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LGBTIQ+ Das sind die besten queeren Serien und Filme

Buntes Heimkino: Eddie Redmayne in "The Danish Girl"
Eddie Redmayne in "The Danish Girl"
© ZUMA Wire / imago images
Die Serien- und Filmwelt wird immer bunter – gut so! Handlungen von verschiedenen Liebesmodellen sowie Charaktere mit diversen Geschlechtsidentitäten treten in vielen tollen Inhalten in den Vordergrund. Die schönsten, emotionalsten und prägendsten queeren Serien und Filme hat GALA für Sie zusammengestellt.

Der deutsche Stummfilm "Anders als die Andern" aus dem Jahr 1919, in dem ein Violinist aufgrund seiner sexuellen Orientierung erpresst wird, gilt als erster Film, der eine LGBTIQ-Thematik aufgreift. Seitdem hat sich in der Film- und Serienwelt einiges getan: Oscar-prämierte Filme wie "Boy's Don't Cry" oder "Brokeback Mountain" haben ein breites Publikum erreicht – und berührt. In den letzten Jahren sind zahlreiche cineastische Meisterwerke entstanden, die sich mit gleichgeschlechtlicher Liebe oder Geschlechtsidentitäten befassen. 

Das große Angebot der Streaming-Plattformen bietet unendliche Möglichkeiten, erschwert es jedoch auch, den Überblick zu behalten. Damit Sie nicht lang suchen müssen, stellen wir Ihnen die sehenswertesten queeren Filme und Serien, mit denen der nächste Abend auf der Couch zum Highlight wird, hier vor. 

Buntes Heimkino: Die besten queeren Filme und Serien

"Feel Good"

Mae (Mae Martin) ist von Kanada nach Großbritannien gezogen, um Abstand von ihren Problemen zu gewinnen und ihre Karriere als Stand-up-Comedian zu verfolgen. Bei einem Auftritt lernt Mae Georgina (Charlotte Ritchie), die sich George nennt, kennen und verliebt sich augenblicklich in sie – die beiden stürzen sich in eine turbulente Beziehung. Doch George, die zuvor nur Männer gedatet hat, verheimlicht ihrem Freundeskreis ihre neue Liebe, was Mae zunehmend verunsichert. Außerdem wird Mae von ihrer Vergangenheit eingeholt ...

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Mae Martin übernimmt nicht nur die Hauptrolle in "Feel Good", sondern ist auch Co-Autorin der Drehbücher, die von ihrem eigenen Leben inspiriert sind. Martin teilte im April mit, dass sie nicht-binär (weder Mann noch Frau) und bisexuell sei. Im Englischen bevorzuge Martin die Pronomen "they/them", an den weiblichen "sie/ihr" störe sie sich allerdings nicht. Auch die Figur, die sie in der Serie verkörpert durchlebt eine sogenannte Geschlechtsidentitätsstörung, ebenso wie Drogenprobleme, mit denen Martin in ihrer Vergangenheit zu kämpfen hatte. 

Dadurch gelingt es "Feel Good" einen wahnsinnig realistischen und persönlichen Charakter zu erschaffen. Frühere Formate wie "Seinfeld" oder "The Marvelous Mrs. Maisel" haben zwar auch schon eine Stand-up-Prämisse in Serienform gekonnt umgesetzt, doch "Feel Good" ist mehr als eine Comedy-Serie: Sie verbindet ernste Themen, die der Serie emotionale Tiefe verleihen, mit witzigen Elementen, die vor allem Maes trockenem Humor zu verdanken sind.

In die insgesamt 12 halbstündigen Folgen der beiden Staffeln wird viel Plot gesteckt, doch die schnelllebige Erzählweise wirkt zu keinem Zeitpunkt überhastet. Im Gegenteil, es ist erstaunlich, wie viel Platz für Lebensnähe und Liebe zum Detail auf diesem kleinen Raum bleibt. Neben den großartigen schauspielerischen Leistungen von Martin und Ritchie brilliert zudem Sitcom-Urgestein Lisa Kudrow in der Rolle von Maes scharfzüngiger Mutter.
Beide Staffeln von "Feel Good" sind auf Netflix verfügbar."

