Crimson Peak: So arbeitet Kostümdesignerin Kate Hawley

Für den romantischen Horrorfilm "Crimson Peak" hat Kostümdesignerin Kate Hawley faszinierende Kleider entworfen. Wir sprachen mit ihr über Inspirationen, Zeitreisen und Stil-Ikonen wie Jessica Chastain

"Crimson Peak"-Star Jessica Chastain + Kostümbildnerin Kate Hawley

Mit "Crimson Peak" läuft seit dem 15. Oktober das neueste filmische Meisterwerk von Regisseur Guillermo del Toro in den deutschen Kinos. Für die beeidruckenden Film-Looks der Hauptdarstellerinnen Mia Wasikowska und Jessica Chastain ist Kostümdesignerin Kate Hawley verantwortlich, mit der wir uns über Mode, Zeitreisen und Inspirationen unterhielten.

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©VOX / Gala

Nach einem Kick-off-Meeting mit dem Regisseur versuche ich, meine ganz persönliche Sicht auf das Projekt, die Menschen und den Inhalt des Filmes zu definieren. Ein einzelner Aspekt oder ein Gefühl kann dann schon der Ausgangspunkt sein, um den herum ich die optische Welt aufbaue. Ich kann mich für einen Roboter ebenso begeistern wie für einen Charakter um die Jahrhundertwende. Und glauben Sie mir, die Kostümentwürfe sind für Beide gleichermaßen schwierig (lacht). Aber auch Musik, Literatur, Kunst und so weiter können Inspirationsquellen sein.

Gibt es Unterschiede beim Designen von Film-Looks für Männer oder Frauen?

Oh ja, die gibt es. Bei Männern sind die Möglichkeiten sehr viel begrenzter. In der Vergangenheit gab es für Männer realtiv eng gesteckte, modische Fenster. Frack, Spazieranzug, Hut etc. waren für jede Epoche stets ziemlich ähnlich.

Bei den Frauen hingegen gibt es Hunderte Möglichkeiten. Die Schnittführung der Kleidung aus z.B. den Anfängen des 20. Jahrhunderts ist wahnsinnig komplex und erfordert viel Zeit und Tüftelei. Man muss die Kostüme passgenau auf die Körper der Schauspielerinnen schneidern und auch Unterschiede in den Silhouetten - früher waren die Frauen fülliger, rundlicher und hatten deutlich mehr Oberweite und Hüfte - ausgleichen. Da werden dann manchmal optisch einige Kilos oder Zentimeter dazugeschummelt.

Film-Schönheiten

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... es ist Jennifer Lopez, die für ihren neuen Film "Marry Me" mit Owen Wilson und Maluma vor der Kamera steht. Das opulente Hochzeitskleid, mit traumhafter Schleppe und zahlreichen Glitzerapplikationen macht schon jetzt Lust auf die Rom-Com mit Superstar Jennifer Lopez.  
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Für Sängerin Mandy Capristo wird der Traum aus 1000 und einer Nacht wahr: Sie steht derzeit im Disneys Musical Aladdin in Hamburg auf der Bühne und macht dabei eine großartige Figur. Mit schwarzer Perücke, Glitzer-Schläppchen, türkisfarbener Pumphose und Diadem entdeckt die gebürtige Mannheimerin erstmalig die Welt des Musicals. 

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Die Kleider von Mia Wasikowskas Charakter "Edith Cushing" hat Kate Hawley gemeinsam mit ihrem Team entwickelt. Jeder Entwurf spiegelt eine Eigenschaft oder eine Entwicklung wider, die Edith im Laufe des Filmes durchlebt.

Mia Wasikowska und Jessica Chastain zählen zu den modischsten Frauen Hollywoods. Wie viel ihres eigenen Stils lassen Sie in die Kostümdesigns einfließen?

Die Eleganz von beiden Frauen spiegelt sich natürlich in der Kleidung wider. Aber gerade bei Jessica Chastain haben wir eine totale Veränderung in Angriff genommen. Wir haben sie größer erscheinen lassen, ihre Haare gefärbt und eine neue Person geschaffen. Bei Mia konnte ich wunderbar mit ihrer fragilen Schönheit arbeiten und diese unterstreichen. Sie ist sehr zart und ich wollte auf keinen Fall durch zu viele Accessoires oder aufwendige Krägen von ihrem Gesicht ablenken.

Und nun die schwerste Frage, die man einer Kostümbildnerin stellen kann: Welches ist Ihr Lieblingslook aus dem Film?

Oh das ist gemein! Es ist, als hätte ich mich verliebt und müsste meinen Schatz dann wieder hergeben. Das goldene Kleid, das wir das "Heartbreak"-Kleid nennen, liegt mir sehr am Herzen. Alles ist von Hand gemacht in stundenlanger Detailarbeit. Die Bedeutung des Kleides für den Charakter der Edith, seine Symbolkraft, ist einer der Gründe, warum ich es so liebe.

"Crimson Peak" spielt im Jahr 1901. In welches modische Zeitalter würden Sie gerne einmal zurückreisen?

Das 18. Jahrhundert hat mich schon immer begeistert. Die Aufklärung und all das finde ich sehr sehr spannend. Vielleicht wage ich sogar einen Abstecher zum Ende der französischen Revolution (lacht).

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