Die Höhle der Löwen: Das passierte in Folge vier

Ein Fitnessgerät, ein Brotaufstrich, ein BH nach Maß, eine Fußball-App und eine Applikation zum Holzstämme zählen - das erwartet die Investoren in der vierten Folge von "Die Höhle der Löwen"

"Die Höhle der Löwen"

Bei die "Die Höhle der Löwen" versuchen Kandidaten die kritische Jury von ihren Geschäftsideen zu begeistern. In der Folge vom 13. September war wieder einiges geboten - wir fassen den unterhaltsamen Aufgalopp mal zusammen.

SensoPro: Kaspar Schmocker, 27, Florian Kuchen, 27, und Jan Urfer, 33

Die ehemaligen Kommilitonen haben ihren SensoPro-Trainer im Gepäck. Auf dem Sportgerät (über zwei Metern hoch, drei Quadratmeter groß) kann jeder Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer trainieren- mithilfe von flexiblen Gummibändern. 14.350 Euro kostet den Kunden ein SensoPro Trainer. Seit drei Jahren ist der bereits auf dem Markt, über 50 Geräte stehen in Fitnesscentern, Krankenhäusern und Physiotherapiepraxen in der Schweiz. Als nächstes soll der Markteintritt in Deutschland angegangen werden. Dafür brauchen Kaspar, Florian und Jan Kapital und Unterstützung in Vertrieb und Marketing. 10 Prozent der Firmenanteile würden die drei Sportler für 350.000 Euro abgeben. Ob die Löwen Potenzial im SensoPro Trainer sehen?

Carsten Maschmeyer und Jochen Schweizer probieren das Gerät aus und sind durchaus angetan. „Spaß ist das eine, jetzt müssen wir aber auch mal über Zahlen sprechen“, bringt Frank Thelen das Gespräch wieder auf das Wesentliche. Doch nur Carsten Maschmeyer kann sich ein Investment vorstellen. Allerdings will er für die 350.000 Euro 33 Prozent Anteile. Schließlich hat er ein tolles Netzwerk und Know-how zu bieten. Die Gründer beraten sich. Ihr Höchstgebot: 25 Prozent. Maschmeyer versucht es anders: „Sie brauchen bestimmt Celebrities. Wenn wir jetzt einen berühmten Fußballspieler oder jemanden aus der Welt meiner Frau jemanden dafür bekämen, ist das auch sehr viel wert. Für ein anderes Produkt habe ich meinen Freund Wladimir Klitschko geholt. For nothing. Den Werbewert können sie sich ausrechnen. Wenn ich das auch noch addiere, liegen wir bei 30 Prozent.“

Die Gründer ziehen sich noch mal zurück. „Das ist doch scheiße“, finden sie die Aussicht, weniger Anteile an ihrer Firma zu haben. Also lehnten sie Maschmeyers Angebot ab. „Neeeeiiin! Wegen fünf Prozent? Ich kann das nicht glauben“ entfährt es Judith Williams. Frank Thelen: „Manchmal stehen sich die Gründer einfach selbst im Weg."

SugarShape: Sabrina Schönborn, 35, und Laura Gollers, 27

Zu klein, zu groß, nicht hübsch genug – die richtige Bademode zu finden ist für viele Frauen eine Herausforderung. Die beiden Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers wollen mit SugarShape Abhilfe schaffen. Seit 2012 sind sie mit ihrer Idee am Markt und bieten mittlerweile aus ihrer eigenen Wäsche- und Badekollektion über 50 BH-Modelle an. Das Besondere: Auf SugarShape.de füllt die Kundin online einen Fragebogen aus, in dem sie ihre Maße, ihren Brust-Typ und ihre Wäschevorlieben angibt. Verzieren kann man seinen idealen BH dann noch mit Schleifen und Charms am Mittelsteg. Expertinnen stellen dann anhand der Ergebnisse eine Box mit passenden Sets zusammen. Um neue Mitarbeiter einzustellen und den Schritt auf den internationalen Markt zu wagen benötigen die Gründerinnen 500.000 Euro. Im Gegenzug bieten sie 10 Prozent ihrer Firmenanteile. Wird das Konzept die Löwen überzeugen?

