Diana Amft: "Heute habe ich mehr Gelassenheit"

Ab Montag (5. Mai) ist Diana Amft als neue TV-Kommissarin "Josephine Klick" bei Sat.1 zu sehen. Mit "gala.de" sprach sie vorab über Schießübungen, Zukunftsängste und zu sensible Schauspieler

Diana Amft

In " " spielt ab Montag (5. Mai) eine Kommissarin, die es vom Land nach Berlin verschlägt. Ihre beiden männlichen Kollegen, die lange ein eingeschworenes Team waren, haben allerdings nur wenig übrig für die Blondine mit Pferd, die eigenwillige Alleingänge plant und auch sonst selten auf das hört, was man(n) ihr sagt.

Im Gespräch mit "gala.de" hat Diana Amft unter anderem erklärt, warum sie nur wenig mit "Josephine" gemein hat und warum Schauspieler oft dazu neigen, zu viele Dinge auf sich persönlich zu beziehen.

Frau Amft, Sie wurden schon vor dem Start Ihrer neuen Serie "Josephine Klick" für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert, Glückwunsch!

Vielen Dank, das war wirklich überwältigend für mich, ich habe das so noch nicht erlebt. Das ist eine ganz große Auszeichnung für das Projekt!

Sind Vorschusslorbeeren etwas Gutes oder erhöhen Sie den Druck?

Nein, das ist ein gutes Zeichen. Ich bin ein sehr positiv eingestellter Mensch und versuche, mich über schöne Sachen zu freuen, statt sie negativ zu zerreden. Das gilt auch für die Nominierung: Ich freue mich darüber, wäre aber nicht enttäuscht, falls ich den Preis nicht bekommen sollte. Die Nominierung ist schon ein großes Geschenk. Genauso sehe ich das auch für das Format – alle Beteiligten wissen, dass sie da etwas ganz Besonderes gemacht und viel Herzblut reingesteckt haben. Jetzt kann man nur von ganzem Herzen hoffen und sich wünschen, dass das auch beiden Zuschauern so ankommt. Aber ich versuche, mich einfach zu freuen und keinen Druck aufzubauen.

Beim Schießen immer schön die Augen auf lassen: Diana Amft als "Josephine Klick"

Beim Schießen immer schön die Augen auf lassen: Diana Amft als "Josephine Klick"

Die Serie scheut sich nicht davor, auch thematisch heiße Eisen anzupacken, wie zum Beispiel das Leben von Muslimen in Deutschland - haben Sie ein bisschen Angst, dass das auch kritische Stimmen auf den Plan rufen wird?

Der Mut ist dem Autor Marc Terjung [" ". die Red.] zuzuschreiben, der sich wirklich vor nichts scheut. Wir Schauspieler haben versucht, unseren Charakteren treu zu bleiben und natürlich niemandem auf die Füße zu treten. Die Figuren haben zwar ihre persönlichen Einstellungen zu gewissen Dingen, aber wir haben nicht extra versucht, für Konflikte zu sorgen. Ich hoffe, dass sich damit niemand auf den Fuß getreten fühlt. Es ist eine fiktionale Serie, das sollte man nicht vergessen. Wir sitzen da ja nicht in einer großen Talkrunde und äußern uns zu diesem Thema.

Ihre neue Rolle ist zwar ernster angelegt, als das, was man bisher von Ihnen kennt. Aber ein gewisses Maß an Komik bringt "Josephine" trotzdem mit...

Es gibt mit Sicherheit komödiantische Momente, die allerdings eher aus Situationen heraus entstehen. Josephine ist ja keine Figur, die zum Beispiel vor eine Glasscheibe rennt. Viel Unterhaltungspotential entsteht natürlich aus der Konfliktsituation mit den Kollegen. Wenn man sich gegenseitig aufzieht oder ärgert, fallen manche lustigen Sprüche.

Inwiefern hatten Sie selbst Spielraum, solche Aspekte in Ihre Rolle einzubringen?

