Filmtipp Ballon: Eine echte Flucht als Kinoabenteuer

Zehn Jahre vor Fall der Mauer flüchten zwei Familie per Heißluftballon aus der DDR nach Bayern. Etliche Jahre hat Michael "Bully" Herbig an diesem Film gearbeitet, dem Disney-Konzern mühsam die Rechte abgehandelt, weil ihm das Projekt so wichtig war - hat es sich gelohnt? 

"Ballon" - Filmstart am 27.09.2018
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Wir zeigen in einer spannenden Szene, wie die Flucht für Familie Strelzyk das erste Mal richtig greifbar wird - und was für Gefühle dabei aufkommen.

Die Story: Flucht im selbst gebauten Ballon

1978, Pößneck in Thüringen: Dass die Familie Strelzyk weniger enthusiastisch als ihre Nachbarschaft die Jugendweihe des Sohnes feiert, geht vielleicht gerade noch so durch. Immerhin ist ihr Sohn Frank mit der Tochter eines Parteifunktionärs verbandelt. Doch wie sehr die Strelzyks das System ablehnen, wird klar, als am gleichen Tag der Wind dreht - nach Süden nämlich. Zur Grenze hin. Richtung Bayern, und damit Westdeutschland. Fieberhaft stürzt sich die vierköpfige Familie in die Vorbereitung, denn in ihrer Garage steht das Zubehör, das man braucht, um via Heißluftballon gen Westen zu flüchten. Ersonnen und mit vorbereitet hat das ein Freund der Strelzyks, Günther Wetzel. Auch der wartet mit seiner Familie nur auf eine gute Gelegenheit zur Flucht - an diesem Tag jedoch schreckt er zurück, weil er bezweifelt, dass der Ballon beide Familien, immerhin acht Personen, tragen kann. Die Strelzyks versuchen es alleine ... doch für beide Familien wird es nicht das Ende der Geschichte sein, denn jedenfalls kommt ihnen die Staatssicherheit auf die Spur und zieht eine immer engere Schlinge um alle Verdächtigen.

Die Stars - allen voran Bully Herbig als Regisseur

Michael Herbig hat jahrelang darum gekämpft, diese Geschichte als Film erzählen zu dürfen. Denn es ist eine echte Geschichte. Die zwei Familien gibt es wirklich, es gab schon 1990 ein buch zum Thema und auch schon einmal einen Disney-Film. Bei Disney lagen auch die kompletten Rechte an dem Material und genau das machte den neuen Film so schwierig. Aber Herbig, der den Disney-Film als Teenager gesehen hatte, wollte es unbedingt hinbekommen - und hatte Erfolg. Der "Frankfurter Rundschau" erklärte er:

"Dieser Wagemut, der Wahnsinn dieser Geschichte – das hat mich total vereinnahmt."

Für seine Regiearbeit, die er auch mit seiner Produktionsfirma verantwortet, engagierte er einige der besten und spannendsten deutschen Schauspieler: Von David kross über Karoline Schuch, von Friedrich Mücke über Alicia von Rittberg und Antje Traue bis hin zum Hollywood-Haudegen Thomas Kretschmann, der schon länger Interesse an einer Zusammenarbeit mit Herbig hatte und hier mal in einer ganz anderen Rolle, nämlich als zynischer Stasi-Ermittler, auftrumpfen kann.

"Ballon" ist ein fesselnder, sehr emotionaler und bildstarker Thriller, dem man im Kino seine zwei Stunden Laufzeit nicht anmerkt. 

Seit dem 27. September läuft der Film in den deutschen Kinos. 

Thomas Kretschmann

"Zu flüchten, war ein sehr großes Risiko"

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