Gala.de-Tipp: Kovacs, die mit der Mörderstimme!

Gala.de war auf einem Konzert der Newcomerin mit der dunklen Stimme - demnächst kommt ihr Debüt-Album

Kovacs

Ein schwarzes, kurzes Paillettenkleid flattert an ihrem zarten Leib. Die Füße stecken in derben, Nieten besetzten Lederboots. Und auf dem kahl rasierten Kopf sitzt eine riesige Fellmütze, die ihr Erscheinungsbild stark dominiert. Dennoch stechen die bluroten Lippen hervor. Als die Holländerin Kovacs in der Hamburger Prinzenbar auftritt, sind wir fasziniert. Nicht nur von ihrem trotzigen Styling, sondern ganz besonders von ihrer Wahnsinnsstimme.

Ein bisschen Wiskey und Adele

Mit ihrer Band, einer Handvoll Musiker, steht sie auf der Bühne, die nur wenige Quadratmeter misst. Mächtige Stuck-Ornamente, ein großer Spiegel, hohe Decken, gedämpftes Licht – die Location ist alles andere als Schickimicki, sondern unverkennbar alternativ. Rund 100 Fans stehen vor der Bühne, wiegen ihre Körper im Takt der soulig-melancholisch angehauchten Songs, die Kovacs teils mit geschlossenen Augen singt.

Sie wirkt zerbrechlich, strahlt gleichermaßen aber auch immense Energie aus. Die Röhre des erst 24-jährigen Talents ist gewaltig. Sie klingt viel reifer und erwachsener, als sie eigentlich ist. So als hätte sie schon vier Jahrzehnte mit schlaflosen Nächten hinter sich, voller Wiskey und Zigaretten. Stimmlich ist sie in der Liga von Amy Winehouse, Adele und Shirley Bassey einzuordnen.

An diesem Abend singt sie tatsächlich auch einen Song von Bassey, den berühmten Hit "Diamonds Are Forever" aus dem "Bond"-Streifen "Diamantenfieber" von 1971. Kovacs steht dem Original in absolut Nichts nach – unglaublich kraftvoll, dunkel und rauchig performt sie den Evergreen. Die Sängerin sagte einmal dem "Teaser Magazine": "Ich bekomme viel Inspiration von älteren Musikern wie zum Beispiel Billie Holiday, Ella Fitzgerald und Etta James. Also eher von den früheren weiblichen Soul- und Jazzsängerinnen." Und das hört und spürt man mit jeder Zeile, die sie singt.

Lass das mit dem Singen!

Darunter covert sie Stücke von bekannten Künstlern, singt größtenteils aber ihre eigenen Songs. Das Publikum hat sie völlig von sich eingenommen, es klatscht heftig, pfeift ohrenbetäubend laut. Mit jedem Song, den die Holländerin, die eigentlich Sharon Kovacs heißt, singt, wird klar, dass sie ein echtes Ausnahmetalent ist. Doch daran glaubte vor einigen Jahren noch nicht einmal ihre eigene Gesangslehrerin. "Irgendwann schrieb sie mir einen Brief, in dem stand: “Sharon, ich glaube, du sollst dein Leben genießen und die Musik vergessen", erzählte Kovacs kürzlich dem Interview-Magazine. Wie gut, dass sie diesen Rat nie befolgt hat.

Mr. Bond, merken Sie sich Kovacs!

Nach einer Stunde und einer Zugabe ist das Konzert beendet. Aber nicht die Karriere der 24-Jährigen, denn die steht gerade erst in den Startlöchern. In den Niederlanden ist Kovacs schon seit gut einem Jahr erfolgreich, landete mit ihrem Hit "My Love" in den Top 10 bei iTunes. Zuletzt tourte sie im Feburar durch Deutschland – bereits im Mai stattet sie uns erneut einen Besuch ab, um ihr Debütalbum "Shades of Black" vorzustellen, das am 24. April erscheint. Und wer weiß, vielleicht hört da ja auch "James Bond" rein und bittet schon bald um einen Titelsong.

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