Germany's Next Topmodel: Tatort Sonntagabend

Dem Halbfinale von "Germany's Next Topmodel" wurde ein Sonntagabend spendiert - das führte trotz Sommerwetter zu ordentlichen Quoten für das ProSieben-Modelcasting. Und das für eine Sendung ohne Überraschungen und Dramatik

Das war's dann also: Finalwoche bei "Germany's Next Topmodel". Eine letzte Bereinigung der Reihen an hoffnungsvollen Nachwuchs-Werbegesichtern durften die Fans anders als gewohnt am Sonntagabend (5. Juni) erleben. Leider ist jeder Tatort spannender als Heidis Modelsuche.

Nachdem alle fünf Halbfinalistinnen - Aleksandra, Amelie, Anna-Lena, Jana und Rebecca - nochmal von Heidi ermahnt worden waren, dass es diese Woche nun wirklich um alles gehe und sie sich anstrengen sollten, gab sich die Jury angesichts der nervösen Mädchen erst einmal nett und unterstützend.

Wollmützen-Thomas ließ die Mädchen trainieren, eine Frage mit vielsagender Mimik oder Gestik zu beantworten. Zur Auflockerung durften die kleinen Biester dann auch noch jeweils eine Konkurrentin nachahmen: Anna-Lena nimmt sich natürlich die dauerstrahlende Rebecca vor, alte Feindbilder olé.

Dann nahm Heidi Klum selbst das große Covershooting für die Zeitschrift "Cosmopolitan" ("Nur eine von euch wird Covermodel der ....") in die Hand. Neben der Chefredakteurin thronte das deutsche Supermodel und half als Stimmunsmacherin aus: Sie sang "Alle meine Entchen", rief nach Musik und "Mach dich locker" und nickte gewichtig, wenn ihre Sitznachbarin am Schluss verkündete: "Da waren ein paar gute Einstellungen dabei". Waren es auch bei allen - nur nicht bei der 16-jährigen Amelie. Ausgerechnet der kleine Wirbelwind hatte einen Heimweh-Tag und vergaß darüber, ihre Schulter locker zu machen und ihre Augen strahlen zu lassen. Ooooch, seufzt da das mitfühlende Publikum und freut sich, dass das Nesthäkchen am Ende des Shootings in einem anderen Kleid noch eine zweite Chance bekommt. Der Fotograf, der die Konkurrentin bereits vor einigen Folgen bei Tanzversuchen abgelichtet hatte, wird spontan vom Anna- zum Rebecca-Fan. Stufe Zwei der durchschaubaren Inszenierung.

Um noch einen Schwung Sendeminuten zu füllen, ohne dass schon wieder die immer gleichen Posen vor Kameras gezeigt werden, ließ die Produktionsfirma dann die Mädels mit Jorge trainieren, schwungvoll durch eine Papierwand zu schreiten. Und versteckte währenddessen in der Modelvilla ein paar Familienangehörige, um der großen Abschiedsparty am Abend eine stimmungsvolle Note zu geben.

Zur Zuschauerbelustigung sprach Amelie dann mit einer Kleiderpuppe, bis Mutter und Schwester aus dem Badezimmer auf sie zustürmen. Aleksandras Freund gab den Rosenkavalier und wollte ihr großes Poster am liebsten gleich fürs eigene Wohnzimmer abbauen. Jana folgte einer Gummientenspur und wurde von ihrer Mama mit O-Saft in der Hand am Pool begrüßt und übersah vor lauter Begeisterung ihren brav seine Bahnen ziehenden Freund. Annas Mama stand plötzlich auf dem Trainingslaufsteg und wurde vom überraschten Töchterchen erst nicht erkannt und dann fast über den Haufen gerannt. Und weil Rebeccas Mama so toll kochen kann, schickte die Jury sie gleich mal in die Küche und bat die Becky dann anschließend zum Dinner.

Quietschheul-"ichkannsgarnichtfassen"-Momente später saßen alle zusammen im Garten und genossen einen letzten freien Abend - zwei Juroren, zwei Lebenspartner, jede Menge Models und Mütter und Schwestern.

Die Familien waren auch am Folgetag dabei, als die Mädels ein letztes Mal vor der Jury über den Laufsteg stolzierten und ihr Halbfinalurteil erwarteten. Geheimfavoritin Jana "mit dem tollen Lächeln" darf natürlich mit ins Finale, Aleksandra hatte die "Nasenspitze nicht weit genug vorn" und ist vielleicht sowieso zu süß für die Laufstege von New York, durfte also wieder nach Hause fliegen. Auch Amelie, die Kleine, der in den letzten Tagen "ein bisschen die Luft ausgegangen" war, soll mit Mama und Schwester heimfliegen - darf aber dann zum Finale wiederkommen. Mützenthomas hält sie für ein Naturtalent und sagt das auch.

Die beiden alten Kontrahentinnen Anna und Rebecca musten schließlich - nein, keine Überraschung - gemeinsam vor die Jury treten. Erklärten vorher noch schnell, warum sie sich jetzt doch umarmen und gemeinsam schluchzen können. Und bekamen dann das gewohnte "rassig, temperamentvoll"-Urteil. Zuviel Selbstbewusstsein bei Rebecca, zu wenig bei Anna. Zu wenig auf sich selbst konzentriert sei die Schulabbrecherin gewesen, wenn sie ihre Zeit verschwendete, um gegen Rebecca Stimmung zu machen. Rebecca hingegen - so positiv, so arbeitswillig. Und weil Heidis Mädchen ja letztlich Rolemodels, Vorbilder sind für eine ganze Generation junger Frauen, musste der Preis der Finalteilnahme natürlich an die eifrige Rebecca und nicht an die fluchende Anna gehen. Wer weder die Füße pflegt noch die Aussprache, der soll nicht an deutschen Kinderzimmerwänden hängen, da sprach die Mutter in Heidi Klum und die beiden Thomasse nickten.

Am Donnerstag (9. Juni) gibt es dann ein hoffentlich spannenderes Finale mit drei starken Finalistinnen. Am Sonntagabend lagen die Models in der Quote noch hinter einer RTL-Wiederholung von "X-Men: Der letzte Widerstand". Hugh Jackmans Schultern und drohende Weltzerstörung gegen dünne Modelkörper und "Ich habe heute leider kein Paar silberne Finalteilnahme-Schuhe für dich". Am Donnerstag könnten dann Heidis Models die Nase vorn haben.

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