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DVD-Tipp "All Is Lost"

Robert Redford in "All is Lost"
Robert Redford in "All is Lost"
© facebook.com/allislostfilm
Ein Mann, ein Boot - viel mehr braucht "All Is Lost" nicht, um seine Zuschauer in den Bann zu ziehen. Der oscarnominierte Film mit Robert Redford ist jetzt auf DVD erhältlich

Inhalt

Im Schlaf wird der namenlose Mann, gespielt von Robert Redford, von einem Geräusch gestört. Ein treibender Container hat sein Segelboot gerammt, Wasser dringt unaufhörlich in das Leck des Bootes ein. Mit stoischer Ruhe geht er an Deck und versucht, den Container wegzuschieben. Es klappt nicht. Er bleibt trotzdem gelassen - auch dann, als sich seine Jacht immer weiter mit Wasser füllt. Als schließlich noch ein schwerer Sturm aufkommt, bewahrt ihn ein aufblasbares Rettungsboot vor dem sicheren Tod irgendwo im Indischen Ozean.

Fortan vegetiert der schiffbrüchige Mann um die Siebzig in dem gelben Gefährt vor sich hin. Den entgegenkommenden Schiffen, die trotz Lichtzeichen einfach an ihm vorbeiziehen, sieht er wie gelähmt hinterher. Nur ein einziges Mal zeigt er Emotionen. Ein langgezogenes "Fuck" entgleist ihm, als das letzte Trinkwasser umkippt und damit ungenießbar wird. Alles scheint verloren - oder gibt es für den einsamen Segler doch noch Rettung?

Mit Karte, Lineal und einem Sextanten versucht der Schiffbrüchige in "All is Lost" sich mitten im Indischen Ozean zu orientieren.
Mit Karte, Lineal und einem Sextanten versucht der Schiffbrüchige sich mitten im Indischen Ozean zu orientieren.
© facebook.com/allislostfilm

Stars

Er hatte den großen Produktionen längst abgeschworen, sich lieber als Regisseur von Filmen wie "The Conspirator - Die Lincoln Verschwörung" oder Produzent von Miniserien oder Dokumentationen betätigt. Robert Redford, der mit Filmen wie "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969), "Die Unbestechlichen" (1976), oder "Jenseits von Afrika" (1985) seine größten Schauspiel-Erfolge feierte, hatte die Nase voll von den Studios in Hollywood.

Neben seiner Tätigkeit als Produzent und Regisseur widmete er sich mit großer Leidenschaft Independent-Projekten. Sein "Sundance"-Filmfestival bietet jenen Filmen in den USA eine Plattform, die in Hollywood keine Chance haben.

Auch Regisseur J.C. Chandor, einst Werbefilmer, präsentierte auf dem Festival 2011 sein Spielfilm-Debüt "Der große Crash". Und er war es schließlich auch, der Redford die Rolle in "All Is Lost" anbot.

Ein Containerschiff hat sein Segelboot gerammt: Robert Redford kämpft in seiner Rolle in "All is Lost" ums Überleben.
Ein Container hat sein Segelboot gerammt, dann gerät er in einen Sturm: Robert Redford kämpft in seiner Rolle in "All is Lost" ums Überleben.
© facebook.com/allislostfilm

Eine bessere Besetzung hätte der Regisseur und Drehbuchautor Chandor für sein Projekt wohl kaum finden können: Redford scheint das 106-minütige Projekt mit Leichtigkeit zu stemmen - er braucht weder Co-Darsteller noch große Mimik, um dem minimalistischen Werk Leben einzuhauchen. Seine viel gelobte Leistung brachte Redford unter anderem eine Golden-Globe- und eine Oscar-Nominierung ein.

Fazit

Ein Mann, ein Boot - viel mehr braucht "All Is Lost" nicht, um seine Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das vierte Werk von J.C. Chandor verhalf Robert Redford trotz - oder vielleicht gerade wegen - seiner Reduziertheit zum Hollywood-Neustart und funktioniert auch auf Fernsehbildschirmen bestens.

"All is Lost" ist seit dem 23. Mai auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Gala


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