Frank Thelen: "Ich bin der Hartz-IV-Löwe"

Frank Thelen über seine holprigen Anfänge, seine Zukunft im Fernsehen und wie er 2000 Euro anlegen würde  

Zu Beginn hat Frank Thelen, 43, eine Bitte: "Können wir uns duzen? Ich biete das jedem an." 

Frank Thelen: Sein Markenzeichen ist das Du

Das Du ist sein Markenzeichen, sein "Signature Move". Dazu passt das lässige Outfit des Start-up-Experten und "Höhle der Löwen"-Investors. Genauso wie die Stimmung in seinem Bonner Büro, dem "Board-Paradies". Hier widmet er sich Themen wie Quantentechnologie und Flugzeugbau. Lassen wir uns also auf das Du mit einem Visionär ein. 

"Sturm der Liebe"

Auf Instagram: Sieht man Florian Frowein hier als neuen Traummann?

"Sturm der Liebe" am Donnerstag (31.10.19) um 15:10 Uhr im Ersten: Christoph (Dieter Bach, r.) begegnet seinem Sohn Tim (Florian Frowein, l.).
Die ARD-Serie "Sturm der Liebe" geht im Herbst 2019 in seine 16 Staffel - und das mit Florian Frowein als neuem Traummann? Vielleicht, denn die Gerüchteküche brodelt! So oder so wird der 31-Jährige künftig öfter bei "SdL" über den Bildschirm flimmern - und zwar in einer neuen Rolle. Was es damit auf sich hat und den ersten - inoffiziellen - Schnipsel von Florian Frowein alias Tim sehen Sie im Video.
©Gala

GALA: Wie laut kannst Du brüllen?

Frank Thelen: Ich glaube: gar nicht. Auch zwischen meiner Frau und mir gibt es das nicht. Natürlich haben auch wir Streitgespräche, aber wir schreien uns nicht an.

Frank Thelen und seine Frau Nathalie Thelen-Sattler

GALA: Wann bist Du ein Kätzchen? 

Thelen: Zu Hause ist definitiv meine Frau die Chefin. Wenn sie sagt, ich soll bitte die Spülmaschine ausräumen, mache ich das. Meine Performance im Haushalt wird zwar nicht immer wertgeschätzt, aber ich bin stets bemüht. (lacht)

GALA: Ab der nächsten "Löwen"- Staffel willst Du kürzertreten. Warum? 

Thelen: Fernsehen war für mich immer nur ein Hobby. Durch den großen Erfolg habe ich Anfragen für eine eigene Primetime-Show, aber das interessiert mich nicht. Mein Innerstes ist der Technologie verschrieben. 

GALA: Kennst du schon Deinen Ersatz-Löwen Nils Glagau? 

Thelen: Noch nicht. Ich würde ihn aber auch nicht meinen "Ersatz-Löwen" nennen. Wir sind zwei eigenständige Investoren, selbst wenn wir uns einen Stuhl teilen sollten. Für die Zukunft hoffe ich, dass jemand dazukommt, der wie ich Start-up-Knowhow hat. Auch wenn ich sehr dankbar bin, werde ich "Die Höhle der Löwen" nicht ewig machen. 

GALA: Wie vermögend bist Du? 

Thelen: Ich bin der Hartz-IV-Löwe. (lacht) Ich besitze keinen Privatjet und habe ein Vermögen von unter 50 Millionen Euro. Das ist viel Geld, aber für Technologie-Investments eine bescheidene Summe. Mit "Freigeist" investieren wir maximal eine Million Euro pro Start-up. Aktuell haben wir 20 Start-ups.

GALA: Welche Träume hast Du? 

Thelen: Ich möchte möglichst schnell mehrere hundert Millionen Privatvermögen zusammenbekommen, damit ich das Geld in kluge Köpfe investieren kann. Technologie benötigt oft zehn Millionen und mehr, um einen Prototyp zu bauen. Privat brauche ich nichts. Ich habe ein Haus, meine Autos und die Skateboards. Luxus geht mir sonst wo vorbei. Vielleicht kaufe ich mir irgendwann eine Insel – "Franks Island". Aber nur, weil ich die Planung der Logistik, Energieversorgung und Internetanbindung spannend finde und Ruhe sehr schätze.

GALA: Wie würdest Du 100000 Euro anlegen? 

Thelen: Vorab: Dies ist jetzt gleich meine persönliche Meinung und explizit keine Anlageberatung. Also, die Welt wird von wenigen Technologie-Unternehmen gesteuert, davon sitzt leider keins in Europa. Ich würde zu gleichen Teilen Aktien der großen Amis und Chinesen kaufen. Also GAFA – Google, Apple, Facebook, Amazon – sowie BAT, das heißt Baidu, Alibaba und Tencent. Dazu noch Tesla. Facebook ist nach dem großen Börsenverlust auch wieder attraktiv. 

GALA: Und wenn man nur 2000 Euro anlegen kann? 

Thelen: Dann ist es noch wichtiger, möglichst wenig Gebühren für den Kauf und Verkauf zu zahlen. Niemals nur eine Aktie kaufen! Außerdem sollte man auch geografisch diversifizieren – und einen Kurseinbruch aussitzen können.

GALA: Wann wussten Deine Eltern, dass aus Dir mal was wird? 

Thelen: Ich fühle mich immer noch als Underdog. Ich bin vom Gymnasium geflogen, habe ein abgebrochenes Studium und wenig Allgemeinwissen. Mein Vater wollte, dass ich zur Telekom gehe und Abteilungsleiter werde. Er und meine Mutter hatten schlaflose Nächte, weil ich einen anderen Weg eingeschlagen habe und auch mal pleite war. Es gab aber diesen Moment, als er mich fragte, ob ich denn am Wochenende nach Hause komme. Ich meinte: Nein, ich bin auf dem Geburtstag von René eingeladen. Gemeint habe ich René Obermann, den damaligen Telekom- Chef. Da wusste mein Vater, dass es nicht so falsch ist, was ich mache.

GALA: Wann wusstest Du es selbst? 

Thelen: Mit zehn habe ich meinen Eltern einen Brief geschrieben: "Macht euch keine Sorgen, dass ich so schlecht in der Schule bin. Irgendwann habe ich eine Villa auf Mallorca." Als sie dann zum ersten Mal auf meinem Anwesen waren, hatten sie Tränen in den Augen.

GALA: Woher kommt eigentlich Dein Interesse an Technologie? 

Thelen: Vielleicht bin ich im Krankenhaus verwechselt worden. (lacht) Ich war früher ein kompletter Verlierer, habe auch keine Freundin gefunden. Das fühlte sich alles schlimm an. Mein Vater hat das gemerkt und mich deshalb eine Ausbildung zum Software-Entwickler machen lassen.

Höhle der Löwen 2018

Die Highlights der Show

Max Krämer und Baris Özel aus Osnabrück präsentieren mit "Bugfoundation" einen Burgerpatty aus Insekten. Sie erhoffen sich ein Investment von 225.000 Euro für 7,5 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Die Investoren Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel beraten, ob und wieviel sie in "Smartsleep" investieren wollen.
André Reinegger aus Aachen präsentiert mit "Plankpad" Planken und Spielen in einem. Er erhofft sich ein Investment von 50.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen.
Die Investoren Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel nehmen die Burger von "Bugfoundation" genau unter die Lupe.

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