"The Danish Girl"

Kopenhagen, 1920er-Jahre: Der Maler Einar Wegener (Eddie Redmayne) und seine Frau Gerda (Alicia Vikander), ebenfalls Künstlerin, führen eine glückliche Ehe und ein aufregendes Künstlerleben. Eines Tages sagt Gerdas Modell kurzfristig ab, woraufhin sich Einar als Frau verkleidet von ihr malen lässt. Daraus entwickelt sich ein Rollenspiel, bei dem Einar schließlich seine wahre Identität entdeckt – Lili.

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"The Danish Girl" beruht auf dem Leben der Malerin Lili Elbe, der vermutlich ersten Person, die sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. Regisseur Tom Hooper ("Les Misérables") erzählt mit viel Feingefühl Lilis bewegende Reise zu ihrem wahren Ich. Bildgewaltig inszeniert erinnert der Film selbst an eine Reihe prächtiger Gemälde, die ihre Figuren einrahmen.

Obwohl Lili aufgrund ihrer Geschlechtsidentität auf Diskriminierung stößt, ist die Geschichte vor allem von Akzeptanz geprägt: Gerda "verliert" ihren Ehemann, weicht ihrer großen Liebe dennoch nicht von der Seite, bleibt die treue Gefährtin. Redmayne zeichnet mit seiner Verkörperung der Malerin ein emotionales Porträt, das unter die Haut geht und in Zusammenspiel mit der fantastischen Darbietung von Vikander authentisch wirkt. Redmayne wurde für einen Oscar für die beste Hauptrolle nominiert, Vikander wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
"The Danish Girl" ist auf Netflix verfügbar.

"Pose"

New York, 1987: In der Ballroom-Szene treten Menschen der LGBTIQ+-Community in verschiedenen Gruppen (sogenannten "Houses") in Wettbewerben gegeneinander an. Die Mitglieder eines Houses leben wie eine Familie zusammen. Besonders für afro- und lateinamerikanische trans Menschen stellt die "Ballroom culture" zu dieser Zeit ein Rückzugsort dar. Die junge trans Frau Blanca (MJ Rodriguez) ist Teil des "House of Abundance". Als bei ihr HIV diagnostiziert wird, gründet sie allerdings ihr eigenes House und beginnt sich politisch zu engagieren.

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Bei den wöchentlichen Bällen schlüpfen die Teilnehmer:innen in pompöse Kostüme, um in Kategorien wie Tanzen oder Posieren einen glanzvollen Auftritt hinzulegen. Mit imposanten Bildern und jeder Menge Glamour taucht das Publikum in die faszinierende Subkultur ein. Dabei wird jedoch deutlich gemacht, dass die Ballroom Culture aufgrund von Rassismus und Homophobie entstanden ist: Die LGBTIQ+-Personen haben ihre eigene Welt erschaffen, in der sie Rückhalt und Akzeptanz erfahren, weil sie von der Mehrheitsgesellschaft und meist ihren eigenen Familien verstoßen wurden. 

Auch die aufkeimende Aids-Epidemie, von der manche der Protagonist:innen betroffen sind, spielt eine tragende Rolle. Empathisch inszeniert, erzählt die Serie eine Geschichte über Zusammenhalt und Hoffnung im Angesicht von Diskriminierung. Und ganz nebenbei schreibt Serienschöpfer Ryan Murphy Geschichte, denn es ist der größte LGBTIQ+-Cast einer US-Serie überhaupt.
Zwei Staffeln von "Pose" sind auf Netflix verfügbar. Die dritte und finale Staffel folgt noch in diesem Jahr!

"Blau ist eine warme Farbe"

Die 17-jährige Adèle (Adèle Exarchopoulos) hat erste sexuelle Erfahrungen mit einem Jungen gemacht, doch große Gefühle bleiben aus. Sie merkt, dass sie sich auch zu Frauen hingezogen fühlt. Als sie die ältere Kunststudentin Emma (Léa Seydoux), die ihr nicht nur wegen ihrer blauen Haare auffällt, kennenlernt, wird Adèles Welt auf den Kopf gestellt. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, Adèle wird zu Emmas Muse. Doch die Frauen sind sehr unterschiedlich, ihre Romanze erhält zunehmend Risse ...