Wir haben uns schon bei der Entstehung der Bücher Gedanken darüber gemacht, inwieweit man den Aspekt mit einfließen lassen kann. "Josephine" ist aber komplett anders als ich. Man wird ja oft gefragt, was man mit der Rolle gemein hat und "Josephine" ist die Rolle, die am weitesten von mir entfernt ist. Sie kann vieles viel besser, ist angstbefreit, kann besser reiten und besser schießen und diese Herausforderung hat großen Spaß gemacht. Ich musste zum Beispiel beim Schießen erstmal lernen, dass man im besten Fall die Augen auf lässt und möglichst auch in die Richtung guckt, in die der Schuss gehen soll und nicht den Kopf wegdreht (lacht). Das war schon eine große Herausforderung.

Allein unter Machos: Diana Amft als "Josefine Klick"

Allein unter Machos: Diana Amft als "Josefine Klick"

In der Serie haben Sie es als neue Kommissarin in Berlin mit zwei ausgeprägten Machotypen zu tun - sind Ihnen solche Exemplare auch schon in Ihrem Berufsleben begegnet?

Ich glaube in jedem Beruf gibt es die einen und die anderen. Die Kollegen in der Serie waren immer ziemlich eng, auch privat, und dann kommt plötzlich eine Frau, die sich in dieses Team drängt, was das Machogehabe wohl noch stärker zum Vorschein kommen lässt. Das gibt es wohl überall, auch schon auf dem Schulhof, aber man merkt auch oft, dass die Coolen oft die Zerbrechlichsten sind. Sie versuchen eigentlich nur, eine Fassade aufrecht zu erhalten, um sich selber zu schützen. Nicht alle natürlich – aber hier und da ist mir das schon aufgefallen.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2014

16. Dezember 2014: Bei den Dreharbeiten von der Serie "The Slap" spielen Uma Thurman und Penn Badgley ein ungleiches Paar.
16. Dezember 2014: Natürlich handelt es sich hier um den neuen James Bond Film "Spectre". Wir sind gespannt was Daniel Craig uns diesmal zu bieten hat.
16. Dezember 2014: Gillian Anderson ist hier zu sehen bei dem Dreh der Serie "Hannibal".
12. Dezember: Angelina Jolie während der Dreharbeiten zu "Unbroken" im Gespräch mit den Darstellern hinter den Kulissen.

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Die junge Hollywood-Schauspielerin hat sich mal in einem Interview darüber aufgeregt, dass es vorkommt, dass sich zwei männliche Kollegen am Set über ihren Kopf hinweg über sie unterhalten – als ob sie gar nicht da wäre…

So etwas ist mir noch nie aufgefallen, oder die haben das so geschickt gemacht, dass ich es nicht gemerkt habe (lacht). Ich möchte weder Jennifer Lawrence noch sonst jemandem auf die Füße treten, aber es gibt da eine Tendenz bei Schauspielern, vieles auf sich zu beziehen, auch wenn das gar nicht notwendig ist. Der Beruf ist ja sehr emotional und feinfühlig - wenn man möchte, kann man da alles auf sich beziehen. Ich glaube, davon muss man sich frei machen.

Fühlen Sie intuitiv so oder haben Sie sich das aneignen müssen? Sie arbeiten ja in einem Beruf, in dem Sie auch vor öffentlicher Kritik nicht geschützt sind.

Nein, es ist tatsächlich ein Lernprozess, damit umzugehen, dass jemand über dich redet. Oder mit einem gewissen Mangel an Sensibilität, wenn jemand zum Beispiel meint, auf dich zugehen und umarmen zu müssen, während ein anderer schon den Fotoapparat draufhält. Da würde doch jeder gern vorher gefragt werden. Oder auch, dass mit dem Finger auf dich gezeigt und gesagt wird: "Guck mal, das ist Diana Amft". Das ist schon komisch und etwas, womit man umzugehen lernen muss.

