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Cara Delevingne im GALA-Interview "Angst zu haben heißt lebendig zu sein"

Cara Delevingne
© Reuters
Cara Delevingne lotet gerne Grenzen aus. Sie war das meistgebuchte Model der Welt und ist jetzt auf der Leinwand zu Hause

Ein heftiges Sommergewitter geht gerade über dem Pariser Filmstudio "Cité du Cinéma" nieder, als wir Cara Delevingne, 24, zum Interview treffen. Das bisexuelle It-Girl und Model trägt ihr raspelkurzes Haar weißblond und wirkt temperamentvoll, aber auch ein wenig nervös. Wir reden mit ihr über ihren nun sechsten Kinofilm. In der Adaption des Kult-Comics "Valerian – Die Stadt der tausend Planeten" spielt die Britin unter der Regie von Luc Besson, 58, zusammen mit Dane DeHaan, 31, ein Agenten-Paar, das durch Zeit und Weltraum reist, um die Welt vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. Und natürlich geht es auch um eine große Liebe.

Die Rolle der Laureline ist Ihre erste richtige Hauptrolle. Haben Sie mittlerweile genug Selbstbewusstsein als Schauspielerin?

Und wie! Die Tatsache, dass ein Regisseur wie Luc Besson mir sein Vertrauen schenkt, macht mich sehr dankbar. Und das bei einem Projekt, das ihm so am Herzen liegt, weil es auf dem Lieblingscomic seiner Kindheit basiert. Er war in Laureline ja richtig verknallt und stellte sich als Kind vor, er sei Valerian. Wenn ich also Laureline zum Leben erwecken darf, ist das mehr Vertrauen, als ich es mir je erträumt hätte.

Haben Sie schon als Kind Comics verschlungen?

Ich habe mich oft als Comic-Figur verkleidet, aber Comics habe ich nicht oft gelesen. Am liebsten war ich Batman oder Steve aus "The Toy Story".

Valerian ist ein Macho, für den Frauen Trophäen sind. Könnten Sie sich in einen Typen wie ihn verlieben?

Ich glaube, ich habe mich schon ein paar Mal in so einen Typ Mann verguckt, aber die waren nie so nett wie Valerian. Hinter seiner Großspurigkeit verbirgt sich ein Romantiker, das ist eine anziehende Mischung.

Glauben Sie auch privat an die große, wahre Liebe?

Klar! Wenn man die Person gefunden hat, die einen so nimmt wie man ist und einem Lebensfreude schenkt, ist das erhebend. Mit so einem Menschen möchte man den Rest seines Lebens verbringen.

"VALERIAN" spielt im 28. Jahrhundert und ist mit der Adaption des Science-Fiction-Comics von Action-Regisseur Luc Besson die teuerste französische Filmproduktion aller Zeiten. Er startet am 20. Juli in den Kinos
"VALERIAN" spielt im 28. Jahrhundert und ist mit der Adaption des Science-Fiction-Comics von Action-Regisseur Luc Besson die teuerste französische Filmproduktion aller Zeiten. Er startet am 20. Juli in den Kinos
© PR

Haben Sie auch im echten Leben Ihren Platz im Universum gefunden?Ich glaube, dass man diesen inneren Ort, an dem man sich absolut wohlfühlt, jeden Tag aufs Neue für sich ausloten muss. Kindern fällt das leichter, sie machen intuitiv genau das, was ihnen gut tut. Als Erwachsener grübelt man mehr rum, sodass es schwerer fällt, dahin zu kommen. Mir hilft es immer zu meditieren, in der Natur zu sein, Musik zu machen, zu schreiben und auch mit der Schauspielerei meine Grenzen zu erkunden. Ich suche immer das Ende meiner Komfortzone. Und wenn Dinge mir Angst machen, probiere ich sie aus, damit sich meine Grenzen verschieben.

Sie konfrontieren sich also bewusst mit Ihren Ängsten, um daran zu wachsen?

Ja. Angst zu haben, heißt für mich, mich lebendig zu fühlen. Darum habe ich früher so gern Horrorfilme geschaut.

Hat Ihre Catwalk-Erfahrung Ihnen auch genutzt, um vor der Kamera zu performen?

Der Catwalk fühlte sich für mich so an, als würde ich schauspielern: Ich spielte immer, ich sei ein Model. Ich wollte mein ganzes Leben lang schon spielen. Was ich an diesem Beruf so mag, ist, dass er eine Kunst ist, die mich lehrt, jemand anderes zu sein. Es ist nicht nur ein magisches Entkommen, es gibt mir auch die Möglichkeit, mich auszudrücken und zudem positive Botschaften in die Welt zu setzen.

Sie sagten mal, modeln würde krank machen. Fühlen Sie sich als Schauspielerin erfüllter?

Auf jeden Fall! Ich bin sehr happy. Und dankbar. Und fühle mich jetzt reifer als früher. Die Möglichkeiten, die sich mir in den letzten Jahren eröffnet haben, sind einfach toll. Ich lerne mit jedem Film etwas Neues dazu. Doch, ich bin da, wo ich jetzt bin, sehr glücklich. Mir ging es ja auch als Model lange Zeit gut mit dem, was ich gemacht habe. Doch dann war der Zeitpunkt gekommen, wo ich Neues ausprobieren wollte.

Wie erden Sie sich, Cara?

Auf meinen Füßen! (lacht) Mit Momenten, in denen ich ganz für mich bin. Vor allem, wenn ich draußen in der Natur bin.

Wie kommt es, dass eine Londoner Stadtgöre so auf die Natur abfährt?

Ich bin zwar in London aufgewachsen, aber wir hatten einen Garten, wo ich Tiere halten konnte. Und wenn ich früher im Wald herumgelaufen bin, habe ich mir vorgestellt, was alles passiert, wenn ich mich verlaufe. Die Natur ist eine perfekte Inspirationsquelle. Ich finde, sie muss unbedingt geschützt und gepflegt werden.

Mariam Schaghaghi Gala


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