Call Me By Your Name: Ein ganz besonderer Liebesfilm

In "Call Me by Your Name" verlieben sich Timothée Chalamet und Armie Hammer. Es ist ein sinnlicher Film mit einer ganz besonderen Romanze.

"Call Me by Your Name" wurde bereits bei der Berlinale 2017 gezeigt, doch es sollte bis Ende des Jahres dauern, bis das neue Werk des italienischen Regisseurs Luca Guadagnino (46, "A Bigger Splash") weltweit von sich reden machte. Der Liebesfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman von André Aciman (67). Die Independent-Produktion sprüht vor Sinnlichkeit, setzt auf ein echtes Newcomer-Talent, die Chemie zwischen den Darstellern und den Reiz des sommerlichen Italiens - gepaart mit den Höhen und Tiefen der Liebe...

Verliebt in Italien

Der 17-jährige Elio Perlman (Timothée Chalamet) verbringt im Jahr 1983 den Sommer in Norditalien in der Villa seiner Familie. Sein Vater (Michael Stuhlbarg), ein angesehener Professor, hat sich auf die griechisch-römische Kultur spezialisiert. Elios Mutter Annella (Amira Casar) arbeitet als Übersetzerin. Die drei haben ein inniges Verhältnis und genießen ein sorgenfreies Leben mit allen Vorzügen. Als der 24-jährige amerikanische Doktorand Oliver (Armie Hammer) als neuer Sommer-Praktikant von Elios Vater eintrifft, wird die Gefühlswelt des 17-Jährigen und von Oliver auf den Kopf gestellt.

Wenn Liebe zu Poesie wird

"Call Me by Your Name" wurde bei den Oscars 2018 mit drei Nominierungen bedacht, in den Kategorien "Bester Film", "Bestes adaptiertes Drehbuch" und "Bester Hauptdarsteller". Timothée Chalamet (22) verzaubert nicht nur die Oscar-Academy und seinen Co-Star Armie Hammer (31, "The Lone Ranger"). Der 22-Jährige überzeugt als Elio auf der ganzen Linie. Er spielt den 17-Jährigen unaufgeregt, neugierig und charmant - was ihn zudem sexy macht. Jede seiner Emotionen, ganz gleich ob das Hochgefühl oder die Verwirrtheit der ersten Liebe kann man nachvollziehen. Ein Talent, das Hollywood hoffentlich lange erhalten bleibt.

Der Film lebt zudem von der Chemie zwischen Chalamet und Hammer. Bei den beiden Schauspielern machte es offenbar sofort klick und das obwohl sie sich am Set in Italien zum ersten Mal begegnet sind. In der "The Ellen DeGeneres Show" erzählten die beiden einst, dass es lediglich eine einzige Probe für den Film gegeben habe - vor Ort in Italien. Für die Szene mussten sie heftig miteinander knutschen. Mehr brauchte Regisseur Luca Guadagnino offenbar nicht zu sehen. Er hatte auf jeden Fall das richtige Gespür, die beiden ohne einen Screen-Test zu casten. Es knistert gewaltig. Chapeau!

Das innige Verhältnis von Elio zu seinen Eltern, die Amira Casar (46) und Michael Stuhlbarg (49, "Arrival") spielen, verleiht der Geschichte zusätzlich Tiefe. Hier wird kein Drama kreiert. Die Eltern sind aufgeschlossen, weltoffen und erziehen ihren Sohn dementsprechend. Er darf sich sexuell ausprobieren ohne Angst zu haben, zu Hause ein Donnerwetter zu erwarten. Für das Jahr 1983 besonders ungewöhnlich - und eine willkommene Abwechslung. Gegen Ende des Films bekommt Michael Stuhlbarg zudem einen herzzerreißenden Dialog mit seinem Filmsohn geschenkt. Nicht jedes Auge wird hier trocken bleiben.

Regisseur Luca Guadagnino erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die sich verlieben. Dass es sich dabei um zwei Männer handelt, wirkt völlig natürlich. Hinzukommt, dass der Italiener auf eine ruhige und unaufgeregte Kameraführung vertraut, gepaart mit melodischen Klavierklängen und der sommerlichen Kulisse Italiens, bei der in jedem sofort die Sehnsucht nach Urlaub aufkeimen dürfte. Es ist ein ruhiger, melodischer Film, die Action besteht hier nicht aus Verfolgungsjagden oder Special Effects, sondern aus großen Gefühlen, Verlangen und Hingabe.

Fazit

"Call Me by Your Name" ist die schönste Liebesgeschichte des Jahres! Der ruhige Erzählstil, das italienische Setting und das gecastete Ensemble harmonieren perfekt miteinander. Hier wird die Liebe zur Poesie, es ist eine Explosion an Sinnlichkeit. Ein wunderschöner Film über die Höhen und Tiefen der Liebe.

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