GNTM: Psychiater: Die Show treibt Mädchen in die Magersucht

"GNTM" macht krank, ProSieben weist die Kritik zurück. Der Sender habe keine Ahnung von Magersucht, erklärt der Psychiater Dr. Manfred Lütz

Vor kurzem erklärte eine wissenschaftliche Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), dass "Germany's next Topmodel" krankt mache. ProSieben hatte die Kritik an dem TV-Format mit Heidi Klum, 41, abgewiesen. Psychiater und Autor Dr. Manfred Lütz fordert nun, dass aus der Magersucht-Debatte um die TV-Show Konsequenzen gezogen werden. Der bestmögliche Ausgang sei für ihn die sofortige Absetzung des Formats, wie er "Bild" sagte.

Eine Option wäre auch, sich mit Hilfe von Fachleuten zu überlegen, wie der krankmachende Effekt der Show minimiert werden könne. Wenn eine von ihm verantwortete Sendung junge Mädchen in eine tödliche Krankheit wie Magersucht treibe, "könnte ich nicht mehr ruhig schlafen und würde mich intensiv und ernsthaft darum bemühen, etwas zu ändern".

Mädchen würden niedergemacht

Neben dem negativen Einfluss des Formats auf die Krankheit Magersucht kritisiert Dr. Lütz auch, dass "die jungen Mädchen niedergemacht" würden. "Durch die Art der Sendung wird suggeriert, dass sie sich Heidi Klum völlig unterwerfen müssen. Sie müssen ihr "Ich" an der Garderobe abgeben und sich dann von ihr widerstandslos beliebig manipulieren lassen." Bei unsicheren Mädchen in der Pubertät habe dies einen verhängnisvollen Psycho-Effekt. Das könne dazu führen, dass sie hofften, "durch den "perfekten" Körper ihre Unsicherheit zu überwinden."

Kürzlich hatte das IZI eine Studie mit dem Titel "Dafür muss ich nur noch abnehmen" veröffentlicht. 241 sich wegen einer Essstörung in therapeutischer Behandlung befindende Menschen - vorwiegend Mädchen und junge Frauen - wurden dafür gefragt, ob beziehungsweise welche TV-Sendungen ihre Krankheit beeinflussen würden. 70 Menschen gaben an, dass die Model-Sendung "sehr starken Einfluss" auf ihre Krankheit habe.

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