Emeli Sandé: "Als Frau muss man sich öfter und härter beweisen"

Stimmwunder Emeli Sandé meldet sich mit ihrem zweiten Album "Long Live The Angels" zurück. Wir sprachen mit der begnadeten Musikerin über Geschlechterdebatten, Selbstliebe und ihre Liebe zum Lernen

Emeli Sandé

Mit ihrer Single "Read All About It" wurde sie berühmt, nun ist Emeli Sandé mit voller Power und einem zweiten Album zurück. Wer glaubt, sie mit anderen weiblichen Acts in eine Schublade stecken zu können, liegt völlig daneben.

Emeli Sandé ist sehr viel mehr als nur eine schöne Frau mit toller Stimme. Selten gingen Texte so unter die Haut wie ihre. Mit Klugheit und Einfühlungsvermögen verarbeitet sie große Dramen und das kleine Glück ebenso wie die grundlegensten Fragen des Lebens. Wir trafen die talentierte Britin in Berlin zum Intervie über ihr neues Album "Long Live The Angels", das am 11. November erscheint.

Immer wieder beherrschen Geschlechterdebatten die Schlagzeilen, viele bekannte Frauen in Hollywood lehnen sich dagegen auf. Glauben Sie, dass Frauen auch 2016 noch unfair behandelt werden?

Als Frau kann man nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass einem die Leute Respekt entgegenbringen. Man muss sich immer und immer wieder und noch viel härter beweisen. Auch im Musikgeschäft spüre ich die Unterschiede der Geschlechter. Die Leistungen von Frauen fallen viel häufiger unter den Tisch als die der Männer. Ich möchte Frauen zu ermutigen, die Kontrolle zu übernehmen und stolz auf ihr Leben und ihre Unabhängigkeit zu sein.

Und doch, viele Ihrer musikalischen Vorbilder sind männlich.

Singende Schauspieler

Diese Stars haben Musik im Blut

In der Schauspielbranche ist Kiefer Sutherland kein unbeschriebenes Blatt, wurde mehrfach für seine schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet. Doch auch musikalisch hat der 52-Jährige einiges auf Lager. 2016 brachte er das Album "Down in a Hole" auf den Markt. 
Mit seiner Band "The Jazz Kids" tritt Schauspieler Tom Schilling in Hannover auf. Es gibt sogar ein Debütalbum, mit dem Namen "Vilnius".
Überraschungsgast bei Coldplay: Chris Martin bittet plötzlich Schauspieler Michael J. Fox auf die Bühne. Gemeinsam spielen sie die Hits aus dem Film "Zurück in die Zukunft".
Im Kino ist Bruce Willis meistens dafür zuständig die Welt zu retten. Auf der Bühne beweist der Schauspieler aber auch seine musikalische Seite. Seine Platte "The Return of Bruno" beispielsweise ist mit Platin ausgezwichnet worden.

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Das stimmt. Ich liebe Stevie Wonder, Frank Ocean und Kanye West. Aber auch Alabama Shakes oder Nina Simone sind für mich Vorbild und Inspiration.

Ihre Songs sind voller Stärke und Leidenschaft. Woher ziehen Sie Kraft und Ideen?

Sich selbst zu respektieren und zu lieben ist die wichtigste Lektion, die ich jemals gelernt habe. Was auch immer mir im Leben zustößt, wenn ich es durch die Musik rauslassen und niederschreiben kann, dann ist das wie eine Reinigung für die Seele. Meine Lieder sind fast wie Bilder, die ich mit Worten und Tönen malte.

Vor Ihrer Musikkarierre studierten Sie Medizin an der Universität. Haben Sie jemals bereut, berühmt geworden zu sein?

Manchmal schon. Ich möchte das Gefühl haben, auch ohne meine Musikkarriere eine erfülltes Leben aufbauen zu können. Zu wissen, dass ich es auch als Ärztin geschafft hätte. Mir fehlt die Zeit, in der ich jeden Tag Wissen in mich hineinschaufeln konnte und mich so schrecklich schlau gefühlt habe (lacht). Das vermisse ich heute manchmal - aber ich würde nichts an meinem jetzigen Beruf ändern wollen.

"Long Live The Angels" von Emeli Sandé erscheint am 11. November bei Universal Music.

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