandre Desplat - "The King's Speech"
Danny Elfman - "Alice in Wonderland"
A.R. Rahman - "127 Hours"
Trent Reznor und Atticus Ross - "The Social Network"
Hans Zimmer - "Inception"

Bester Animationsfilm

"Despicable Me"
"How to Train Your Dragon"
"The Illusionist"
"Tangled"
"Toy Story 3"

Bestes Lied

"Bound To You" (Burlesque)
"Coming Home" (Country Strong)
"I See The Light" (Tangled)
"There's a Place For Us" (The Chronicles of Narnia)
"You Haven’t Seen The Last of Me" (Burlesque)

FERNSEHEN

Beste TV-Serie - Drama

"Boardwalk Empire"
"Dexter"
"The Good Wife"
"Mad Men"
"The Walking Dead"

Bester Seriendarsteller - Drama

Steve Buscemi - "Boardwalk Empire"
Bryan Cranston - "Breaking Bad"
Michael C. Hall - "Dexter"
Jon Hamm - "Mad Men"
Hugh Laurie - "House"

Beste Seriendarstellerin - Drama

Julianna Margulies - "The Good Wife"
Elisabeth Moss - "Mad Men"
Piper Perabo - "Covert Affairs"
Katey Sagal - "Sons of Anarchy"
Kyra Sedgwick -"The Closer"

Beste Serie - Komödie

"30 Rock"
"The Big Bang Theory"
"The Big C"
"Glee"
"Modern Family"
"Nurse Jackie"

Beste Seriendarstellerin - Komödie

Toni Collette - "The United States of Tara"
Edie Falco - "Nurse Jackie"
Tina Fey - "30 Rock"
Laura Linney - "The Big C"
Lea Michele - "Glee"

Bester Seriendarsteller - Komödie

Alec Baldwin - "30 Rock"
Steve Carell - "The Office"
Thomas Jane - "Hung"
Matthew Morrison - "Glee"
Jim Parsons - "The Big Bang Theory"

Bester Nebendarsteller in einer Serie, Miniserie oder Fernsehfilm

Scott Caan - "Hawaii Five-0"
Chris Colfer - "Glee"
Chris Noth - "The Good Wife"
Eric Stonestreet - "Modern Family"
David Strathairn - "Temple Grandin"

Beste Nebendarstellerin in einer Serie, Miniserie oder Fernsehfilm

Hope Davis - "The Special Relationship"
Jane Lynch -"Glee"
Kelly MacDonald - "Boardwalk Empire"
Julia Stiles - "Dexter"
Sofia Vergara - "Modern Family"

Beste Miniserie oder Fernsehfilm

"Carlos"
"The Pacific"
"Pillars of the Earth"
"Temple Grandin"
"You Don’t Know Jack"

Beste Darstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm

Hayley Atwell - "Pillars of the Earth"
Claire Danes - "Temple Grandin"
Judi Dench - "Return to Cranford"
Romola Garai - "Emma"
Jennifer Love Hewitt - "The Client List"

Bester Darsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm

Idris Elba - "Luther"
Ian McShane - "Pillars of the Earth"
Al Pacino - "You Don’t Know Jack"
Dennis Quaid - "The Special Relationship"
Edgar Ramirez - "Carlos"

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