Filmtipp: "A Bigger Splash": Ein Pool, ein Paar, eine Leiche

Eigentlich ein Szenario für Urlaubsstimmung: Insel, verliebtes Paar, Villa, Swimmingpool, Party. Doch "A Bigger Splash" ist trotz Tilda Swinton als Rockstar und Ralph Fiennes in nackt, nackt, nackter kein Partyfilm, und wohl auch kein Kino-Sommerhit. Urlaubsstimmung liefert aber unser Gewinnspiel: Wir verlosen Polaroid-Kameras

"A Bigger Splash" - Ralph Fiennes, Dakota Johnson

Der Film

Ist alles nicht so einfach: Eben noch befummeln sich Rockstar Marianne - mit Flüsterstimme nach Stimmband-OP - und ihr junger Lover, ein Fotograf namens Paul, noch verliebt am Strand, im Auto, im Pool. Dann kommt der Anruf von Harry, gemeinsamer Freund, Stifter ihrer Liebe, Lebemann und selbst Ex-Lover von Marianne, dass er gleich am Flughafen sei und eine Überraschung parat habe. Was täte man vernünftigerweise? Abwimmeln, ins Hotel einchecken ... Was tun Marianne und Paul? Sie holen Harry und eine Überraschung in Form seiner langbeinigen, blonden Tochter Penelope ab und quartieren sie bei sich ein. Kann das gutgehen? Nein.

Harry (Ralph Fiennes) und Marianne (Tilda Swinton) waren früher mal ein Paar - und mögen sich immer noch.

Es folgt relativ wenig Handlung, viel Sonne, der eine oder andere Flirt, Partys, tiefe Blicke, alte und neue Sehnsüchte, zunehmende Eifersüchteleien, ein paar sehr engagiert dargebotene Strips von Qualitätsmime Ralph Fiennes - bis einer stirbt und die eher langsam vorgetragene Handlung dadurch fast komplett zum Erliegen kommt.

"A Bigger Splash" will kein Remake des französischen Klassikers "La Piscine" mit Romy Schneider und Jane Birkin sein. Dennoch darf der Verweis in keinem Text zum Film fehlen. Denn hier wie damals geht es um ein Paar, seine beiden Besucher, Flirts und Affären und alte Gefühle und die Sehnsucht nach Sommer und mehr.

Die Stars

Mehr geht kaum: Tilda Swinton, die als an David Bowie erinnernde androgyne Musikikone ebenso überzeugt wie in ihrer erzwungen stummen Leidenschaft in der Ferienvilla. Ralph Fiennes, der seiner beachtlichen Anzahl Rollen, in denen er romantisch spielen kann, ohne banal zu sein, noch eine Perle hinzufügt. Matthias Schoenaerts, der den fast perfekten neuen Mann spielt - Helfer, Freund, Sixpackinhaber. Dakota Johnson kann ein bisschen süß sein und ein bisschen lasziv und im Hintergrund vielleicht irgendetwas lernen, dass ihr beim nächsten "Shades of Grey"-Film weiterhelfen wird.

Penelope (Dakota Johnson) und Paul (Matthias Schoenaerts) unterhalten sich gern.

Fazit

Der Film greift einen Klassiker aus und kam bei Wettbewerben gut an. Der Soundtrack ist genial, die Schauspieler alle genau am richtigen Platz in ihrer Rolle. Allein: "A Bigger Splash" zum Sommerfilmhit machen, das können auch die großen Hollywoodnamen nicht. Was die Kritiker lieben, wird vom Publikum im Kino meist weniger genossen - das lassen auch die Bewertungen bisher so vermuten. Für den Standard-Kinobesucher wird hier einfach zu viel geschwiegen, zu viel geredet und insgesamt ist zu wenig los. Da mag sich der eine oder andere entscheiden, lieber gleich selbst den Abend über in der Sonne zu sitzen als im Kino.

Arthouse-Filmfans hingegen lassen sich diesen Badespass mit Höhen und Tiefe sicher nicht entgehen. Sie werden Ralph Fiennes in Zukunft mit ganz anderen Augen sehen ...

"A Bigger Splash" läuft ab dem 5. Mai deutschlandweit in den Kinos.

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