Umgehen lernen muss man auch mit dem Druck und mit den Zukunftsängsten, die der Beruf so mit sich bringt. Richtige Sicherheit bietet zwar kaum mehr ein Beruf, aber die Schauspielerei ist natürlich besonders unsicher, weil sich einfach immer so viel verändert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich gerade die Schauspielschule abgeschlossen hatte und meine erste Filmrolle beendet war, lagen plötzlich nur freie Tage vor mir und ich hatte echt total Panik, weil ich diese Situation im Leben einfach noch nicht kannte. Da habe ich glücklicherweise in den letzten Jahren eine größere Gelassenheit und Entspanntheit entwickelt. Das kann ein Teil der gewonnen Lebenserfahrung sein, aber auch dass ich in den Zeiten, in denen ich nicht gedreht habe, mit dem Schreiben angefangen habe [Diana Amft hat bereits zwei Kinderbücher veröffentlicht und arbeitet derzeit an dem dritten, die Red.] – und auch das gibt mir totale Entspanntheit. Ich bin aber auch jemand, der bereits viele Nebenjobs hatte - vermutlich gibt es keinen, den ich noch nicht gemacht habe. Das gibt einem auch eine gewisse Freiheit, dass man immer irgendwo einen Weg findet, sich durchs Leben zu beißen.

Was war denn der außergewöhnlichste Nebenjob, den Sie je gemacht haben?

Vermutlich, als ich als Pantomime irgendwelche Flyer verteilt habe.

Als Pantomime?

Ja, mit so pantomimischen Gesten (lacht). Da hab ich mich voll zum Affen gemacht. Außerdem war das irgendwo außerhalb und es war ziemlich bescheuert, weil ich alles, was ich verdient habe, wieder für die Fahrkarte ausgeben musste. Es war auf jeden Fall der blödeste Nebenjob, den ich gemacht habe. Und ansonsten ist alles dabei gewesen, in der Bekleidungsfabrik Sachen zusammenlegen, Kindermädchen – das war ein schöner Job. Sehr viel Spaß gemacht hat mir auch hinter der Bar zu arbeiten, da haben mich dann auch immer Freunde besucht. Bäckerei fand ich ein bisschen anstrengend von den Zeiten her – also es war alles Mögliche schon dabei.

"Doctor's Diary"-Traumpaar Diana Amft und Florian David Fitz im Jahr 2009. Der heiß ersehnte Kinofilm zur Serie ist derzeit allerdings "kein Thema".

"Doctor's Diary"-Traumpaar Diana Amft und Florian David Fitz im Jahr 2009. Der heiß ersehnte Kinofilm zur Serie ist derzeit allerdings "kein Thema".

Josephine reitet und schießt. Wie reagieren Sie sich ab, wenn es mal nötig ist?

Abreagieren würde ich eher mit abschalten übersetzen und das kann ich sehr gut beim Schreiben. Ich flüchte gern in die Welt des Schreibens. Um einen Ausgleich von der Arbeit zu finden, treffe ich mich auch sehr gerne mit Freunden. Da ich viel unterwegs bin, ist es wie ein Geschenk, wenn man mal Zeit mit Freunden verbringen kann, entweder bei einem Spieleabend oder beim gemeinsamen Film schauen oder Kochen – oder einfach mal quatschen und lachen. Aber abreagieren muss ich mich eigentlich nicht. Ich könnte jetzt zum Beispiel nichts gegen die Wand schmeißen, das macht ja irgendwie keinen Sinn. Da macht man nur etwas kaputt und die Wand ist vielleicht auch beschädigt, da hat ja keiner was davon.

Gibt es schon Neuigkeiten in Bezug auf einen "Doctor's Diary"-Film?

Da bin ich verhaltener geworden. Ich möchte den Fans nicht allzu viel Hoffnung machen, denn aktuell ist es kein Thema. Wir alle wissen ja, dass , der Verantwortliche des ganzen Projekts, gerade sehr große Erfolge mit "Fack " feiert, wozu ich ihm auch sehr herzlich gratuliere, und ich denke sein Fokus liegt jetzt erstmal auf "Fack Ju Göthe 2".

"Josephine Klick" mit Diana Amft, Matthi Faust und läuft ab dem 5. Mai immer Montags um 21:15 Uhr auf Sat.1.

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