Der Goldene Handschuh: Fatih Akin erhält originale Beweismittel von Hamburger Polizei für Honka-Film

Auf der Berlinale wurde Fatih Akins "Der Goldene Handschuh" seine Premiere. Danach hagelte es derbe Kritik und jetzt stellt sich heraus, die Hamburger Polizei beriet Akin bei seiner Honka-Verfilmung mit originalen Beweismittel aus ihrem Fundus

Fritz Honka in "Der Goldene Handschuh"

Es war der Schock-Film der 69. Berlinale: "Der Goldenen Handschuh" von Star-Regisseur Fatih Akin, 45, blickt tief in die Abgründe der Gesellschaft und spart dabei nicht an grausamen Details. Am 21. Februar startet der Film offiziell in den deutschen Kinos. 

Der Goldene Handschuh: Fatih Akin verfilmt Frauenmörder Fritz Honka

Weltpremiere auf der 69. Berlinale Wenn Star-Regisseur Fatih Akin einen neuen Film ankündigt, horchen die Cineasten auf. Wenn dann auch noch Kult-Autor Heinz Strunk die Buchvorlage zum Film liefert, scheint die Sache preisverdächtig zu werden. In "Der Goldene Handschuh" verfilmt Akin das Leben des Serienmörders Fritz Honka. Weltpremiere feierte der Horrorfilm auf der Berlinale und nimmt zudem am Wettbewerb um den "Goldenen Bären" teil. Neben den üblichen Pressevorführungen gab es aufgrund der großen Nachfrage noch eine Zusatzvorstellung. 

Der Fall Fritz Honka: Altonas Gruselkabinett

Fritz Honkas Wohnzimmer in Akins Kinofilm

Fritz Honka (gespielt von Jonas Dassler, 23) lebte in den 1970er Jahren in einer kleinen Dachgeschosswohnung im Hamburger Stadtteil Altona. Honka hatte nicht viel Glück im Leben, war Hilfsarbeiter und dem Alkohol verfallen. Seine Freizeit verbrachte er meist in der Kiez-Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" zwischen Prostituierten und anderen Trinkern. Er wirkte wie eine bemitleidenswerte Figur, doch keiner wusste, was wirklich in Honka vor sich ging. Die Kneipe nutzte er als Ort, um Frauen in seine Wohnung zu locken. Dort missbrauchte er seine Opfer und versteckt anschließend ihre zerstückelten Leichen.

Originale Requisiten: Hamburger Polizei beriet Akin

In den Medien ist seit Bekanntwerden der Neuverfilmung eine Art Hype ausgebrochen. Auch die Polizei Hamburg schließt sich an und zeigt im Polizeimuseum der Hansestadt originale Beweisstücke und Ermittlungsdokumente des spektakulären Kriminalfalls. Unter anderem sind die originale Tatortskizze, Fotos aus der Spurenmappe, Bekleidung der Opfer sowie der "Fuchsschwanz“, das mutmaßliche Tatwerkzeug Honkas, zu besichtigen.

Auch das Akin-Filmteam holte sich für den Nachbau der Honka-Wohnung bei den Experten Rat. In dem Facebook-Beitrag der Polizei heißt es:

„In mehrstündiger, akribischer Detailarbeit unterstützte unser Polizeimuseum die Requisiteurin des Films und lieferte umfangreiches Fotomaterial, stellte Exponate zu Verfügung“

Gespaltene Film-Kritiken

Die Meinungen über den Film gehen weit auseinander. Häufig kritisiert wurde die explizite Darstellung von den Misshandlungen der Opfer. "Das berührt, schockiert und erschüttert den Zuschauer. Und das soll es auch!", verteidigte Fatih Akin seinen Film auf "cicero.de". Gelobt wurde hingegen der 23-jährige Hauptdarsteller Jonas Dassler ("Werk ohne Autor"). Er lasse den Zuschauer einen Funken von Menschlichkeit in der Figur des Serienmörders erkennen.

Heinz Strunk liefert die Buchvorlage

Die Vorlage für den Film "Der Goldene Handschuh" lieferte das gleichnamige Buch von Kult-Autor Heinz Strunk ("Fleisch ist mein Gemüse"). Der Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert, ist ebenfalls nichts für seichte Gemüter. Strunk hat detailliert recherchiert und sogar ehemalige Prozessakten untersucht. Lange Zeit blieben Honkas Taten unbemerkt. Der Serienmörder tötete vier Frauen, bis deren Überreste zufällig bei einem Brand in seinem Wohnhaus bemerkt wurden. Die Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" ist übrigens bis heute eine feste Institution auf dem Hamburger Kiez. 

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Verwendete Quellen: "Cicero.de", Twitter, Facebook

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