Judith Williams ist begeistert: „Ich kenne diese Situation. Kann ich total gut verstehen. Was mich außerdem überzeugt, ist die Qualität.“ Die BH’s sind ab etwa 55,90 Euro zu haben. Die Herren in der Runde können sich nicht für die Idee erwärmen. Carsten Maschemeyer schmunzelnd: „Ich komme für Sie nicht in Frage. Ich bin mit einer wunderschönen Frau verheiratet, und die Unterwäsche soll für mich so ein bisschen mystisch-geheimnisvoll sein. Da möchte ich mich Geschäftlich nicht beschäftigen, verzeihen Sie bitte.“

Jetzt ist Judith Williams gefragt. Sie als Frau wird doch das Potenzial von SugarShape erkennen? „Ich würde es nicht alleine machen – aber mit Frank Thelen zusammen.“ Denn während Williams die nötige Kompetenz im Mode- und Textilbereich mitbringt, ist Thelen Experte im Software und Online-Marketingbereich. Die perfekte Kombination. Doch: Die beiden wollen 500.000 Euro für 20 Prozent, nicht nur 10 Prozent. „Entweder Sie nehmen den Deal oder nicht. Das ist nicht verhandelbar“, sagt Williams. Die Gründerinnen überlegen – und schlagen zu.

FOVEA: Manfred Ide, 31

Manfred Ide ist Technischer Forstoberst-Inspektor und hat die FOVEA-App erfunden, die in der Holzwirtschaft helfen soll. Die Applikation ermöglicht in wenigen Sekunden die Anzahl der Holzstämme in einem Holzpolter - einem Sammelplatz für Langholz - zu ermitteln. Innerhalb von drei Minuten können somit 1.000 Stämme gezählt werden, was bis zu 97 Prozent Effizienz-Steigerung bedeutet. Der Benutzer macht mit der App einzelne Fotos des Holzpolters, die anschließend in ein einheitliches Panoramabild zusammengefasst werden. Die Stämme werden automatisch erkannt und markiert. Anschließend wird das Bild mit Geokoordinaten, der Anzahl der Stämme und einem Text gespeichert, dieser kann bspw. als PDF ausgegeben oder direkt versendet werden. Um unter anderem seinen Vertrieb auszubauen, benötigt er 300.000 Euro und bietet im Gegenzug sieben Prozent seiner Firmenanteile an. Doch überzeugen seine Geschäftszahlen die Investoren?

Leider nein. Alle passen. „Der Markt ist mir zu klein“, sagt Frank Thelen.

Nachtwächter: Marcus Ruoff, 46

Schluss mit Schnarchen - das verspricht Marcus Ruoff mit seiner Erfindung "Nachtwächter” . Dahinter verbirgt sich ein stark gepolsterter, querliegender Rückenprotektor, der die Rückenlage während des Schlafens verhindert. Nach drei bis sechs Monaten soll ein Konditionierungseffekt eintreten, so dass man die Weste im besten Falle nicht mehr benötigt. Um sein Vertriebsnetz auszubauen und auch weitere Produkte zu entwickeln möchte der Riedlinger 200.000 Euro von den "Löwen" und würde dafür 20 Prozent seiner Firmenanteile abgeben. Wie werden die Investoren das Absatzpotenzial der 200-Euro-Schlafweste einschätzen?

Frank Thelen passt: „Das ist mir nicht besonders genug.“ Judith Williams findet den Nachwächter sehr „unsexy“, gerade für junge Paare. Maschmeyer: „Das ist wirklich heftig, sich diesen Tornister aufzusetzen.“ Sein Kollege Frank Dümmel dagegen ist angetan „Der Markt ist riesig. Mit meinem Team könnte ich Ihnen eine große Hilfe sein. Ich gebe Ihnen 200.00 Euro. Dafür brauche ich 30 Prozent.“ Manfred Ide schlägt ein.

