DVD-Tipp: "Das Glück der großen Dinge"

Um noch einmal auf Tour zu gehen, würde Julianne Moore als alternde Rockröhre alles tun – sogar ihre süße Tochter im Stich lassen

Julianne Moore spielt eine Mutter, die sich krampfhaft an ihre Rockstar-Karriere klammert.

Gerade mal sechs Jahre ist sie alt, die Heldin dieses Films. Maisie (Onata Aprile) heißt sie, sieht klein und sehr zerbrechlich aus und trägt mehr Weisheit in sich als so mancher Erwachsene um sie herum. Maisie, das ist die Tochter von Musikerin Susanna (Julianne Moore) und deren Mann Beale (Steve Coogan), der auf der ganzen Welt mit Kunst handelt. Sie lieben ihre Tochter sehr. Aber noch mehr liebt jeder von ihnen sich selbst. Und so kommt es, dass sie zwischen all ihren Terminen und Partys und Sexkapaden immer weniger Zeit für Maisie und für einander finden.

Das Paar lässt sich schließlich scheiden. Schnell ist der alte Partner mit einem neuen ersetzt. Ihre Tochter bleibt dabei auf der Strecke. Zwar streiten sich die Eltern vor Gericht um sie, doch dabei entsteht der Eindruck, dass es nur ums Gewinnen geht und weniger um Maisie selbst. Sie erwirken ein Unentschieden. Maisie lebt mal hier, mal da und muss die meiste Zeit selbst sehen, wo sie bleibt.

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©RTL / Gala

Beale setzt sich ins Ausland ab und überlässt seine Tochter der Obhut seiner neuen Frau Margo (Joanna Vanderham) – Maisies ehemaligem Kindermädchen. Susanna geht auf Tournee quer durchs Land, an ihrer Stelle soll sich ihr frisch geehelicher Mann, der Barkeeper Lincoln (Alexander Skarsgard), um die Kleine kümmern. Und Maisie? Die versucht, das beste daraus zu machen. Sie tobt mit Lincoln tagsüber ausgelassen durch den Park, um abends still an seinem Thresen zu sitzen und ihren "Shirley Temple" zu schlürfen. Oder hüpft an der Hand ihrer non-stop-shoppenden Stiefmutter durch die Straßen New Yorks. Das geht so lange gut, bis ihre Eltern Maisie dazu zwingen, sich für einen von ihnen zu entscheiden.

Bei ihrem Ziehvater Lincoln (Alexander Skarsgard) kann Maisie (Onata Aprile) das sein, was sie ist: ein ganz normales kleines Mädchen.

Der Film "Das Glück der großen Dinge" basiert auf dem Roman "Maisie" von Henry James, der 1897 erschien. Erstaunlich, was man aus einem über einhundert Jahre alten Stoff machen kann. Den Regisseuren Scott McGehee und David Siegel ist mit "Das Glück der großen Dinge" ein einfühlsames Drama gelungen, das trotz der sehr düsteren Ausgangslage eine überraschend unbesorgte Geschichte über Liebe erzählt.

Aus dem großartigen Ensemble um Golden-Globe-Gewinnerin Julianne Moore und Nachwuchsstar Alexander Skarsgard sticht vor allem eine hervor: Jungdarstellerin Onata Aprile, die beim Dreh des Films selbst erst sechs Jahre alt war. Ihre "Maisie" wickelt die Menschen in ihrer Umgebung um ihren kleinen Finger, wie es nur kleine Mädels können. Dabei ist sie aber so niedlich und liebenswert, dass man als Zuschauer ganz automatisch mitfiebert, wie es mit ihr weitergeht und hofft, dass diese kleine Mädchen mit den großen Augen am Ende dann doch glücklich wird.

"Das Glück der großen Dinge" erscheint am 21. November auf DVD und Blu-ray.

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