Das Adlon: Willkommen auf dem Traumschiff

Viele Stars, aufwendige Kostüme und tolle Bilder: Teil eins des TV-Events "Das Adlon" wollte viel - und scheiterte am Ende doch

Das Adlon

Es war ein bisschen wie eine nette Episode auf dem "Traumschiff", dem Urgestein der ZDF-Serien: Viele Stars, schöne Bilder, Intrigen, Herzschmerz und eine arg konstruierte Geschichte - all das bietet der TV-Dreiteiler "Das Adlon". Nach großer Ankündigung strahlte das ZDF am Sonntag (6. Januar) den ersten Teil des Films aus - und konnte den Erwartungen nicht immer standhalten.

Dabei bietet die Geschichte durchaus Stoff für Tiefgang: Die fiktive Hotel-Familie Schadt, Dreh- und Angelpunkt des Films, birgt große Geheimnisse und sorgt immer wieder für viel Dramatik. Allen voran "Alma" (Maria Ehrich, später Anja Kling), die als Teenager ein uneheliches Kind gebärt und später ihre Verlobung löst und mit ihren Eltern bricht, um ihr Glück in Amerika zu versuchen.

Im Zentrum der Geschichte steht Alma Schadt (Maria Ehrich), hier mit ihren Eltern Ottilie (Sunnyi Melles) und Gustaf (Thomas Thieme).

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Doch all das wirkt immer wieder arg konstruiert: Als "Alma" zum Beispiel mit der weltoffenen, weil Hosen tragenden Fotografin "Undine Adams" (Christiane Paul) zwischen Blumen besetzten Wiesen Fahrrad fährt, ist sofort klar, dass die beiden sich in einer der nächsten Szenen näher kommen.

Auch die Besetzung dürfte teilweise für Verwirrung sorgen. "Alma Schadt", als Jugendliche noch von Newcomerin Maria Ehrich gespielt, wird als Erwachsene plötzlich von Anja Kling dargestellt - zwei Schauspielerinnen, die auch mit viel Wohlwollen optisch kaum etwas miteinander gemein haben.

Ein bisschen Hoffnung gibt es aber - und das liegt vor allem an den Bildern: Wenn Hauptdarsteller wie Marie Bäumer und Heino Ferch im Abendkleid und Frack durch die Eingangshalle des legendären Berliner Luxushotels flanieren, Concierges in Uniform geschäftig umherlaufen und illustre Gäste aus aller Welt durch die Eingangstür schreiten, kommt Stimmung auf. Da können sich die deutschen Filmemacher sogar für einen kurzen Moment mit den Großen aus Amerika messen.

Und auch einen Sieg im hart umkämpften Quotenmarkt konnte "Das Adlon" verbuchen. 8,53 Millionen Zuschauer wollten den ersten Teil laut "kress.de" sehen. Da ist "Das Adlon" dem "Traumschiff" also doch ein paar Knoten voraus.

aze

Der zweite und dritte Teil von "Das Adlon" läuft am Montag, 7. Januar, und Mittwoch, 9. Januar, jeweils um 20.15 Uhr im ZDF.

Witwe Ottilie Schadt, Sonja(Josefine Preuß) und Alma (Anja Kling, r.) trauern am offenen Sarg um den verstorbenen Gustaf.

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