Filmtipp: "Julieta" - Wie Almodovar wieder alles richtig macht

Herzschmerz, Drama, starke Frauen - und im Zentrum eine facettenreiche Mutter-Tochter-Beziehung. "Julieta" ist ein klassischer Film von Pedro Almodovar - und ein Genuss für den Zuschauer

"Julieta"

Pedro Almodóvar, der passionierte Erzähler von Dramen um spannende Frauenfiguren, hat wieder zugeschlagen: Sein neues Werk heißt "Julieta" und kommt am 4. August ins Kino..

Die Story

Julieta ist um die 50 Jahre alt und lebt in Madrid. Noch, denn zu Beginn des Filmes packt sie gerade ein, um mit ihrem Lebensgefährten nach Portugal zu ziehen. Sie wirkt im Leben stehend, gelassen, geliebt. Keine fünf Minuten und nur eine Begegnung mit einer jungen Frau auf der Straße später ist diese Fassade gefallen und wir sehen in die Abgründe von Julietas Gefühlswelt. Denn die junge Frau war eine Kindheitsfreundin von Julietas Tochter Antia und hat diese neulich getroffen - und Julieta hat gierig jede Information über dies Treffen aufgesaugt, denn sie selbst hat schon seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer einzigen Tochter.

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©Gala

Im Rückblick erzählt sie ihrer Tochter und auch dem Zuschauer, wie es dazu kam und welche prägenden Situationen sie in eine Rolle geraten ließen, in der ihre Tochter sie bemuttern musste - und dann die Flucht ergriff.

Wie schon andere Werke zuvor basiert "Julieta" auf Kurzgeschichten der von Almodóvar verehrten Autorin Alice Munro.

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Die Stars

Keine international bekannten - außer dem Regisseur Pedro Almodóvar, dem großen Knuddelbären der roten Teppiche. Gar nicht mal, weil er so ein knuffiger Typ ist. Aber weil er es in seinen frauenzentrischen Filmen - "Volver" gehörte dazu ebenso wie "Alles über meine Mutter" - offenbar immer wieder schafft, seinen Cast für die Sache zu begeistern und das Ganze als Teamleistung bei Festivals zu präsentieren. Lustige Fotos mit Regisseurs-Photobomb eingeschlossen. Während er sonst oft auf seine Muss-man-schon-Muse-nennen Lieblingsdarstellerin Penélope Cruz setzte, ist diese diesmal nicht dabei. Die Hauptrollen spielen die spanischen Schauspielerinnen Adriana Ugarte als junge und die Goya-prämierte Emma Suarez als ältere Julieta.

Fazit

Auch ohne Hollywood-Heldin Penélope Cruz hat Almodóvar keine Probleme, passende Darstellerinnen für seine starken, schwachen, vielseitigen Frauen zu finden. Und dazu in eindrucksvollen Bildern zu schwelgen. Ein Drama um eingebildete und wirkliche Schuld und die Unbill des Lebens - dennoch ist "Julieta" poetisch und irgendwie hoffnungsfroh, so dass man das Kino nicht trauriger verlässt als man gekommen ist. In Cannes kam das gut an. Im Sommerkino hoffentlich auch.

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