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Claudia Schmutzler "Ich bin froh, dass ich wieder arbeiten und Geld verdienen kann"

Claudia Schmutzler
Claudia Schmutzler
© Getty Images
Für "Rote Rosen" steht Claudia Schmutzler normalerweise täglich als Astrid Richter vor der Kamera. Doch durch die Coronakrise mussten die Dreharbeiten gestoppt werden. Was sich seitdem am Set verändert hat, verrät die Schauspielerin im GALA-Interview.
Eigentlich schlüpft Claudia Schmutzler, 53, in der aktuellen Staffel der beliebten ARD-Serie "Rote Rosen" jeden Tag in die Rolle der sympathischen Astrid Richter. Eigentlich. Denn wegen der Coronapandemie musste der eng getaktete Drehplan der Serie – fünf Folgen an fünf Tagen – unterbrochen werden, das Team wurde in eine Zwangspause geschickt. 

Claudia Schmutzler über "Rote Rosen" in Zeiten der Coronapandemie

Nach sechs Wochen Drehstopp stehen die Schauspielerinnen und Schauspieler nun seit Ende April endlich wieder vor der Kamera – allerdings nur unter hohen Sicherheits- und Hygieneregeln. Macht die Schauspielerei in Zeiten einer Pandemie genauso viel Spaß wie sonst? "Ja! Ich liebe mein Kind ja auch nicht weniger, wenn es krank ist", stellt Claudia Schmutzler im Interview mit GALA klar und verrät, wie die Dreharbeiten trotz Coronavirus funktionieren.
GALA: Wie lange standen Sie nicht vor der Kamera?
Claudia Schmutzler: 
Die "Rote Rosen"-Produktion hat insgesamt sechs Wochen lang nicht gedreht und ich stand sogar acht Wochen lang nicht vor der Kamera, weil ich vor der Corona-Zwangspause noch zwei Wochen Urlaub hatte.
Und wie haben Sie diese drehfreie Zeit verbracht?
Ich habe das gemacht, was wahrscheinlich alle anderen auch getan haben: Die Zeit für Haus, Hof, Garten und Kind genutzt, das war wirklich sehr erquickend. Obwohl der "Schatten" natürlich nie so richtig verflogen ist.
Der Schatten?
Normalerweise freue ich mich immer, wenn ich mal frei habe. Aber in den letzten Wochen hatte ich eben keinen Urlaub, sondern eine Zwangspause wegen einer Pandemie.
Das fühlt sich anders an, schließlich war die Unsicherheit und Angst in der Gesellschaft vor allem zu Beginn der Krise extrem zu spüren.
Und wie ging es Ihnen?
Die Unsicherheit bei "Rote Rosen" war natürlich groß – wir wussten alle nicht, wie und wann es mit den Dreharbeiten weitergehen wird.
Hatten Sie in dieser Zeit mit Existenzängsten zu kämpfen?
Nein. Ich fände es vermessen, als Schauspielerin, die aktuell an einem langfristigen Projekt beteiligt ist, von Existenzängsten zu sprechen. Aber natürlich habe ich in meinem Freundeskreis auch viele Künstlerinnen und Künstler, die nur von der "Hand in den Mund" leben – für die war und ist die Krise natürlich sehr bedrohlich.
Normalerweise stehen Sie jeden Tag als Astrid für "Rote Rosen" vor der Kamera. War es für Sie schwer, nach knapp zwei Monaten Pause wieder in die Rolle zu schlüpfen?
Nein, dafür drehe ich schon zu lange. (lacht) Das klappte ganz flott. Da war das Gewöhnen an all die neuen Regeln schwieriger.

Claudia Schmutzler über die Regeln am "Rote Rosen"-Set

Welche Regeln gelten aktuell am "Rote Rosen"-Set?
1,5 Meter Abstand, Maskenpflicht und regelmäßiges Händewaschen. Und keine Kuss- und Bettszenen, jegliche Intimität ist verboten. Das ist bei den Rosen natürlich ziemlich schwer.
Hört sich kompliziert an.
Ja, und wie! Vor allem zu Beginn war es ganz schön stressig, wir müssen uns unter Anleitung der Maskenbildner selber schminken und frisieren – das ist hart. Wir mussten uns also schon vor unserer eigentlichen Arbeit, dem Schauspielern, zurecht machen, die Anspannung war deswegen eine ganz andere. Und auch zwischendurch, wenn die Kostüme gewechselt oder das Make-up verändert wird, das kann auf Dauer anstrengend sein.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich meinem qualitativen Anspruch an meinen Beruf nicht gerecht werden kann.
Sind Sie mit Ihrer schauspielerischen Leistung aktuell nicht zu 100 Prozent zufrieden?
Das kann ich so pauschal nicht sagen. Unter den aktuellen Umständen geht es uns gut und ich bin froh, dass ich wieder arbeiten und Geld verdienen kann. Es geht gerade nicht anders, aber manchmal wundern wir uns doch, wie viel Gutes trotz allem beim Drehen rumkommt. (lacht)
Sie müssen sich auch selber schminken. Gab es Tage, an denen Sie sich nach Drehschluss gedacht haben: "Wie sehe ich denn aus?!"
Ich muss zugeben: Unsere Maskenbildner müssen aktuell große Abstriche machen. Es gibt ja Frauen, die sich auch privat gerne und oft schminken und viel Übung haben – das ist bei mir nicht so. Ich habe das gemacht, was ich kann – aber einen perfekten Lidstrich kann niemand von mir verlangen. (lacht)
Eine große Umstellung: In Zeiten von Corona sind Schauspielerinnen und Schauspieler für ihr Make-up selbst verantwortlich. So auch bei "Rote Rosen": Bei Dreharbeiten im Freien frischt Claudia Schmutzler (rechts) Make-up auf, die Maskenbildnerin gibt aus der Ferne Tipps.
Eine große Umstellung: In Zeiten von Corona sind Schauspielerinnen und Schauspieler für ihr Make-up selbst verantwortlich. So auch bei "Rote Rosen": Bei Dreharbeiten im Freien frischt Claudia Schmutzler (rechts) Make-up auf, die Maskenbildnerin gibt aus der Ferne Tipps.
© ARD/Nicole Manthey

"Kuss- und Bettszenen sind gestrichen"

In welchen Szenen fällt Ihnen die Abstandsregel besonders schwer?
Am Anfang dachte ich, dass vor allem die Liebesgeschichte zwischen Astrid und Alex schwer zu spielen wird. Aber das ist gar nicht so. Mir fällt es besonders schwer, meine Teenager-Serien-Tochter nicht in den Arm nehmen zu können und zu trösten. Auch in der Vorbereitung ist das ganz schön kniffelig.
Mussten Szenen umgeschrieben werden?
Ja, Kuss- und Bettszenen sind gestrichen, und ansonsten gehen wir "einfach" auf Abstand. Das Tolle am Film ist ja, dass es viele technische Möglichkeiten gibt. Wenn wir uns nicht berühren können, werden andere Kameraeinstellungen ausgewählt, um trotz Abstand für den Zuschauer vor dem Fernseher eine Art Intimität zu erzeugen. Beim Theater geht das natürlich nicht.
Wird die Coronapandemie in Zukunft auch bei "Rote Rosen" thematisiert?
Das darf ich Ihnen leider nicht verraten… (lacht)
Verwendete Quellen: eigenes Interview
Gala

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