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Frank Rosin "Das war das härteste Arbeitsprojekt, das ich je hatte"

Frank Rosin bietet in "Rosins Heldenküche" 10 Menschen eine neue Perspektive
Frank Rosin bietet in "Rosins Heldenküche" 10 Menschen eine neue Perspektive
© PR
Zehn Menschen stellen sich ab dem 6. Januar 2022 dem Gastro-Bootcamp von Sternekoch Frank Rosin. Der TV-Koch bietet den Kandidat:innen in "Rosins Heldenküche" die Chance ihres Lebens – ein Projekt, das ihn selbst emotional übermannte.

Frank Rosin, 55, steht seit über einem Jahrzehnt vor der Kamera, hat in seiner TV-Laufbahn bereits vielen Gastronomen mit seinem Fachwissen, aber auch seiner einzigartigen Haltung geholfen. Jetzt hat sich der Sternekoch einer neuen Herausforderung gestellt. Eine Sozial-Doku, in der es auch ihn emotional "umgehauen" hat.

Frank Rosin: "Rosins Heldenküche" ist für ihn keine TV-Show

Ab dem 6. Januar 2022 gibt Rosin zehn Menschen die Chance ihres Lebens. In der Sozial-Dokumentation "Rosins Heldenküche - Letzte Chance Traumjob" (jeden Donnerstag um 20:15 Uhr auf Kabel Eins) bietet der Sternekoch den Teilnehmer:innen ein achtwöchiges Bootcamp in der Gastronomie, das alles von ihnen abverlangt.

Wie tief ihn die Geschichten der zehn Kandidat:innen berührt haben und wie der Fernsehkoch es geschafft hat, ihre Barrieren zu durchbrechen, verrät er im Interview mit GALA. 

Gala: Mit 'Rosins Heldenküche' bieten Sie zehn jungen Menschen eine unglaubliche Chance. Welche Eigenschaften waren für dieses Bootcamp in Ihren Augen unabkömmlich?

Frank Rosin: Das kann ich so gar nicht konkret beantworten. Denn es waren keine speziellen Eigenschaften nötig. Bei 'Rosins Heldenküche' treten Menschen an, die in einer persönlich ausweglosen Lage waren und keine wirkliche Job-Perspektive hatten. Aus dieser Art der emotionalen Verwahrlosung – die durch eine schwierige Jugend oder auch Probleme im Elternhaus ausgelöst worden ist – haben wir das Sozialprojekt ins Leben gerufen und ihnen eine neue Perspektive geschenkt. Es ist keine TV-Show, sondern ein Projekt, das aufzeigt, wie man mit Menschen umgeht und vor allem, wie die Realität da draußen aussieht. 

Wie war es für Sie, als Sie zum ersten Mal auf die Teilnehmenden getroffen sind? Erkennen Sie durch Ihre langjährige Erfahrung früh, wer das Zeug zum Gastronomen hat?

Nein, so gehe ich auch nicht an solche Projekte ran. Ich bin kein Psychologe, aber durch meine Menschenkenntnis und dadurch, dass auch ich keine leichte Jugend hatte, konnte ich mich häufig in ihre Situation hineinversetzen und empathisch sein. Diese brutale Ehrlichkeit, die mir die jungen Menschen entgegengebracht haben und wie offen sie mir ihre Geschichten erzählten, das hat mich sehr beeindruckt. Sie haben mich das ein oder andere Mal emotional richtig umgehauen. 

Rosins Heldenküche
Rosins Heldenküche
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Wie haben Sie es mit den Kandidat:innen auf diese tiefgründige Ebene geschafft?

Indem ich mich einfach für sie und ihre Geschichten interessiert habe. Ich habe die Menschen und das Projekt nicht als Job angesehen.

Es klingt direkt heraus: Für Sie ist es eine Herzensangelegenheit. Wie blicken Sie auf die zwei Monate der Dreharbeiten zurück? Welche Emotionen kommen da bei Ihnen auf?

Das war das härteste Arbeitsprojekt, das ich je hatte. Wenn ich zurückblicke, dann bin ich sehr stolz. Stolz, dass ich den Mut hatte, dieses Konzept gemeinsam mit der Produktion und dem Sender umzusetzen.

Letztlich haben aber alle Beteiligten viel Mut bewiesen, denn sie können mir glauben: Das war kein Spaziergang.

Ich bin stolz und dankbar, dass wir in diesem Projekt solch eine Unterstützung durch meine Kollegen aus der Gastronomie erfahren durften. Sie haben Jobs und Praktikumsplätze ermöglicht und den jungen Menschen dadurch eine Chance geboten. Ob es Spitzengastronom The Duc Ngo war, der eines der derzeit angesagtesten Restaurants in Berlins führt, oder Alexander Kumptner aus Wien und auch Andreu Genestra auf Mallorca.

Tatsächlich sind Ihre Sendungen immer voller Emotionen, weil Sie mit so viel Leidenschaft dabei sind. Können Sie nach Drehschluss abschalten oder nehmen Sie viel mit nach Hause?

Das ist eine gute Frage, die ich mir selbst auch schon seit 13 Jahren stelle. Auf jeden Fall bin ich mit Herz und Seele dabei. Eine Art Selbstschutz gibt es dabei nicht.

Das Schöne an dieser Arbeit ist, dass es so viele Emotionen gibt: traurige, aber auch sehr schöne und überraschende Momente gemeinsam mit den Gastronomen. Es ist immer wieder eine Reise, bei der es am Ende gefühlvoll wird.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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