Die Höhle der Löwen: Statistik ergibt: Lohnt sich eine Teilnahme wirklich?

"Die Höhle der Löwen" kann für Start-up-Unternehmen ein Sprungbrett sein. Eine Auswertung hat jetzt aber ergeben: 40 Prozent der Deals platzen nachher wieder

Carsten Maschmeyer, Dr. Georg Kofler, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel

Bei "Die Höhle der Löwen" werden bekanntlich Träume war: Junge, kreative Start-up-Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee betreten das TV-Studio mit den fünf Investoren, stellen ihr Produkt vor, bekommen den Deal ihres Lebens und werden anschließend steinreich. So die Wunsch-Vorstellung vieler Gründer, die sich auf den Weg in die Löwenhöhle machen. Doch immer wieder hört man nach Ausstrahlung der Sendungen von geplatzten Deals und gescheiterten Investments. Ist es wirklich so schlimm, wie es besonders in dieser Staffel scheint?

Bei "Die Höhle der Löwen" platzen 40 Prozent aller Deals

Laut "chucknorisk.com" ja. Zwar sind die Summen der geplanten Investments von Staffel zu Staffel stetig gestiegen (von 1,9 in der ersten Staffel auf 11,4 Prozent in der fünften Staffel), geplatzte Deals gibt es aber nach wie vor jede Menge - und zwar 40 Prozent. Von 150 Deals in fünf Staffeln (vor Ausstrahlung der zwölften Folge der fünften Staffel) kamen lediglich 90 zustande, 60 dementsprechend nicht. In Euro ausgedrückt, wurden 18 Millionen statt geplanten 31 Millionen Euro investiert - das sind gerade einmal 57,7 Prozent. Bei insgesamt 321 Teilnehmern der Show besteht damit die Chance für ein erfolgreiches Investment bei 28 Prozent.

Die Höhle der Löwen

Wunder-Wärmflasche "Troy" im Test

Volker Junior (l.) und Benjamin Ohmer

Das klingt alles erst einmal erschreckend und verspricht keine all zu großen Erfolgsaussichten für die teilnehmenden Gründer. Doch dieser Eindruck täuscht.

Im normalen Leben wird nicht so schnell investiert

Erstens: Es ist vollkommen normal, dass Deals nach so kurzer Besprechungszeit auch wieder platzen. Es wäre eher unnormal, wenn das nicht so wäre. Im realen Leben entscheidet sich kein Investor nach einem fünfminütigen Pitch dafür, mehrere Zehn- oder sogar Hunderttausend Euro zu investieren. Erst im Nachgang, wenn die Kameras aus sind, werden Einzelheiten besprochen. Vom Handschlag in der Sendung hin zur Unterschrift auf dem Vertrag ist es oft ein steiniger Weg, der den Zuschauern meist gar nicht bewusst ist.

Auch ohne Deal erfolgreich am Markt

Zweitens: Auch die Unternehmen, die bei "Die Höhle der Löwen" keinen Deal abschließen, profitieren von ihrer Teilnahme an der Show. Ein Fernseh-Auftritt vor fast drei Millionen Zuschauern verspricht eine großartige Werbung und jede Menge Aufmerksamkeit. Auch ohne Investment von den Löwen, bekommen die Unternehmen meist einen regen Zulauf und schreiben Erfolgsgeschichte. Von insgesamt 171 teilnehmenden Firmen, die in der Sendung keinen Deal bekommen haben, sind heute noch 141 am Markt - nur 17,5 Prozent mussten aufgeben. Im normalen Leben, ohne die Werbewirkung der Sendung, scheitern in Deutschland 32 Prozent aller Firmen drei Jahre nach der Gründung.

"Die Höhle der Löwen"

So viel Geld haben die Löwen investiert

Das sind sie, die Löwen:Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Ralf Dümmel werde ab dem 4. September die innovativsten Gründer suchen. 

Es zeigt sich also: Wer in "Die Höhle der Löwen" zu sehen ist, hat praktisch schon gewonnen. Ein Deal ist nicht immer notwendig, im Nachhinein vielleicht sogar ungünstig, weil es das Unternehmen auch aus eigener Kraft geschafft hätte.

Höhle der Löwen 2018

Die Highlights der Show

Max Krämer und Baris Özel aus Osnabrück präsentieren mit "Bugfoundation" einen Burgerpatty aus Insekten. Sie erhoffen sich ein Investment von 225.000 Euro für 7,5 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Die Investoren Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel beraten, ob und wieviel sie in "Smartsleep" investieren wollen.
André Reinegger aus Aachen präsentiert mit "Plankpad" Planken und Spielen in einem. Er erhofft sich ein Investment von 50.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen.
Die Investoren Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel nehmen die Burger von "Bugfoundation" genau unter die Lupe.

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Verwendete Quellen: chucknorisk.com

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