Filmkritik zu The Avengers: Age of Ultron: Knall und Fall und Superhelden

Marvels "Avengers"-Film gehörte zu den erfolgreichsten des Kinojahrzehnts. Im aktuellen Nachfolgerfilm "Avengers: Age of Ultron" soll in jeder Hinsicht noch eine Schippe draufgelegt werden. Klappt fast immer

Marvel's Avengers

Die Marvel-Superhelden sind nicht zu stoppen - regelmäßig stürmt ein neuer oder alter Held die Kinoleinwände und sorgt für Popcornkinogenuss und Kassenklingeln. Doch am schönsten muss es ja sein, wenn gleich ein ganzer Schwung der Lieblingscharaktere einen gemeinsamen Auftritt hat. Bühne frei für die "Avengers".

Story

Hulk, Black Widow, Iron Man, Thor, Hawkeye - im ersten Teil wurden sie aufeinander losgelassen und zum Team geschmiedet, im zweiten Teil setzt der Regisseur Joss Whedon - der auch Teil Eins verantwortete - nun ganz auf die Interaktion im Team. In der ersten Filmszene ist die Interaktion vor allem ein Sich-gegenseitig-die-Haut retten, denn der Film steigt mit einer fulminanten Actionszene ein. Schnee und Felsen überall und mittendrin das Chaos: Helden und Geschosse und Bäume fliegen durch die Gegend, immer neue Gegner strömen aus einer Feste hoch oben auf dem Berg, und genau diese Trutzburg wollen die Avengers erstürmen. Innendrin: Baron Wolfgang von Strucker (Thomas Kretschmann) und Lokis Zepter, das die Helden nach den bitteren Erfahrungen in ihrem letzten Abenteuer gerne sicherstellen wollen.

Die Avengers im spektakulären ersten Kampf im Schnee


So viel sei verraten: Sie finden nicht nur das Zepter, sondern machen auch Bekanntschaft mit zwei überraschenden Widersachern - einer geheimnisvollen Gedankenmanipulatorin und einem blitzschnellen Kämpfer, der insbesondere Hawkeye bis aufs Blut reizt. Und es wird nicht das letzte Zusammentreffen sein.

Gegenspieler: die "Zwillinge" Scarlet Witch/Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) und Quicksilver/Pietro Maximof (Aaron Taylor-Johnson)

Hauptgegner in "Age of Ultron" allerdings ist, der Name verrät es schon, der Superroboter "Ultron". In der englischen Originalversion brillant gesprochen und in Szene gesetzt von James Spader ("Boston Legal"), ergaunert dieses Wesen sich erst einen Zugang zu Tony Starks Lieblingscomputerhirn Jarvis, dann einen Körper und dann fängt er an, seinen Traum von der Auslöschung der ganzen fehlerbehafteten Menschheit in die Tat umzusetzen. Nun heißt es: Avengers gegen den sich ständig upgradenden und vielfache Kopien von sich in den Kampf jagenden Superroboter. Man hört den metallischen Klang von Thors Hammer und Hulks Faust und hunderten zerdepperter Metallrüstungen quasi schon, bevor man im Film sitzt.

Stars

Alle dabei und mehr: Robert Downey Jr. als Tony Stark/ Iron Man und Mark Ruffalo als Bruce Banner/ Hulk geben ein wunderbares Wissenschaftler-Duo ab, sie sind bei diesem Auftritt nochmal deutlich zusammengeschweißt. Ein tolles Team sind auch die beiden Streber dieses Marvel-Universums, der aufrechte Thor (Chris Hemsworth) und der ebenso geradlinige Captain America (Chris Evans), der im Zweifelsfall auch bereit ist, als Anführer der trubulenten Truppe zu agieren.

