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Daniel Craig+Rachel Weisz Szenen einer Ehekrise

Rachel Weisz, Daniel Craig
© Picture Alliance
Das Theaterereignis in New York: Rachel Weisz und Daniel Craig spielen am Broadway ein untreues Paar. "Gala" saß im ersten Rang

Lange Schlangen schon am Mittag. Vorm Kassenhäuschen des "Ethel Barrymore"-Theaters drängeln sich New Yorker und betuchte Touristen, um Restkarten für die Abendvorstellung zu bekommen. Ticketpreise von bis zu 460 Dollar machen noch neugieriger auf das Stück: "Betrayal" ("Betrug") von Literaturnobelpreisträger Harold Pinter ist der Theater-Event des Herbstes. Die Karten für das 14-wöchige Engagement sind bis zur letzten Vorstellung am 5. Januar nahezu ausverkauft. Autor Pinter und Regisseur Mike Nichols ("Die Reifeprüfung") versprechen gehobene Unterhaltung, die Hauptdarsteller garantieren pure Erotik.
Er, der amtierende und erfolgreichste James Bond aller Zeiten. Sie, die schneewittchengleiche Oscar-Preisträgerin ("Der ewige Gärtner"). Daniel Craig, 45, und Rachel Weisz, 43, sind im wirklichen Leben ein Paar, im Stück aber unentwirrbar in einer Dreiecksbeziehung gefangen. Er betrügt sie, sie betrügt ihn - ausgerechnet mit seinem besten Freund. Schon im Foyer ist die Stimmung erotisch aufgeladen. Der dekorativ überladene Saal schürt die Atmosphäre noch: rote Plüschsessel, Kristalllüster, Goldornamente an der Decke. Wohltuende Abkühlung, als der Vorhang sich hebt. Das minimalistische Bühnenbild lässt Raum für die drei britischen Darsteller: Craig spielt Robert, Weisz seine Ehefrau Emma und Rafe Spall, 30, ihren Liebhaber Jerry. Sie alle umgarnen und täuschen einander, flirten, wüten, schreien sich durch die Klaviatur dieses hoch emotionalen Betrugsexzesses.

Heißes Event: Daniel Craig und seine Frau Rachel Weisz stehen noch bis 5. Januar auf der Bühne. Das britische Paar ist seit 2011 verheiratet (Infos auf www.betrayalbroadway.com).
Heißes Event: Daniel Craig und seine Frau Rachel Weisz stehen noch bis 5. Januar auf der Bühne. Das britische Paar ist seit 2011 verheiratet (Infos auf www.betrayalbroadway.com).
© Splashnews.com

Daniel Craig ist hier nicht mehr 007, er ist der Gehörnte. Und dennoch: Als er sein Hemd bis zur (unbehaarten) Brust öffnet, seufzen ein paar Damen. Die Männer konzentrieren sich auf das Negligé von Rachel Weisz. Dann wird es auf der Bühne wüster, Craig schreit "Fuck!", ein Raunen geht durch den Saal, und die Zuschauer - klassische New Yorker Aristokratie, Anfang 60 - hält sich die Hand vor den Mund: "Oh, my God!" flüstert sie. Beim Schlussapplaus wirken Craig und Weisz angespannt. Die beiden Stars bekommen wohlwollenden Applaus für ihren routinierten Auftritt. Der unbekümmert aufspielende Rafe Spall hingegen kann sich über einen Jubelsturm freuen. Nach 90 Minuten (ohne Pause) ist alles vorbei. Ein sehr kurzes und sehr teures Vergnügen. Ein Theaterquickie mit allem, was dazugehört.

Andreas Renner, Mitarbeit: Bettina Klee

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