Kickbase: Anatol, 28, Ante, 30, Daniel, 27, und Felix, 34

Mit der App „Kickbase“ wird jeder Fußball-Fan zum Fußball-Manager. Nach Gründung einer eigenen Liga mit Freunden oder Arbeitskollegen bekommt der User ein virtuelles Budget zur Verfügung und kann sich so eine Traum-Elf zusammenstellen. Während des echten Bundesliga-Spiels erhält er für jede Aktion seiner Spieler Live-Punkte, die in Echtzeit einsehbar sind. Die Punkte, sowohl positiv als auch negativ, gibt es im Sekundentakt für über 60 reale Spielaktionen - jedes Dribbling, jeder Pass, jedes Foul auf dem Spielfeld hat direkten Einfluss auf das Punktekonto. Dementsprechend hoch oder niedrig ist der Marktwert des Spielers und somit das Ranking innerhalb der eigenen Liga. Auf dem Transfermarkt können die Spieler gekauft und verkauft werden. Zudem hat KICKBASE die Bundesliga-Lizenz mit den Original-Spielernamen, Bildern und Club-Logos erworben. Damit haben sie eine ideale Verbindung zwischen dem realen Bundesligageschehen und dem virtuellem Spiel geschaffen. Um ihre App weiter nach vorne zu bringen, benötigen Anatol, Ante , Daniel und Felix aus München 600.000 Euro und würden 10 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben. Eine sportliche Bewertung für das Unternehmen. Ob einer der "Löwen" ihre Fußball-Leidenschaft teilt und bei KICKBASE einsteigen wird?

Carsten Maschmeyer ist nicht überzeugt: „Ich habe Angst vor Ihren Zahlen. Ich passe.“ Auch Judith Williams möchte nicht investieren. Jochen Schweizer: „Sie leben nicht in der Realität.“ Frank Thelen ist im Zwiespalt: „So was wie Ihre App habe ich noch nicht gesehen. Das ist ne super clevere Idee.“ Jedoch glaubt er, dass die Jungs den Firmenwert zu hoch beziffern – und steigt aus. „Wir haben uns ganz klar verzettelt. Die Investoren haben Recht“, sagen die Gründer danach und zeigen sich dankbar für die Tipps der Investoren.

MALZIT: Stefanie Tomljanovic,55

2004 gründete Stefanie Tomljanovic die Manufaktur MALZIT . Ihre Idee: Brotaufstriche auf Malzbasis herstellen. Mittlerweile bietet die 55-jährige Mutter und Oma sieben Brotaufstriche und vier Fruchtaufstriche auf Malzbasis an. Das Besondere: Der Getreideanteil in Form von ausgewaschenem Malz, welches ihm trotz eines geringen Zuckeranteils einen angenehmen süßlichen Geschmack verleiht. Durch den Einsatz verschiedener Malzsorten erhalten die Produkte unterschiedliche Farben und Geschmacksrichtungen. Ob pure, gewürzte oder fruchtige Sorten, alle Produkte sind vegan. Um ihren Verpackungsprozess und ihre Internetpräsenz zu optimieren, benötigt sie 40.000 Euro und bietet dafür 30 Prozent ihres Unternehmens an. Alle "Löwen" sind von der bodenständigen, sympathischen Steffi begeistert - doch bietet sie mit MALZIT auch ein lukratives Geschäftsmodell an?

Für Frank Dümmel schon. Neben den 40.000 Euro will er Stefanie Tomljanovic auch helfen, das Produkt am Markt zu platzieren.

Judith Williams

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©Gala

Die Höhle der Löwen

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Investorin Judith Williams
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