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GNTM Diese Strafe blüht der Bombendroherin


Gefängnis, Geldstrafen, Gerichtskosten: Die anonyme Anruferin, die das GNTM-Finale sabotierte, muss mit krassen Konsequenzen rechten

Es sollte der große Abschluss der zehnten Staffel von "Germany's Next Topmodel" werden. Doch dann kam beim Finale am Donnerstagabend alles anders als geplant, als eine anonyme Anruferin während der Liveshow beim Fernsehsender ProSieben anrief und damit drohte, dass sich eine Bombe in der Veranstaltungshalle befinde. Daraufhin wurde das Event unverzüglich abgebrochen, die SAP-Arena in Mannheim komplett evakuiert.

Kosmische Konsequenzen statt "Cosmo"-Cover

Nun richtet sich alle Aufmerksamkeit nicht etwa - wie eigentlich angedacht - auf die Gewinnerin, sondern auf eine ganz andere Frau. Diese erwartet jedoch kein begehrter Modelvertrag oder ein hübsches "Cosmopolitan"-Cover. Stattdessen blühen ihr strafrechtliche Konsequenzen. Und die haben es in sich:

Dreijährige Freiheitsstrafe

Noch laufen die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. Doch schon jetzt steht fest: Sollte die Täterin gefunden werden, droht ihr eine Strafe wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten". Was das genau heißt? Auf die Täterin kommt so einiges zu. Von einer hohen Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ist dabei alles offen. So deutete Andreas Grossmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bereits den Strafrahmen an.

Geldstrafen im fünfstelligen Bereich

Doch es könnte die Schuldige sogar noch viel schlimmer treffen. "Die zivilrechtlichen Folgen, also die Geldforderungen, sind für die Betroffenen meist schlimmer als die strafrechtlichen Folgen", erklärt der Oberstaatsanwalt weiter. Und in der Tat: Wenn man nur kurz überschlägt, welche Unkosten durch die Bombendrohung entstanden sind, macht man angesichts der Mega-Summe große Augen. Da wären zum einen der Polizeieinsatz sowie jener der Rettungskräfte vor Ort, die es zu zahlen gilt, zum Anderen kann natürlich auch der Veranstalter selbst Schadensersatzforderungen stellen. Außerdem können die Kosten des Gerichtsverfahrens zusätzlich auf die Anruferin zukommen. Eine Summe im fünfstelligen Bereich ist da nicht auszuschließen.

Zum Vergleich:

2003 drohte eine Studentin beim Düsseldorfer Flughafen telefonisch mit einem Amoklauf. Danach stand der Verkehr dort für sechs Stunden still, 15000 Passagiere waren davon betroffen, der Schaden belief sich auf 1,2 Millionen Euro. Die Konsequenz: Die 29-Jährige erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe, sowie einen Gebührenbescheid in fünfstelliger Höhe. So in etwa könnte es nun auch der GNTM-Schuldigen ergehen, da die Androhung eines Amoklaufes mit einer Bombendrohung gleichzusetzen ist.

ter Gala

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