Gesangswettbewerb: Über alle Grenzen

Vor 25 Jahren gründete Liz Mohn den Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" - heute ein Event von internationalem Renommee. Zum Jubiläum verraten drei Gewinner ihr Erfolgsgeheimnis

Liz Mohn, Christiane Karg

Musik verbindet! Liz Mohns

Credo machte den Gesangswettbewerb "Neue Stimmen“ zu einer Erfolgsgeschichte. Alles begann vor einem Vierteljahrhundert mit einer Bemerkung Herbert von Karajans bei einem Essen im Hause Mohn: Es gebe zu wenig Nachwuchssänger, befand der Maestro. Gehört, getan - kurz darauf rief Liz Mohn den Wettstreit ins Leben. Zur Premiere 1987 machten sich 29 Teilnehmer auf den Weg nach Gütersloh. Inzwischen versuchen jeweils bis zu 1400 Sänger und Sängerinnen aus aller Welt, die Jury zu überzeugen.

Seit Christiane Karg beim Gütersloher Wettbewerb gewann, stand sie jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne.

Präsidentin Mohn ist von so viel Talent begeistert: "Ich freue mich über jede neue schöne Stimme und versuche, möglichst viele Talente bis ins Finale zu begleiten." Viele Sieger wurden schon von der Bühne weg engagiert, aber auch den Platzierten ist eine Karriere so gut wie sicher. Auf jeden Fall begleitet das "Neue Stimmen"-Team die Künstler auch auf ihrem weiteren Weg. Liz Mohn: "Wir sollten nicht nachlassen, sie zu fördern."

Christiane Karg


2007 gewann sie bei den "Neuen Stimmen", 2010 erhielt sie einen Echo Klassik – heute tritt sie an allen großen Opernbühnen Europas auf. In ihre Frankfurter Wohnung kommt Christiane Karg fast nur noch, um die Koffer aus- und einzupacken.
Auftritte:
Neben der Oper gilt die Leidenschaft der Sopranistin dem Liedgesang.
Ihr Tipp:
"Die Freude an der Musik und am Arbeiten muss über allem stehen. Wie will man ein voll besetztes Haus überzeugen, wenn man selbst nicht für die Sache brennt?"

Vesselina Kasarova als Dalila in Camille Saint-Saëns' "Samson et Dalila" (2011 an der Deutschen Oper Berlin)

Vesselina Kasarova


Für die Bulgarin war der Sieg bei den "Neuen Stimmen" 1989 der "Anfang meiner Karriere. Ein tolles Erlebnis, das ich nie vergessen werde!
Auftritte:
Nach dem Abschluss ihres Gesangsstudiums ging die Mezzosopranistin ans Opernhaus Zürich. Der große Durchbruch gelang ihr 1992, als sie bei den Salzburger Festspielen in Gioacchino Rossinis "Tancredi" die Titelpartie übernahm.
Ihr Tipp:
"Junge Sänger müssen sich in Geduld üben. Kein Star ist dies über Nacht geworden. Junge Stimmen brauchen Zeit, um 'reifen' zu können."

René Pape verrät auch, wie man die Bodenhaftung bei großen Erfolgen behält: "Nie vergessen, wo man herkommt!"

René Pape


1989, nur wenige Wochen vor der Maueröffnung, fuhr der Dresdner im feuerroten Wartburg gen Gütersloh. Ein lohnenswerter Ausflug: Pape war später unter den Siegern.
Auftritte:
Salzburg, Bayreuth, Scala, Metropolitan Opera, Covent Garden, zwei Grammys, ein Echo Klassik – René Pape gehört heute zur Weltspitze der Bässe.
Sein Tipp:
"Vorsicht vor Selbstüberschätzung. Und vor falscher Beratung. Unerfahrenes Management bei Plattenfirmen und deren Jagd nach dem schnellen Geld lassen junge Talente oft in eine Falle tappen."

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