Echo: "Frei.Wild" bleibt draußen

Die Südtiroler Band "Frei.Wild" wird beim Echo nun doch nicht in der Kategorie "Rock/Alternative National" konkurrieren. Als Reaktion auf den Boykott anderer Bands hat der Veranstalter die Gruppe nun von der Liste der Nominierten gestrichen

Die Musiker der Band "Frei.Wild" wurden vom Echo ausgeschlossen.

Die Südtiroler Deutschrockband ("Zieh mit den Göttern"), die neben Sänger Phillip Burger noch aus Jochen Gargitter, Christian Fohrer und Jonas Notdurfter besteht, war eigentlich in der Kategorie "Rock/Alternative National" neben den "Die Ärzte", "Kraftklub", "MIA." und "Unheilig" für einen der begehrten Musikpreise nominiert. Die Nominierungen beim Echo richten sich nach Verkaufszahlen und das neueste Album der Band, "Feinde deiner Feinde", verkaufte sich im letzten Jahr mehr als 100.000 Mal. Die beiden jüngsten Alben der Gruppe waren in Deutschland in den Top Ten zu finden. Die Aufstellung der Gruppe für den Musikpreis löste jedoch eine Protestwelle aus, weil den Musikern rechtsradikales Gedankengut nachgesagt wird. Burger und Kollegnen weisen diese Vorwürfe stets von sich.

Sascha Hehn

Kritische Worte über sein "Traumschiff"-Aus

Schauspieler Sascha Hehn war von 2014 bis 2019 als "Traumschiff"-Kapitän zu sehen.
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©Gala

Dennoch traten in Reaktion auf die Nominierung von "Frei.Wild" sowohl die Chemnitzer Band "Kraftklub" ("Songs für Liam") als auch die Elektropopper von "MIA." ("Fallschirm") von ihrer Echo-Nominierung zurück und kündigten an, nicht zur Preisverleihung zu kommen. Es mag nicht in unserer Hand liegen, welche Künstler für einen Echo nominiert werden, aber es liegt in unserer Hand, von unserer Nominierung dankend Abstand zu nehmen", ließ "MIA." auf der Facebook-Seite der Band wissen. Der Protest der beiden populären Bands schlug auch unter Fans und in der Presse große Wellen.

MIt Erfolg: Am Donnerstagabend (7. März) reagierte die "Deutsche Phono-Akademie" nun überraschend und gab bekannt, "Frei.Wild" von der Nominierten-Liste zu streichen. Der Geschäftsführer des "Bundesverbandes Musikindustrie", Florian Drücke, sagte dazu offiziell: "Wir haben in den letzten Tagen heftige Kontroversen um die Nominierung von 'Frei.Wild', die auf Basis der Charts-Auswertung erfolgte, erlebt, die den gesamten Echo und damit auch alle anderen Künstler und Bands überschatten." Der Echo solle nicht zum Schauplatz einer Debatte um das Thema der politischen Gesinnung dieser Band werden. Der Entscheidung des Vorstandes, in den eigentlich klaren Regularienkatalog für die Preiswürdigkeit - nämlich Chartserfolg - einzugreifen sei, so die Presseerkleärung, "nach intensiven Diskussionen" erfolgt. Für die Zukunft arbeite man schon an einer Veränderung der 20 Jahre lang bewährten Regeln.

Der Echo wird am 21. März verliehen. Ob "Kraftklub" und "MIA." dann doch wieder dabei sind, bleibt abzuwarten.

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