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Bei den Filmfestspielen in Cannes 2013 war "Blau ist eine warme Farbe" der Erfolg schlechthin: Die beiden Hauptdarstellerinnen sowie Regisseur Abdellatif Kechiche erhielten die Goldene Palme – und das nicht ohne Grund. Dieser Film erzählt die Geschichte der ersten großen Liebe, die man trotz des Liebeskummers und der schmerzlichen Erfahrung des Erwachsenwerdens niemals vergessen wird. Die intime Inszenierung zieht das Publikum mit in diese intensive Liebe, die Leidenschaft, die auch mittels recht expliziter Sexszenen verdeutlich wird. Durch Kechiche naturalistische Handschrift wirken verweilende Einstellungen jedoch nie obszön, sondern erotisch und lebensnah. Außerdem setzte es ein wichtiges Zeichen, da gleichgeschlechtliche Sexszenen in der Vergangenheit häufig zensiert beziehungsweise nur angedeutet wurden.

Exarchopoulos und Seydoux sorgen mit ihren wunderbaren Performances für viele starke Momente, die in überragenden Bildern eingefangen werden. Kechiche nimmt Blau als Leitmotiv und taucht subtil auch in Form von Produktions- und Kostümdesign in diese Farbwelt ein – eine einmalige Komposition.
"Blau ist eine warme Farbe" ist auf Netflix sowie Amazon Prime verfügbar.

"Hollywood"

Los Angeles, 1947: Der Zweite Weltkrieg ist vorbei und Hollywoods Goldene Ära ist in vollem Gange. Viele Menschen wollen berühmt werden, in der Traumfabrik Karriere machen. Der unerfahrene Jack Castello (David Corenswet) ist erst vor Kurzem mit seiner Frau in die Stadt der Engel gezogen, um als Schauspieler durchzustarten. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Um Geld zu verdienen, arbeitet er bei einer Tankstelle, die ein verstecktes Bordell ist.

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"Hollywood" begleitet die Geschichte mehrerer Figuren, die sich in La La Land einen Namen machen wollen: Dreh- und Angelpunkt ist der Versuch der Produktion des Films "Meg", der aus der Feder des Schwarzen und schwulen Drehbuchautors Archie Coleman (Jeremy Pope) stammt. Die Hauptrolle möchte die äußerst talentierte, aber aufgrund ihrer Hautfarbe zu Hausmädchen-Rollen verdammte Camille (Laura Harrier) übernehmen. In den 1940er-Jahren ein Filmstudio zu finden, das ein diverses Projekt produziert, scheint utopisch.

Hinter dem Zauber und Glitzer der Traumfabrik liegen Abgründe voller toxischer Machtverhältnisse, die mindestens so tief wie die Buchstaben des Hollywood-Signs hoch sind. Das dürfte spätestens seit der Me-Too-Debatte jedem klar sein. In der Mini-Serie wird beleuchtet, wie sehr Rassismus und Homophobie das Hollywood der 1940er-Jahre bestimmen. Die Handlungsstränge um die verschiedenen Figuren, bei denen auch echte Personen wie Rock Hudson aufgegriffen werden, sind brillant miteinander verknüpft, sodass jeder Charakter genügend Entfaltungsspielraum hat.

Den vielschichtigen Figuren wird von einem wahnsinnig guten Ensemble Leben eingehaucht: Allen voran Jim Parsons, der den machthungrigen und sexuell übergriffigen Agenten Henry Willson (den es wirklich gab) derart eindringlich spielt, dass Zuschauer:innen mehr als mulmig wird. Hinzu kommt eine atemberaubende Kulisse, die den Flair der Goldenen Ära transportiert.

Auch wenn echte Personen porträtiert und Diskriminierungen dargestellt werden, ist "Hollywood" alles andere als historisch akkurat. Die Protagonist:innen erreichen Ziele, von denen schwule oder Schwarze Menschen zu der Zeit nur hätten träumen können. Diese dramaturgische Freiheit kann als naiv, gar romantisierend angesehen werden, doch es ist der Entwurf eines "Was wäre wenn"-Szenarios: Was wäre, wenn Produzent:innen und Co. sich von Rassismus und Homophobie freigemacht und talentierten Menschen jeder Hautfarbe und sexueller Orientierung eine Chance gegeben hätten? Ein interessantes Gedankenspiel, das obendrein unterhaltend und beeindruckend in Szene gesetzt ist.
"Hollywood" ist auf Netflix verfügbar.

Gala


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