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Channing Tatum Ein Superheld hat's schwer


"Batman" Ben Affleck kann ein Lied davon singen, jetzt hat es auch Channing Tatum getroffen: Viele Fans der Comicreihe "X-Men" freuen sich gar nicht, dass er ihre Ikone "Gambit" verkörpern wird

Wissenschaftliche Studien gibt es über das Phänomen zwar nicht, doch man kann wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass die Fans von Superhelden-Comics zu den größten Kritikern gehören, wenn es um unpopuläre Castingentscheidungen geht. Gegen Ben Afflecks Besetzung als "Batman" wurde gar eine Online-Petition eingereicht, so unzufrieden war man mit dem Nachfolger, der in die zugegebenermaßen großen Fußstapfen seines Vorgängers Christian Bale tritt.

Nun dürfte auch Afflecks Kollege Channing Tatum zwischen Freude über den Castingerfolg und Verunsicherung über die Reaktionen der Fans von "X-Men" schwanken: Am Dienstag (13. Mai) wurde bekannt gegeben, dass er in die Rolle von "Gambit" schlüpfen wird, einer der beliebtesten Figuren der Comicreihe, die in den bisherigen Verfilmungen von "X-Men" allerdings eine eher kleine Rolle (dargestellt von Taylor Kitsch) spielte. Und neben einigen Gratulationen ließen vor allem die entrüsteten Kommentare in den sozialen Netzwerken nicht lange auf sich warten.

"Wir leben in einer Welt, in der Ben Affleck Batman und Channing Tatum Gambit ist. Jetzt gibt es keine Grenzen mehr", orakelt beispielsweise ein Twitter-User düster. Noch verzweifelter scheint ein anderer: "Wie konnte das passieren? Channing Tatum? Wirklich? Stan [Stan Lee, Marvel-Comics-Autor und Produzent der X-Men-Filme, die Red.], bitte mach das rückgängig!" Und manch einer scheint bereits resigniert zu haben: "Channing Tatum als Gambit ist buchstäblich die schlechteste Castingentscheidung der Filmgeschichte." Einige Fans bekunden zudem, dass sie lieber wieder Taylor Kitsch als "Gambit" gesehen hätten, der die Rolle in "X-Men Origins: Wolverine" aus dem Jahr 2009 verkörperte.

Es sieht also nicht gut aus für den ehemaligen "Sexiest Man Alive" Channing Tatum. Oder gibt es doch noch Hoffnung? Denn einer seiner berühmten Kollegen hat bereits vor Jahren bewiesen, dass man die negative Meinung entrüsteter Fans durchaus wieder ändern kann: Als erstmals bekannt gegeben wurde, dass Heath Ledger für "The Dark Knight" in die Rolle des legendären "Batman"-Widersachers "Joker" schlüpfen würde, hätte die Empörung kaum größer sein können. Dass der im Jahr 2008 viel zu jung verstorbene Schauspieler seinen einstigen Kritikern mit einer sensationellen Darstellung den Wind aus den Segeln hat nehmen können und dafür sogar posthum mit einem Oscar geehrt wurde, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.

Ben Affleck, von dem gerade das erste Foto im Fledermauskostüm veröffentlicht wurde, wird noch volle zwei Jahre den Spott und die Anfeindungen der Comicfans erdulden müssen, bis er in "Batman vs. Superman" hoffentlich beweisen kann, dass seine Besetzung doch keine Fehlentscheidung war. Und genauso lange wird auch Channing Tatum der Kritik nun ausgesetzt sein: Am 19. Mai 2016 startet voraussichtlich sein erster Auftritt als "Gambit" in den deutschen Kinos, wo er in "X-Men: Apocalypse" seinen Einstand an der Seite der anderen "Marvel"-Helden geben wird. Ein eigenes Spin-Off ist nach Angaben von Warner Bros aber ebenfalls bereits geplant.

avo / Gala

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