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Fahri Yardim Nich' lang schnacken

Fahri Yardim
© laif
Nach dem Riesenerfolg des Schweiger-"Tatorts": "Gala" sprach mit Fahri Yardim, der großen Überraschung des Krimis

Was für ein Auftakt: 12,57 Millionen Zuschauer verfolgten das "Tatort"- Debüt von Til Schweiger. Nicht nur die beste "Tatort"-Quote seit 20 Jahren, sondern auch die Geburtsstunde eines neuen Stars: Fahri Yardim, 32, überzeugt mit ganz viel Charme, coolen Sprüchen und Hamburger Lässigkeit. Typ erfrischender Rüpel, der auch im Krankenhaushemd sexy aussieht. Wer’s nicht gesehen hat: Eigentlich soll er Schweiger Rückendeckung geben, wird aber gleich beim ersten Einsatz so verletzt, dass er die restliche Zeit an Bett und Rollstuhl gefesselt ist. Von hier aus steuert er seinen Partner per Laptop souverän durch den Kiez-Dschungel - und spielt sich als Kommissar Gümer in die Herzen der Zuschauer. Yardim selbst ist jemand, der schnell denkt, aber noch schneller schnackt. Und einen verbalen Kracher nach dem anderen raushaut. Ob er beim Rollenangebot gezögert hat? "Nö, ich bin gleich durch den Raum gehüpft", so Yardim zu "Gala".

Quoten-Hit "Tatort - Willkommen in Hamburg": Yardim muss seinen ersten Fall vom Krankenhausbett aus lösen.
Quoten-Hit "Tatort - Willkommen in Hamburg": Yardim muss seinen ersten Fall vom Krankenhausbett aus lösen.
© NDR / Marion von der Mehden

Aufgewachsen in Hamburg-Harburg als Sohn türkischer Einwanderer, merkte Yardim schon in der Schule, dass er eigentlich auf die große Bühne gehört: "Man spürt plötzlich die Anerkennung, und die Mädels finden einen süß!" Das Ziel war gesteckt, er sammelte erste Erfahrungen am Hamburger Bühnenstudio. Und tollte nebenbei durch die Szene - kaum jemand kennt die Kicker-Tische auf dem Kiez so gut wie er. Yardim ist ein echter Hamburger Jung, der gern Gitarre spielt und mit Rapper-Kumpel "Das Bo" abhängt. Der ehemalige "X-Factor"-Juror war nach der Vorpremiere am Donnerstag der Erste, der Fahri anerkennend auf die Schulter klopfte: "Alter, das war ja richtig gut!"

Bevor Yardim vor zwei Jahren nach Berlin zog ("Ich musste mal raus aus dem Nest!"), hauste er nahe der Elbe in einer chaotischen Fünfer-WG, teilte sich dann mit Schauspielkollegin Pheline Roggan ein Apartment in der Schanze. Neben ihr spielte er 2008 seine erste Kinohauptrolle in Fatih Akins "Chiko", einem Hamburger Gangster-Drama. Jetzt wurde auch Schweiger auf ihn aufmerksam: Er mochte Fahris lässige Art und holte ihn für kleine, aber knackige Auftritte in Filmen wie "Keinohrhasen" oder "Kokowääh".

Der Durchbruch ist geschafft, gerade stand Yardim neben Sir Ben Kingsley für "Der Medicus" vor der Kamera. Und falls er im nächsten "Tatort" noch mal das Bett hüten muss, verrät er "Gala" schon mal seinen Wunsch: "Vielleicht krabbelt ja dann eine dazu!"

Hili Ingenhoven Gala

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