Das sind die guten Jungs: Captain America (Chris Evans) und Thor (Chris Hemsworth)


Etwas flacher diesmal die Freundschaft zwischen Black Widow (Scarlett Johannsen) und Hawkeye (Jeremy Renner). Das hat zwei Gründe und ist gar nicht als Verlust zu werten. Denn Natasha Romanow/ Black Widow und Banner/ Hulk steigern so langsam das Flirtlevel und fabrizieren sogar ein klein wenig Superheldenromantik. Mastermind Joss Whedon lässt diesmal Zeit für Privatleben ... Das kommt auch Hawkeye zugute, der in diesem Durchgang mehr Leinwandzeit bekommt: Er darf sogar seine ganz private Seite zeigen, die nicht nur bei den Zuschauern für mehr Nähe zur Figur sorgen wird, sondern die auch die anderen Avengers einen anderen Blick auf den stillen Bogenschützen werfen lässt.

In den üblichen Rollen auch vertreten: Samuel L. Jackson als Nick Fury, Cobie Smulders als Agent Maria Hill, Don Cheadle als James Rhodes und Stellan Skarsgard in seiner beliebten Rolle des Wissenschaftlers Dr. Erik Selvig.

Einer von vielen kleinen Ultrons streckt seine Roboterklaue nach den Avengers aus

Als ob's nicht voll genug ist, werden noch drei neue Marvel-Charaktere eingeführt, die den Fans viel Spaß machen werden. Das sind zum einen die "Zwillinge": Scarlet Witch/Wanda Maximoff, gespielt von Elizabeth Olsen, und Quicksilver/Pietro Maximoff, den Aaron Taylor-Johnson verkörpert. Außerdem taucht der naiv-mächtige "Vision" in diesem Abenteuer erstmals auf, für ihn konnten die Marvel-Leute den äußerst vielseitigen Paul Bettany verpflichten - eine gute Wahl. Ebenso hoch anzurechnen ist die Verwandlung und das Körpergefühl, das der alte Herr James Spader in seinen anfangs zappligen und später so geschmeidigen Ultron mit den vielen Stimmen und dem zuckenden Gesicht steckt.

Fazit

Filmpremiere

"The Avengers: Age Of Ultron"

Jeremy Renner gibt Autogramme.
Fans dürfen Selfies mit Chris Evans alias "Captain America" machen.
Mark Ruffalo stellt in dem Marvel-Streifen "Hulk" dar.
Scarlett Johansson strahlt im farbenfrohen Superhelden-Style auf dem roten Teppich.

11

Für Comicfans ein Pflichttermin. Für Superheldenfans ein großer Spaß. Und wer wagt es schon, einen Film aus dem Marvelkosmos zu verpassen, er würde im nächsten Werk ja sofort die Hälfte aller Querverweiswitze nicht mehr verstehen ... Action und Look des Filmes sind gewohnt hochklassig.

Die Kämpfe? Pompös und souverän. Und lang. Manchmal - das kommt auf den Kinogänger an - vielleicht sogar ein bisschen zu lang, die Fanmeinungen scheinen da gespalten.

Der Humor hingegen scheint gegenüber Avengers Nummer Eins und dem einen oder anderen Einzelheldenfilm ein klein wenig heruntergefahren - vielleicht zugunsten einiger liebevoller Charakterzeichnungen, die insbesondere Hulk und Hawkeye zu Gute kommen? Humorlos ist der Film beileibe nicht, eine wunderbare Gruppenszene im Avengers-Hauptquartier bleibt da als ganz großes Kino in Erinnerung.


Avengers: Age of Ultron-Trailer

Ein Hammer-Wettstreit

©Gala

"Avengers: The Age of Ultron" läuft ab 23. April in allen Kinos, die die aktuelle Preispolitik des "Disney"-Filmverleihs Verleihinstanz nicht boykottieren. Hintergrund: Der Disney-Konzern verlange nun 53 Prozent des Ticketpreises als Miete von den Kinos, ohne wie bisher auf die Größe des Spielortes Rücksicht zu nehmen, so Andreas Kramer vom Vorstand des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater (HDF). Das sei gerade für Kinos in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern eine große Belastung, bisher galten für Kleinstadtkinos oft Sonderkonditionen

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