Frank Schätzing: Bowie hilft - Chianti nicht

"Der Schwarm" machte Frank Schätzing berühmt. Jetzt legt der Autor seinen neuen Roman vor - und verrät, was ihm das Schreiben erleichtert

Eine halbe Million Exemplare Startauflage druckte der Verlag von "Breaking News". Stattliche Zahl! Aber Frank Schätzing, 56, ist eben ein Autor der Superlative: Sein Meeres-Thriller "Der Schwarm" verkaufte sich allein im deutschsprachigen Raum 4,5 Millionen Mal. In "Gala" erzählt Schätzing, wovor er sich fürchtet- und weshalb Uma Thurman langsam zu alt für ihn ist.

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©Stern / Gala

Ein Dreivierteljahr. Ich bin nach Israel und Palästina gereist, habe dort mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. Das lief ganz prima, viele Israelis reichten mich an ihre palästinensischen Freunde weiter und umgekehrt. Dass dieses Miteinander auf privater Ebene so gut funktioniert, hat mich echt beeindruckt. Danach habe ich eineinhalb Jahre lang geschrieben.

Das neue Buch: Tom Hagen ist Kriegsreporter - ein harter Hund, der für eine gute Story seine Oma verkaufen würde. Nachdem er einen Job vergeigt hat, bietet sich die Chance, die Scharte in Tel Aviv auszuwetzen ... Hochspannend, actionreich und gespickt mit politischen Fakten. (Kiepenheuer & Witsch, 955 Seiten, 26,99 Euro).

Wie haben Sie den Flug überstanden? Sie leiden doch unter großer Flugangst.

Mit größeren Mengen Rotwein. (lacht) Zu meiner Überraschung gab es an Bord einen exzellenten Roten von den Golanhöhen.

Wovor fürchten Sie sich sonst noch?

Eigentlich vor nichts. Wirklich nur davor, mit dem Flugzeug runterzufallen.

955 Seiten zählt Ihr Buch, das ist viel Stoff, auch für den Autor. Haben Sie einen Trick, damit das Schreiben flüssig läuft?

Vor Jahren hab ich mal testweise beim Schreiben ein paar Flaschen Chianti geleert und am Ende festgestellt, dass das Ergebnis das Papier nicht wert war, auf dem es gedruckt werden sollte. Also: kein Alkohol. Rauchen tue ich eh nicht. Musik ist beim Schreiben die größte Stimulanz für mich, ich höre sie die ganze Zeit. Sehr gerne David Bowie, und das komplette Spektrum von Jazz bis Klassik. Nur keinen Schlager. Das wäre eher abtörnend.

Sie haben schon mehrere Bestseller produziert. Haben Sie mittlerweile ein Gefühl dafür, was Menschen lesen wollen?

Ganz ehrlich: Das interessiert mich nicht. Mich fixt ein Thema an, ich sortiere die Gedanken dazu in meinem Kopf und weiß relativ schnell, ob es ein Buch ergibt oder nicht. Wenn ja, wird geschrieben.

Stars als Leseratten

Huch, ein Buch!

Paul McCartney hat ein illustriertes Kinderbuch veröffentlicht. In "Hey Grandude!", was soviel heißt wie "Hey Opi!", erzählt der einstige Beatle Familiengeschichten - auch aus eigener Erfahrung als Opa.
Till Lindemann setzt sich mit einem ernsten und wichtigen Thema auseinander. Der "Rammstein"Frontmann liest das Buch "Letzte Wünsche: Was Sterbende hoffen, vermissen, bereuen – und was uns das über das Leben verrät" von Alexander Krützfeldt. 
Heidi Klum ist unter die Vorleser gegangen - und nicht nur das: Das süße Kinderbuch "Der kleine schwarze Wackelzahn" stammt sogar aus der Feder des Models.
"Gebucht und beschäftigt": Topmodel Kaia Gerber ist unter die Leseratten gegangen und hat sich ordentlich mit Buchstabenmaterial eingedeckt. Na, dann viel Spaß beim Schmökern!

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Einige Autoren haben beim Schreiben schon den späteren Film im Kopf.

Kenne ich. Ich sehe grundsätzlich alles auf meiner inneren Leinwand.

Wer könnte Ihre aktuelle Hauptfigur Tom Hagen spielen?

Jan Josef Liefers wäre eine sexy Besetzung.

Von Nix kommt Nix: Im Werbespot für Mey zeigte Frank Schätzing, dass er nicht nur innere Werte besitzt. Der Autor hält sich mit viel Sport fit.

Zunächst steht aber die Verfilmung von "Der Schwarm" an.

Momentan sieht es tatsächlich ganz gut aus. Gerade lässt die Produktionsfirma ein neues Drehbuch schreiben. Ob Uma Thurman dann noch dabei ist? Tja. Sie war ja anfangs als Produzentin und Hauptdarstellerin im Gespräch. Ich finde sie toll - aber acht Jahre später sind wir an einem ganz anderen Punkt. Sagen wir mal so: Schauspieler werden älter, Romanfiguren nicht.

Bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand 2004 konnten sich einige Menschen retten, weil sie dank "Der Schwarm" die Anzeichen sofort erkannt haben.

Es macht mich einfach nur dankbar, dass ich dazu beitragen konnte.

2009 haben Sie Werbung für die Wäschefirma Mey gemacht. Was tun Sie für Ihre Form?

Zwei, dreimal die Woche gehe ich joggen. Und Boxen hält mich fit. Vor einem Jahr hab ich den Hula-Hoop-Reifen für mich entdeckt. Super, das Ding poliert die Pölsterchen schön weg. Meine Frau macht glücklicherweise mit. Wir sind Genießer und essen gerne, da müssen wir eben was tun.

Was leisten Sie sich von Ihrem Erfolg?

Den größten Luxus überhaupt: Freiheit. Die Freiheit, genau die Geschichten zu erzählen, die ich will. Ohne darüber nachdenken zu müssen, ob andere sie hören wollen.

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