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Dschungelcamp 2022 Deswegen hat RTL mit Janina Youssefians Rauswurf die richtige Entscheidung getroffen

Janina Youssefian
Janina Youssefian
© RTL
Am 24. Januar 2022 kam es bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" zum Eklat. Kandidatin Janina Youssefian sorgte mit einer rassistischen Äußerung für Entsetzen – und katapultierte sich selbst ins Aus. Ihr Verhalten spiegelt eine traurige Wahrheit wider, die in unserer Gesellschaft leider noch immer existent ist. 

Der Grund für den Streit war wie so oft belanglos: Janina Youssefian, 39, und Linda Nobat, 26, diskutierten über die Dschungelprüfung, die sie zuvor gemeinsam absolvieren mussten. Die zwei Frauen kamen bereits seit Beginn der Show nicht auf einen Nenner und so kocht auch diese Meinungsverschiedenheit zu einem hitzigen Wortgefecht hoch. Doch wie geschmacklos diese Auseinandersetzung ihr Ende fand, schockiert.

Dschungelcamp 2022: Janina Youssefian entfacht Rassismus-Eklat

Linda und Janina haben beide nicht mit Beleidigungen gespart. Wie beim Tischtennis provozieren sie sich gegenseitig im schellen Wechsel. Und dann fällt der Satz. Dieser eine Satz, der alle Campbewohner in Fassungslosigkeit versetzt. "Geh' doch in den Busch wieder zurück, wo du hingehörst!", sagt Janina zu Linda. Stille. Die ehemalige "Bachelor"-Teilnehmerin kann ihren Ohren kaum trauen. Zu Recht, immerhin befindet sie sich im "Dschungelcamp 2022", nicht im "Dschungelcamp 1954". 

Janina Youssefian und Linda Nobat
Janina Youssefian und Linda Nobat
© RTL

Die anderen Kandidat:innen geben sich zunächst regungslos, sichtlich entsetzt von den Szenen, die sich gerade vor ihren Augen abgespielt haben. Jasmin Herren, 43, meldet sich zu Wort nachdem Janina die rassistische Äußerung noch einmal wiederholt. "Solche Aussagen sind scheiße", merkt sie an. Doch die Ex-Affäre von Dieter Bohlen scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein und argumentiert, dass Linda sie schließlich auch beleidigt habe. Stimmt, aber dies mit einer rassistischen Aussage gleichzustellen ist – gelinde gesagt – schwierig. Denn eine rassistische Beleidigung wiegt schwerer als eine "herkömmliche", aufgrund ihrer Motivation und der mit ihr zusammenhängenden Historie. 

RTL reagiert folgerichtig

RTL reagiert am Folgetag mit der einzig richtigen Entscheidung: Janina muss das Camp verlassen. Auch in einem TV-Format, das auf zwischenmenschliche Konflikte ausgelegt ist, gibt es klare Grenzen. "RTL duldet ein derartiges Verhalten nicht und hat daher entschieden, dass Janina nicht mehr an der laufenden Staffel #IBES teilnehmen darf", heißt es später auf dem Twitter-Account des Senders. Der Rauswurf ging schnell über die Bühne, ohne der 39-Jährigen überflüssige Sendezeit zu gewähren.

Auch der Konflikt an sich wurde sachlich erzählt. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob der Sender ein solches Verhalten überhaupt hätte ausstrahlen sollen. Es ist jedoch wichtig, dass dies gezeigt wurde, denn es schafft Sichtbarkeit für ein nach wie vor vorherrschendes Problem. 

Mangelnde Reflexion und leere Plattitüden

Dass Janinas Äußerung ein absolutes No-Go ist, ist kaum zu bestreiten. Doch auch ihre darauffolgende Reaktion wirft ein weiteres Problem auf. Noch vor ihrem Rauswurf bittet Janina Linda mit folgenden Worten um Verzeihung: "Es tut mir wirklich sehr leid, wenn das rassistisch gestern rübergekommen ist." Diese "Entschuldigung" ist aus zwei Gründen problematisch. Erstens ist es keine Entschuldigung, da sie suggeriert, dass Linda es lediglich falsch verstanden hätte oder gar überempfindlich wäre. Das Einzige, was dadurch tatsächlich "rüberkommt", ist, dass Janina die Schuld auf Linda schiebt. Zweitens spielt sie damit die Schwere der rassistischen Beleidigung herunter. Außerdem zeigt diese Reaktion, wie unreflektiert Janina ist: Ihr ist anscheinend noch immer nicht klar, was sie falsch gemacht hat. 

Diese Art der Nicht-Entschuldigung ist für von Rassismus betroffene Menschen trauriger Alltag. "Es heißt immer, es ist nicht so gemeint", sagt Linda. Doch damit oder einer anderen Rechtfertigung beziehungsweise Ausrede ist es nicht getan. Was Menschen, die solche Aussagen tätigen, offenbar vergessen, ist, dass Sprache Macht hat – Worte verletzen, Worte grenzen aus. Während der Sender der Aussage seine Plattitüde loslässt und unbehelligt zur Tagesordnung übergeht, bleibt der Empfänger mit einer weiteren Narbe zurück.

Verwendete Quellen: RTL "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!", twitter.com

Gala

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