Start der 74. Filmfestspiele von Venedig : Filmgeschichte, Skandale, Trends: Das müssen Sie wissen

Am 30. August 2017 öffnen die Internationalen Filmfestspiele von Venedig zum 74. Mal ihre ehrwürdigen Pforten. GALA versorgt sie mit allen nötigen Informationen zum Event am Lido inklusive des obligatorischen Blitzlichtgewitters auf dem roten Teppich und einem aufschlussreichen Blick in die Vergangenheit

Filmfestspiele von Venedig 2016

Es geht wieder los: Wenn in den Abendstunden am Lido die Science Fiction-Komödie "Downsizing" von Regisseur Alexander Payne den Reigen eröffnet, ist zugleich der alljährliche Kampf um den Goldenen Löwen (Leone d’Oro per il miglior film) beim ältesten Filmfestival der Welt freigegeben - Ausgang ungewiss. Mit großer Spannung werden in diesem Jahr die Regiearbeiten von George Clooney, Darren Aronofsky, Guillermo del Toro, Abdellatif Kechiche oder Ai Weiwei erwartet.  Was allerdings schon bekannt ist, dass die beiden Leinwand-Ikonen Jane Fonda und Robert Redford am ersten September mit dem Goldenen Löwen als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk geehrt werden. 

Annette Bening ist Jury-Präsidentin

In diesem Jahr hat US-Schauspielerin Annette Bening die Jury-Präsidentschaft inne. Bis zum neunten September muss bezüglich des Siegerfilms 2017 eine Entscheidung gefallen sein. Der 59-Jährigen zur Seite stehen:

25 Jahre "Friends"

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25 Jahre "Friends": Was machen die Darsteller heute?
Durch die Serie "Friends" wurden Jennifer Aniston, Courteney Cox & Co. vor 25 Jahren über Nacht zu Stars. Im Video sehen Sie, was die Darsteller heute machen.
©Stern / Gala
  • Ildikó Enyedi (ungarische Regisseurin und Drehbuchautorin)
  • Rebecca Hall (britische Schauspielerin)
  • Michel Franco (mexikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor) 
  • Edgar Wright (britischer Regisseur und Drehbuchautor)
  • Anna Mouglalis (französische Schauspielerin) 
  • Yonfan (chinesischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor)
  • David Stratton (Filmkritiker und Fernsehproduzent aus Australien)
  • Jasmine Trinca (italienische Schauspielerin)

Kampf um den Goldenen Löwen: Die Filme

Deutsche Regisseure sucht man in diesem Jahr übrigens vergebens im Wettbewerb. Diese 21 Filme konkurrieren also 2017 um die begehrte Auszeichnung am Lido:

  • "Ammore e Malavita" von den Gebrüdern Manetti
  • "Downsizing" von Alexander Payne
  • "Ex Libris – The New York Public Library" von Frederick Wiseman
  • "Una famiglia" von Sebastiano Riso
  • "First Reformed" von Paul Schrader
  • "La villa" von Robert Guédiguian
  • "Foxtrot" von Samuel Maoz
  • "Hannah" von Andrea Pallaoro
  • "Human Flow" von Ai Weiwei
  • "The Insult" von Ziad Doueiri
  • "Jia Nian Hua" (Angels Wear White) von Vivian Qu
  • "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh
  • "Jusqu’à la garde" von Xavier Legrand
  • "Lean on Pete" von Andrew Haigh
  • "The Leisure Seeker" von Paolo Virzì
  • "Mektoub, My Love: Canto Uno" von Abdellatif Kechiche
  • "Mother!" von Darren Aronofsky
  • "Sandome No Satsujin" (The Third Murder) von Hirokazu Koreeda
  • "The Shape of Water" Guillermo del Toro
  • "Suburbicon" George Clooney
  • "Sweet Country" von Warwick Thornton  

Die beste Darstellerin und den besten Darsteller erwarten wie in jedem Jahr die Auszeichnung mit der Coppa Volpi.

Skandalträchtige Geschichte

Neben seinen Festivalgeschwistern in Berlin und Cannes zählt die "Mostra" in Venedig zu den drei bedeutendsten Filmfestspielen der Welt. Natürlich haben sich seit der ersten Ausgabe im Jahr 1932 rund um den Palazzo del Cinema einige Geschichten, Kontroversen und Skandale abgespielt. Ins Leben gerufen von dem faschistischen Industriellen Graf Giuseppe Volpi di Misurata, musste sich die Jury beispielsweise im Jahr 1938 dem Druck aus Berlin beugen und erklärte kurzerhand Leni Riefenstahls "Olympia" zum besten ausländischen Film, anstatt eines amerikanischen Beitrags, wie ursprünglich vorgesehen. Dies passierte sehr zum Ärger der verantwortlichen Briten und Amerikaner, die stinkesauer abreisten. Erst nach dem zweiten Weltkrieg entstand das Festival in seiner heutigen Form, mit all seiner Weltoffenheit. 

Venedig Filmfestival 2017

Das sind die schönsten Momente

Die französische Schauspielerin Hafsia Herzi wärend der Premiere von "Mektoub, My Love : Canto Uno".
Schauspielerin Michela Andreozzi auf dem roten Teppich in Venedig.
Ein zartes Lächeln im Blitzlichtgewitter: Schauspielerin Lou Luttiau.
Was für eine Frau! Das venezuelische Model Sarah Duque raubt allen den Atem.

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Ab diesem Zeitpunkt war das Filmfestival von Venedig des Öfteren entscheidender Wegbereiter für junge Talente und neue Kinotrends. Von hier aus trat die asiatische Filmkunst in den 1950er Jahren ihren Siegeszug um den ganzen Globus an. Im Jahrzehnt darauf dominierten hingegen die Einheimischen das Geschehen: Namen wie Francesco Rosi, Michelangelo Antonioni, Gillo Pontecorvo, Luchino Visconti, Federico Fellini, Roberto Rosselini, Bernardo Bertolucci und Pier Paolo Pasolini sind eng mit dem Festival am Lido verbunden. 

Hin und wieder ging es allerdings auch äußerst rustikal zu - zumindest verbal. Als unter dem langjährigen Festivalleiter Marco Müller einige Filme verspätet gestartet wurden, drohte ihm der mächtige US-Produzent Harvey Weinstein, ihn mit Betonschuhen im Kanal zu versenken.

Im Jahr 2014 zeigte der dänische Regisseur Lars von Trier hingegen sein skandalträchtiges Talent. Geläutert von seinem Nazi-Eklat in Cannes 2011 hielt er die Pressekonferenz zu "Nymphomaniac II" über einen Computerbildschirm ab und beantwortete Fragen über das Handy seines Hauptdarstellers Stellan Skarsgård.
Nur eine Auswahl kleiner Anekdoten aus der cineastischen Parallelwelt am Lido.

Venedig Filmfestival

Die Highlights der letzten Jahrzehnte

1958  Sophia Loren wird als Beste Schauspielerin und für ihr Lebnswerk geehrt.   Die Venedig Filmfestspiele im Rahmen der Biennale gehören zu den bedeutendsten internationalen Filmfestspielen und werden seit 1932 vergeben.
1963  Die italiensche Schauspielerin Gina Lollobrigida wird bei ihrer Ankunft in Venedig von Odoardo Spadaro in Empfang genommen.
1995  Kevin Costner zählt zu den Gästen des 52. Venedig Filmfestival.
1997  Gerard Depardieu wird mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

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