Der Hund begraben: Schwarze Komödie aus dem Familiengrauen

Die pechschwarze Komödie "Der Hund begraben" erzählt von der Unfähigkeit, über Gefühle zu sprechen und von der Kunst des perfekten Timings

Alles andere als ein Hans im Glück: In "Der Hund begraben" führt Familienvater Hans (Justus von Dohnányi) ein freudloses Leben. Und als das auch noch ins Wanken gerät, nimmt die menschliche Katastrophe ihren Lauf. Ausgelöst wird diese durch das Auftauchen und Verschwinden eines streunenden Hundes, in den sich Ehefrau Yvonne (gespielt von Juliane Köhler) sofort verliebt. Für Hans, der gerade seinen Job verloren hat, weil er einfach zu zufrieden und viel zu wenig fordernd war, hat sie weder Zeit noch Ohr. Ganz zu schweigen von seiner Teenietochter, die gerade ihren ersten freund mit nach Hause bringt.

Ein geheimnisvoller Fremder tritt auf

Hans ist eifersüchtig auf das Tier, fühlt sich nach seinem Jobverlust vollends überflüssig und sucht Hilfe bei einem merkwürdigen Fremden, dem undurchsichtigen Mike - eine Paraderolle für den frisch gebackenen Berlinale-Star Georg Friedrich (50, Silberner Bär für "Helle Nächte"). Doch der fragt nur: "Was bringt einen Mann wie dich in eine Lage wie diese?"

In der schwarzen Komödie geht es um: Die Angst, ersetzbar zu sein. Die Unfähigkeit, über Gefühle zu reden. Den richtigen Moment, um die Wahrheit zu sagen. Um Manipulation, den falschen Umgang mit Problemen ... und eine extrem unschöne Situation, in der das Handy wirklich ausgeschaltet sein sollte. "Der Hund begraben" erzählt aber auch von der unglaublichen Freiheit, die man gewinnt, wenn man alles verliert. 

Lohnt sich der Kinobesuch?

Ja. Hätten die Verantwortlichen allerdings andere Schauspieler engagiert, würde die Antwort vielleicht etwas anders ausfallen. Doch dieser Cast ist einfach wunderbar. So ist es eine kleine, feine und schlicht, aber mit viel Liebe zu den Figuren inszenierte Geschichte geworden. Sie erinnert durchaus an eine grauere und deutschere Version des Oscar-Erfolgs "American Beauty" (1999) - dafür sorgen schon bestimmte Kameraeinstellungen.

Von Anfang an ist klar, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Nur für wen, das bleibt bis zum Schluss der pechschwarzen Komödie offen.

"Der Hund begraben" läuft ab dem 23. März 2017 in den deutschen Kinos.

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